Die Massaker von Komarów bezeichnen eine Reihe von Angriffen auf das ethnisch polnische Dorf Komarów im damaligen Kreis Sokal der Woiwodschaft Lemberg, die zwischen November 1943 und April 1944 von Einheiten der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA), welche die polnische Heimatarmee bekämpfte, verübt wurden. Diese Angriffe gehören zu den sogenannten Massakern in Wolhynien und Ostgalizien.

Verlauf mini|Ruinen der Kirche in Komarów (2014) Der erste Angriff der UPA auf das Dorf, welches sich südöstlich der Stadt Sokal am Fluss Białystok befindet, fand im November 1943 statt, als sich in der Region noch keine regulären UPA-Einheiten befanden. Eine Gruppe ortsansässiger Ukrainer, die von nationalistischen Agitatoren beeinflusst worden war, überfiel mehrere zufällig ausgewählte Häuser polnischer Bewohner des Dorfes. Die Bewohner der Häuser wurden getötet und die Höfe geplündert. Dabei kamen 15 Menschen ums Leben. mini|Gedenktafel am Denkmal für die Opfer der UPA aus den Landkreisen Sokal und Bieszczady in Ustrzyki Dolne mit der namentlichen Erwähnung von Komarów.

Der zweite Angriff in der Nacht vom 6. auf den 7. April 1944 wurde als Teil der geplanten ethnischen Säuberungen der polnischen Bevölkerung in Ostgalizien bereits von einer regulären UPA-Einheit durchgeführt, die aus Wolhynien gekommen war. Die UPA-Kämpfer überfielen das Dorf in der Nacht von Karmittwoch auf Gründonnerstag und ermordeten einzelne Personen sowie ganze Familien in ihren Häusern. Nach Plünderungen wurden die Wohnhäuser der Opfer in Brand gesetzt, wobei bei diesem Angriff 13 Menschen getötet wurden.

Der dritte und größte Angriff erfolgte am Ostermontag, dem 11. April 1944. Ziel des Angriffs waren die Gläubigen, die sich zum Gottesdienst in der Kirche versammelt hatten. In Anlehnung an die Massaker am Blutsonntag vom 11. Juli 1943 wurde dabei die Kirche angezündet. Die UPA-Einheit wurde jedoch von Angehörigen der polnischen Selbstverteidigung aus dem Dorf vertrieben. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen kamen 31 Menschen ums Leben, überwiegend durch Kohlenmonoxidvergiftung infolge des Brandes. Die Kirche wurde vollständig zerstört und anschließend auch nicht wieder aufgebaut.

Insgesamt soll sich die Zahl der Opfer aller drei Angriffe auf 59 Menschen belaufen.Szcepan Siekierka, Henryk Komański, Krzysztof Bulzacki: Ludobójstwo dokonane przez nacjonalistów ukraińskich na Polakach w województwie lwowskim 1939–1947. Stowarzyszenie Upamiętnienia Ofiar Zbrodni Ukraińskich Nacjonalistów, 2006, S. 1004–1005. Rąkowski gibt für die Angriffe im April 1944 45 Todesopfer an. Dies passt mit den 15 Todesopfern von November 1943 zu den 60 Todesopfern, welche auf der Gedenktafel im polnischen Ustrzyki Dolne vermerkt sind.

Literatur Szcepan Siekierka, Henryk Komański, Krzysztof Bulzacki: Ludobójstwo dokonane przez nacjonalistów ukraińskich na Polakach w województwie lwowskim 1939–1947. Stowarzyszenie Upamiętnienia Ofiar Zbrodni Ukraińskich Nacjonalistów, 2006.

Einzelnachweise

Komarów Komarów