mini|hochkant|Jens Späth (2026)Jens Späth (* 1980 in Eberbach am Neckar) ist ein deutscher Historiker. Er hat seit 2025 den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau inne.
Leben Von 2000 bis 2005 studierte Späth Mittlere und Neuere Geschichte, Politikwissenschaft, Alte Geschichte und Öffentliches Recht an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und an der University of Edinburgh. 2009 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Martin Baumeister mit einer Arbeit über die südeuropäischen Revolutionen der 1820er Jahre promoviert. Von 2009 bis 2013 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom. 2014 war er Gastdozent am Campus franco-allemand in Nancy des Institut des Études Politiques de Paris (Sciences Po) und Max Weber Fellow an der Universität des Saarlandes, wo er von 2015 bis 2025, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Akademischer Rat auf Zeit, am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und Landesgeschichte tätig war. Dort erfolgte 2021 seine Habilitation bei Gabriele B. Clemens mit einer Arbeit über den Umgang deutscher, italienischer und französischer Sozialisten mit Faschismus und Nationalsozialismus zwischen 1919 und 1960. Von 2022 bis 2024 vertrat er die Professur für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit April 2025 ist er Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau.
Sein Arbeitsgebiet ist die europäische Geschichte seit dem späten 18. Jahrhundert in vergleichender, transfer- und verflechtungsgeschichtlicher Perspektive. Der räumliche Fokus seiner Forschung liegt auf Süd- und Westeuropa (Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland) und auf dem Mittelmeerraum. Thematisch befasst er sich mit dem Zeitalter der Revolutionen, mit der Nationalismusforschung, mit der Verfassungsgeschichte und mit der Geschichte von Nationalsozialismus, Faschismus und Antifaschismus.
Späth ist seit 2014 Mentor der Friedrich-Ebert-Stiftung. Seit 2025 ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für die Neueste Geschichte Italiens und korrespondierendes Mitglied der Società Italiana per la Storia Contemporanea dell’Area di Lingua Tedesca. Seit 2026 ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Studienzentrums in Venedig.
Schriften (Auswahl) Monographien
Wie umgehen mit Faschismus und Nationalsozialismus? Erfahrungen, Erwartungen und Erinnerungen deutscher, italienischer und französischer Sozialisten 1919–um 1960 (= Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, 147), Berlin/Boston 2024. Revolution in Europa 1820–23. Verfassung und Verfassungskultur in den Königreichen Spanien, beider Sizilien und Sardinien-Piemont (= Italien in der Moderne, 19), Köln 2012.
Herausgeberschaften
(zusammen mit Amerigo Caruso), Special Issue: Divided Unities. Nineteenth-Century Italy and Germany beyond National Narratives. In: Journal of Modern Italian Studies, 25, 2020/4. (zusammen mit Werner Daum), Un primo liberalismo transnazionale? Verso il bicentenario delle rivoluzioni mediterranee del 1820–23. In: Rivista Storica Italiana, 130, 2018/2. Does Generation Matter? Progressive Democratic Cultures in Western Europe, 1945–1960 (Palgrave Studies in the History of Social Movements). Cham 2018. (zusammen mit Gabriele B. Clemens), 150 Jahre Risorgimento – geeintes Italien? (Geschichte & Kultur. Saarbrücker Reihe, 5). Trier 2014.
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Universität Passau) Kategorie:Historiker (Neuere und Neueste Geschichte) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Mann