Kirschgummi (lateinisch Gummi cerasorum) bezeichnet das eingedickte Sekret (Exsudat) von Kirschbäumen, vorwiegend der Vogelkirsche (Prunus avium). Es tritt nach Rindenverletzungen aus und dient dem Wundverschluss. Botanisch und chemisch handelt es sich um ein echtes Gummi; es besteht aus wasserlöslichen Polysacchariden und ist in Alkohol unlöslich.Prunus-Arten: Gummi Cerasorum. In: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999 (online auf spektrum.de).

Entstehung und Eigenschaften Die Ausscheidung beruht auf einem physiologischen Prozess namens Gummose. Der Baum reagiert damit auf mechanische Schäden, Frostrisse oder den Befall durch Pilze und Bakterien. Das anfangs zähflüssige, gelb- bis rotbraune Sekret trocknet an der Luft zu harten, glasig glänzenden Klumpen ein. In Wasser löst es sich nicht vollständig auf, sondern quillt zu einer zähen Masse.

Nutzung und Geschichte In der mittelalterlichen Klostermedizin wurde Kirschgummi regional als Katzengold bezeichnet. In Wein oder Wasser aufgelöst, fand es Anwendung als Hausmittel gegen Husten, Heiserkeit und Harnsteine. In der Neuzeit diente es als heimischer Ersatz für Gummi arabicum. Es wurde für die Herstellung von Schreibtinte, als einfacher Klebstoff sowie in der Textilindustrie zum Veredeln von Stoffen genutzt.Norbert Lagoni: Vogelkirschen – Grundlagen für Heilmittel und Obstbrände. In: LWF Wissen 65. Freising 2010, S. 72 (PDF; 5,7 MB).

Einzelnachweise

Weblinks Die Vogelkirsche – Baum des Jahres 2010. NABU Dortmund.

Kategorie:Pflanzlicher Rohstoff Kategorie:Naturharz