mini|hochkant|Nicolas de Largillière – Pierre Lepautre, sculpteur (1689). Norton Simon Museum, Pasadena Pierre Lepautre (* 4. März 1659 in Paris; † 22. Januar 1744 ebenda) war ein französischer Barockbildhauer.

Leben Pierre Lepautre war der Sohn des Maurers und Architekten Jean Lepautre (1622–1677) und studierte an der Académie royale de peinture et de sculpture in Paris bei Philippe Magnier. 1683 erhielt er den Premier Grand Prix de Rome mit dem Basrelief L'Invention des forges de Tubal Cain, das heute als zerstört gilt. Von 1684 bis 1701, mit einer Unterbrechung im Jahr 1696, als er sich in Paris aufhielt, war Lepautre als königlicher Stipendiat an der Académie de France à Rome tätig. Dort betrieb er intensive Studien der Antike und schuf mehrere Kopien antiker Werke, darunter die Marmorskulptur Faune au chevreau (1685). An der Akademie in Rom übernahm er außerdem Arbeiten, die Jean-Baptiste Théodon nicht mehr ausführen konnte. Dieser hatte 1691 den Auftrag für die Marmorgruppe Arria et Pætus verloren, welche Lepautre 1695 vollendete (heute im Louvre in Paris). mini|hochkant|Pierre Lepautre – :Faune au chevreau. Louvre, Paris mini|hochkant|Pierre Lepautre – Enée & Anchise. Louvre, Paris 1701 kehrte Pierre Lepautre nach Paris zurück. Er verzichtete auf die ihm angebotene Mitgliedschaft in der Académie royale zugunsten einer Stelle an der Académie de Saint-Luc, deren Rektor auf Lebenszeit er wurde. Von 1705 bis 1710 wirkte er unter der Leitung von Jules Hardouin-Mansart an der Dekoration der Schlosskapelle von Versailles mit. Neben mehreren Basreliefs schuf er dort die Steinstatuen der Heiligen Gregor der Große und Ambrosius von Mailand, die sich noch heute vor Ort befinden. Der überwiegende Teil seines übrigen Werks entstand für die Ausstattung weiterer königlicher Schlösser und Kirchen. So schuf er für den Schlossgarten von Marly-le-Roi die Statue Faune au chevreau (heute im Louvre) und für die Pariser Kirche Saint-Eustache fertigte er um 1720 nach einer Zeichnung von Jean-Sylvain Cartaud eine Kirchenbank aus Holz, die sich noch heute vor Ort befindet. Von zahlreichen seiner Marmorarbeiten sind Bronzerepliken erhalten. Miniaturfassungen einiger Marmorstatuen befinden sich in verschiedenen Museen, darunter eine Bronze der Gruppe Énée et Anchise in der Eremitage in Sankt Petersburg. Laut Thieme-Becker war Pierre Lepautre außerdem als Kupferstecher und Radierer tätig, insbesondere für Jules Hardouin-Mansart. Nach dessen Zeichnungen stach er zahlreiche Blätter zu Architektur, Stadtplänen und Ornamentik.

Werke (Auswahl) Faune au chevreau (1685), ursprünglich Marly-le-Roi, heute Paris, Louvre Arria et Pætus (1691–1695), Marmorgruppe, Paris, Louvre (nach Thieme-Becker: ehemals Tuileriengarten) Atalante (1702), Marmor, Paris, Louvre (nach Thieme-Becker: ehemals Tuileriengarten) Énée portant son père Anchise (1716), Marmor, Paris, Louvre (nach Thieme-Becker: 1696 in Rom nach einem Wachsmodell von François Girardon begonnen, 1716 in Paris vollendet) Bronzereplik der vorgenannten Gruppe, Toronto, Art Gallery of Ontario Statuen der Heiligen Gregor der Große und Ambrosius von Mailand, Stein, Schlosskapelle Versailles. Nach AKL 1708, nach Thieme-Becker 1710 (in situ) Weitere Basreliefs und Dekorationsarbeiten in der Schlosskapelle von Versailles Trois enfants autour d'un palmier, Blei, 1707, Schloss Versailles Kirchenbank aus Holz nach einer Zeichnung von Jean-Sylvain Cartaud, um 1720, Saint-Eustache, Paris (in situ) Kamin- und Wandverkleidung in den königlichen Appartements von Marly-le-Roi, vermutlich von Lepautre, nach einer Zeichnung von Jules Hardouin-Mansart, gestochen von Pierre Lepautre (1618–1682), 1699 Enée et Anchise, Bronze, Eremitage, Sankt Petersburg

Literatur Anatole de Montaiglon (Hrsg.): Correspondance des Directeurs de l'Académie de France à Rome avec les surintendants des Bâtiments. Bd. 1–5, Charavay Frères, Paris 1887–1912. Pierre de Nolhac: Versailles et la Cour de France. La sculpture décorative de Versailles. Versailles / Paris, verschiedene Auflagen ab 1901. Alexandre Maral: La Chapelle royale de Versailles sous Louis XIV. Cérémonial, liturgie et décor. Centre de recherche du château de Versailles, Versailles 2010. Alexandre Maral: Les Sculpteurs de Louis XIV. Paris 2017. Michèle Beaulieu, Sophie Jugie (Hrsg.): La Sculpture française. Renaissance et Temps modernes. Paris 2010. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.

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