mini|Michal Sauer, Natur-Park Schöneberger Südgelände, 2016 Michael Sauer (* 18. Dezember 1950 in Berlin) ist ein deutscher Fotograf und Sportjournalist.
Leben und Werk Michael Sauer, ist ein Sohn der kaufmännischen Angestellten Hedwig Sauer (geb. Klär) und des Fleischermeisters Ernst Sauer. Er ist Vater einer Tochter.
Nach der Grundschule besuchte er ab 1963 das Tannenberg-Gymnasium und ab 1969 das private Abendgymnasium "Gabbes Lehranstalten", 1971 bestand er das Abitur. Von 1974 bis 1976 absolvierte er eine Ausbildung in der Fotoklasse von Gerda Schimpf am Lette-Verein Berlin, die er mit der Gesellenprüfung als Fotograf abschloss. Von 1976 bis 1995 arbeitete M. Sauer als Industriefotograf bei der Kraftwerk-Union. Schwerpunkte waren Aufnahmen bei der Turbinenfertigung, Reprofotografie und Laborarbeiten. 1980 erfolgte die Meisterprüfung im Fotografenhandwerk. Von 1979 bis 1980 belegte M. Sauer zwei Semester Bildgestaltung und Werbefotografie an der Staatlichen Fachschule für Optik und Fototechnik Berlin (SFOF) bei Ernst A. Weber. 1980 legte er die Meisterprüfung als Fotograf ab. Seitdem ist er befreundet mit dem Fotografen Siebrand Rehberg, ebenfalls Lette-Absolvent und Schüler von Schimpf. mini|Canada-Cup CAN-USSR 99 Wayne Gretzky, Foto von Michael Sauer, 1987 Sauer widmete sich ab 1979 als Fotograf der schnellsten Mannschaftssportart Eishockey. Er begann für die Sportpresse zu arbeiten und war unterwegs für das Eishockey-Magazin. 10 Jahre später war er Teamfotograf der Deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Sauer besuchte insgesamt elf Weltmeisterschaften, unternahm drei Reisen zu Canada-Cups sowie zwei Trips zur nordamerikanischen Profi-Liga (NHL) und bekam Weltstars wie Wayne Gretzky, Mark Messier und Al MacInnis vor die Kamera. Er besuchte Deutschlands Eishockey-Star Uwe Krupp in New York in seinem Haus auf Long Island.
1998 bis 2001 unterhielt Sauer ein Fotostudio in Berlin-Steglitz: Porträt- und Aktstudien, Portfolios für Models und Schauspieler. 2001 arbeitete er als Journalist und Fotograf für die Berliner Morgenpost, Ressorts Sport, Kultur, Lokales und Kommunalpolitik. Bis 2025 berichtete er in Wort und Bild über den Berliner Amateurbereich für die Fußball-Woche. Außerdem fungierte Sauer einige Jahre als Pressesprecher beim FC Hertha 03. 2004 bis 2005 war er als Fotograf für den Weltrat für Sportwissenschaften an der FU Berlin tätig und fotografierte bei nationalen und internationalen Sportwettbewerben und Kongressen. Von 2024 an ist er bis heute Beisitzer im Vorstand des Verbandes der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg.
Neben seinem Interesse für Mannschaftssport begeistert sich M. Sauer seit vielen Jahren für die Rock-Musik- und Blues-Szene. Zwischen 1981 und 1985 porträtierte er Weltstars wie Tina Turner, Helen Schneider, Mike und Sally Oldfield, deren Aufnahmen im Cibachrome-Verfahren vergrößert wurden. Ab 2010 widmete er sich der Berliner Rock und Blues-Szene. Fotoaufnahmen von Bands wie der „Hanno Bruhn Gang“, „Hans, die Geige“, „Rachel Hiew“, „Tina Tandler“,„Brown Sugar“, die „Bohemiens“ und „Hard 2 Soul“ veröffentlichte Sauer in seinem zweiten Fotoband „...meine Fresse - Berliner Gesichter“.
