Katsuhiko Mikoshiba (; * 1945 in Nagano, Japan) ist ein japanischer Neurowissenschaftler.
Leben Katsuhiko Mikoshiba studierte an der Keiō-Universität, schloss 1969 mit einem Doktorgrad in Medizin und vier Jahre später mit dem Doktor in Medizinwissenschaften (PhD) ab.
Von 1974 bis 1985 war er außerplanmäßiger Professor an der Keio University School of Medicine, den er von 1976 bis 1977 für einen Forschungsaufenthalt am Pasteur Institut in Paris unterbrach. Er habilitierte bis 1985 am Institut für Proteinforschung der Universität Osaka und erwarb dort den Grad des Professors.
Er blieb an der Universität Osaka von 1985 bis 1992 als Professor der makromolekularen Forschungsabteilung am Institut für Proteinforschung und in der Abteilung für Verhalten und Neurobiologie am nationalen Institut für Grundlagenforschung von 1986 bis 1991. Von 1992 bis 1997 war Mikoshiba Wissenschaftsleiter am Labor für molekulare Neurobiologie des RIKEN-Instituts und wurde anschließend zum Teamleiter am Labor für neurobiologische Entwicklung. Gleichzeitig folgte er einem Ruf an die Universität Tokyo, Abteilung molekulare Neurobiologie.
Seit 1995 leitet er zusätzlich das Mikoshiba Calciosignal Net Project der Forschungsvereinigung in Japan. Seit 2001 ist er Forschungsdirektor des Calcium-Oszillationsprojekts der Japan Science and Technology Corporation (ab 2003: Umbenennung in Japan Science and Technology Agency). Ab 2003 bis 2015 war er am Karolinska Institut in Schweden als Professor. Teilweise gleichzeitig (2005 bis 2011) arbeitete er als Leiter der japanischen Wissenschafts- und Technologiebehörde, war an der nationalen Universität von Seoul (2008 bis 2011) als Professor tätig und im Leitungteam von RIKEN (von 2009 bis 2019).
Seit 2019 ist er Professor an der technischen Universität von Shanghai. In seiner beruflich aktiven Zeit war und ist Mikoshiba in zahlreichen Gremien und Vereinigungen Mitglied wie beispielsweise dem Journal of Neuroscience Research seit 1992, dem Journal of Neurochemistry seit 1993, dem Journal of General Physiology seit 1996 und Cell Death and Differentiation seit 1999.
Forschungsschwerpunkte Mikoshiba arbeitete über die intrazellulären Signalmechanismen der Calcium-Homöostase und entdeckte mit seinem Team in den 1980ern den IP3-Rezeptor in den Purkinjezellen. Ihm fiel das hohe Molekulargewicht des Proteins auf. Die Experimente fanden an Mausgehirnen und später an weiteren Tieren statt. Ein Mangel an Rezeptoren führte dabei unter anderem zu Entwicklungsstörungen im Gehirn bis hin zu epileptischen Anfällen, Kleinhirntaxie (Störung der willkürlichen Bewegungsabläufe, Tremor) und zu einem Mangel an Neuroplastizität.
Auszeichnungen
1974: Erwin-von-Baelz-Preis 1980: Kitazato-Preis 1987: Dritter Platz beim Inoue-Wissenschaftspreis 1991: Neunter Platz des Osaka-Preises für Forschung 1996: Japanischer Stipendiums-Preis im Bereich der menschlichen Grenzwissenschaften der Medizin 1997: Uehara-Preis 1998: Keio Medical Science Prize 1999: Zweiter Stipendiums-Preis im Bereich der menschlichen Grenzwissenschaften 2000: Ernennung zum Man of the Year vom amerikanisch-biographischen Institut 2003: Internationaler Preis für translationale Neurowissenschaften (Name bis 2019: K-J.-Zülch-Preis) für neurologische Grundlagenforschung durch die Gertrud Reemtsma Stiftung 2014: Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) für seine Errungenschaften in Neurowissenschaften und seine Beiträge zum wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Japan und Frankreich
Schriften (Auswahl)
Bücher
Molecular Basis of Ion Channels and Receptors Involved in Nerve Excitation, Synaptic Transmission and Muscle Contraction. New York Academy of Sciences, Hoboken 1993, ISBN 978-0-89766-824-8. (Zusammen mit Abel Lajtha, Hrsg.:) Handbook of Neurochemistry and Molecular Neurobiology. 3. Ausgabe. Springer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-0-38730-338-3.
Aufsätze
mit Y. Tsukada, I. Haruna, I. Watanabe: RNA-dependent RNA synthesis in rat brain. In: Nature, 1974, . mit M. Yokoyama, Y. Inoue et al.: Oligodendrocyte abnormalities in shiverer mouse mutant are determined in primary chimaeras. In: Nature , 1982, . mit DK. Yang, Q. Li, I. So et al.: IRBIT governs epithelial secretion in mice by antagonizing the WNK/SPAK kinase pathway. In: Journal of Clinical Investigation 121 (2). Apr 2011, S. 956–965. mit H. Ando, M. Hirose: Aberrant IP3 receptor activities revealed by comprehensive analysis of pathological mutations causing spinocerebellar ataxia 29. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United Staates of America 115(48), 2018, S. 12259–12264, . mit Kozo Hamada: IP3 Receptor Plasticity Underlying Diverse Functions. In: Annual Review of Physiology 82, 2020, S. 151–176, . mit Fimikazu Sano, Eiji Shigetomi et al.: Reactive astrocyte-driven epileptogenesis is induced by microglia initially activated following status epilepticus. In: JCI Insight 6 (9), 2021, .
Weblinks
Katsuhiko Mikoshiba bei der School of Life Science and Technology Katsuhiko Mikoshiba auf der Website der ShanghaiTech University
Einzelnachweise
Kategorie:Neurowissenschaftler Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Tokio) Kategorie:Hochschullehrer (Shanghai) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Mann