Die Alstom X’Trapolis 2.0 sind breitspurige (Spurweite 1600 mm) Elektrotriebzüge für den Schnellbahnverkehr in der australischen Stadt Melbourne. Hersteller Alstom fertigt 50 Sechswagenzüge lokal in den Werken Ballarat und Dandenong. Sie sollen ältere Züge von Comeng insbesondere auf den Craigieburn-, Upfield- und Frankston-Linien ersetzen.
Geschichte Die ab 1981 beschafften Comeng-Triebzüge näherten sich um 2020 dem Ende ihrer Lebensdauer. Es sollten Neufahrzeuge beschafft werden, die im Unterschied zu den langen High Capacity Metro Trains keine Anpassungen an der Infrastruktur wie Bahnsteigverlängerungen oder Änderungen an den Signalstandorten benötigen. Ab 2019 legten das Verkehrsministerium von Victoria und das Alstom-Werk in Ballarat den Entwurf für die X’Trapolis 2.0 fest. Im Mai 2021 stellte die Regierung von Victoria die Mittel zum Kauf der neuen Züge bereit und im September 2021 schlossen Alstom und das Verkehrsministerium den Vertrag ab. 25 Sechswagenzüge mit einem Wert von rund 986 Millionen AU-$ wurden fix bestellt, zudem wurde eine Option über 43 Züge vereinbart. Mindestens 60 Prozent der Wertschöpfung erfolgen vor Ort.
Von Mai bis Juli 2023 wurde ein Mock-up, bestehend aus einem Endwagen und einem halben Mittelwagen, im nordwestlich von Melbourne gelegenen Tullamarine vorgestellt und Feedback von Interessenvertretern wie Fahrgastverbänden, Triebfahrzeugführern und Behindertenverbänden eingeholt. Darauf wurde der Entwurf an 58 Stellen modifiziert.
Im Frühjahr 2026 rief die Regierung von Victoria 25 Züge für 640 Millionen AU-$ aus der Option ab.
Am 4. Mai 2026 ging der erste X'Trapolis 2.0 in den Fahrgastbetrieb.
Technik Die Züge bestehen aus sechs Wagen mit je drei außenliegenden Schiebetüren pro Seite. Ein X'Trapolis 2.0 besteht aus zwei Hälften, die wie bereits die X'Trapolis 100 aus zwei an allen Achsen angetriebenen Triebwagen und einem dazwischen liegenden antriebslosen Mittelwagen bestehen.
Die Wagenkästen sind geschweißte Edelstahl-Konstruktionen.
Die X'Trapolis 2.0 sind durchgängig begehbar. Neben 443 Sitzplätzen sind 20 Rollstuhlplätze vorhanden. Die Gesamtkapazität liegt mit 1225 Fahrgästen etwas höher als bei einer Doppeltraktion der Comeng-Züge. Die Sitze sind überwiegend quer zur Fahrtrichtung angeordnet, sowohl vis-à-vis als auch in Reihe. In der Nähe der Türen befinden sich Priority Seats für Fahrgäste, die kurze Wege benötigen.
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Einzelnachweise
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