Sauer, durchstreift immer wieder mit seiner Kamera Berlin, auf der Suche nach einzigartigen Porträts der Stadt und der hier lebenden Menschen. Einige dieser Aufnahmen waren 2018 in der Gruppen-Ausstellung Menschen, Bewegungen, Stadtansichten im Bezirksmuseum Berlin-Kreuzberg zu sehen. Viele der von Sauer fotografierten, verborgenen, oft skurrilen Orte stellte er im selben Jahr im Sammelband ZivilisationZeichenBerlin - Verborgene Orte vor. Der Autor Erik Steffen schreibt im selbigen Fotoband: „Michael Sauer ist mit diesem Fotoband eine kleine Sensation gelungen, er kann für Überraschungen sorgen, die reizen und Bilder anbieten, die in die eigene Imagination von Stadt einsickern. Stadtansichten, die in ihrer Darstellung der Kraft von Natur, Entschleunigung und Menschenleere eine traumhafte Stimmung aufbauen. Als wären der Moloch Metropole und seine unbarmherzige Raumforderung eine Chimäre, als gäbe jenseits ein Etwas davon in Farben und völlig Freies, das sein temporäres Existenzrecht einfordert. Auf den Trümmern unserer Geschichte verborgen, Gleise ins irgendwo... Zeichen von irgendwem... Nichts wird bleiben, wie es ist. Da muss man sich keine Illusionen machen. Aber die Bilder werden bleiben. Im Kopf und diesem Werk, das so ungewöhnlich ist wie die Klarheit des Künstlers, über seine Motivation und sein Vorgehen, als leidenschaftlicher Spurensucher seine Heimatstadt neu zu entdecken.“
2021 folgte Sauers Hardcover-Bildband ...meine Fresse, Berliner Gesichter, für den der Fotograf aus seinem Fundus an Momentaufnahmen von bekannten und unbekannten Berlinerinnen und Berlinern und Gästen der Stadt schöpfte. Dazu schrieb Erik Steffen in seiner Einleitung: "...(die Bilder)...sind voll Lebensfreude und eine Hymne an den Moment, den der Fotograf einfängt in all seinen diversen, ausdrucksstarken Erscheinungsformen. Menschen, die lieben, lächeln, arbeiten, posen, selten nachnachdenklich oder melancholisch wirken."
Michael Sauer lebt und arbeitet in Berlin-Tempelhof und -Kreuzberg.
Ausstellungen (Auswahl)
2004 Einzel-Sportfotoausstellung in der Akademie des Landessportbundes in Schöneberg, Berlin 2010 Einzelausstellung von Sportfotografien im Landessportbund am Olympiastadion, Berlin 2018 Ungeschönt - Menschen, Bewegungen, Stadtansichten, EMOP 2018, Ausstellung mit sieben anderen Fotografen und Fotografinnen im Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Berlin 2019 Einzelausstellung „Michael Sauer - Portraits“, im Café Olé in der UFA-Fabrik, Tempelhof, Berlin 2022 Ausstellung „Michael Sauer - Portraits“ in der Galerie des SPD Bürgerbüros von Melanie Kühnemann-Grunow, in Lichtenrade, Berlin
Publikationen
2018 Ungeschönt - Menschen, Bewegungen, Stadtansichten, Herausgeber Ellen Röhner, Erik Steffen, Friedrichshain-Kreuzberg, Kreuzberger Gesichter 2012–2015, Berlin Story Verlag, ISBN 978-3-95723-140-6, Seite 44 bis 57 2018 ZivilisationZeichenBerlin - Verborgene Orte im Eigenverlag, Hardcover, 108 Seiten, 85 Fotografien von 2012–2018, Text Erik Steffen, ISBN 978-3-00-061529-0 2021 Meine Fresse - Berliner Gesichter im Eigenverlag, Hardcover, 200 Seiten, 181 Farb- und 17 SW-Fotografien von 2015–2021, Texte: Erik Steffen, Christine Kahlau und Irja Krätke, ISBN 978-3-00-070 964-7 2022 Erweiterte Ausgabe von Meine Fresse - Berliner Gesichter im Eigenverlag, Hardcover, 224 Seiten, 201 Farb- und 19 SW-Fotografien von 2015–2022, ISBN 978-3-00-070964-7
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