Todsicherer Tipp ist die 90. Folge der Fernsehfilmreihe Wilsberg. Die Folge ist seit dem 25. Juli 2026 in der ZDFmediathek verfügbar und wurde am 1. August 2026 im ZDF erstausgestrahlt.
Handlung Georg Wilsberg und Ekki finden beim Auspacken einer großen Bücherlieferung vom Sozialkaufhaus in einem der Werke einen Lotterieschein. Es ist das Jackpotlos über 12 Millionen Euro, und Ekki beginnt schon von einem neuen Leben zu träumen. Georg vermutet, dies wäre Fundunterschlagung, was Anwältin Tessa bestätigt. Sie müssen somit den richtigen Gewinner ausfindig machen. Das Wappen auf dem Buch führt Georg und Ekki in die Roxel-Brauerei, wo der Gewinn dem Brauereierben Lars Roxel mehr als gelegen kommt. Der Geschäftsführer war nur eine Unterschrift davon entfernt, auf Anraten seines Prokuristen Haber, den schwächelnden Traditionsbetrieb zu verkaufen. Da Lars’ Geschwister Julia und Philipp sich nie etwas aus dem Familienbetrieb gemacht haben, sind auch diese für den Verkauf. Dank des überraschenden Geldsegens zerreißt Lars den Kaufvertrag, sehr zum Unmut aller Anwesenden. Georg und Ekki bekommen von Lars Roxel einen Brauereikrug als Finderlohn. Doch schon in der Nacht stürzt Lars in der Brauerei von einer Empore in den Tod. Da er zuvor von einem schweren Gegenstand am Kopf getroffen wurde, ist von einem Tötungsdelikt auszugehen. Die Kommissare Springer und Overbeck nehmen die Ermittlungen auf.
Zunächst gerät ein Kneipier in Verdacht, der tagsüber in der Brauerei randaliert hatte, da er über seinen unvorteilhaften Brauereivertrag sehr verärgert war. Dieser sagt allerdings aus, er habe mit Roxel am Abend einen neuen Vertrag zu besseren Konditionen ausgehandelt, was sich als wahr herausstellt. Die Verlesung des Testaments, das Lars kurz vor seinem Tod noch einmal änderte, bringt einige Überraschungen. So vermacht er seiner Liebe, der Braumeisterin Jasna Babic, eine Million Euro, die anderen 11 Millionen Euro steckt er in das Betriebsvermögen. Alle Anteile an der Brauerei vermacht er seiner Schwester Julia, wogegen Bruder Philipp, der auf die Hälfte der Anteile spekuliert hatte, und Prokurist Haber, der dem Firmenchef stets ein loyaler Mitarbeiter war, nahezu leer ausgehen. Sie kündigen an, das Testament umgehend anzufechten. Haber feuert zudem Babic fristlos. Philipp und Haber bedrängen die verunsicherte Julia, den bereits ausgehandelten Verkauf des Betriebes wie geplant zum Abschluss zu bringen.
Für Overbeck hat die Haupterbin Julia ein Motiv, da die als Fotografin arbeitende Frau bis auf die monatlichen Raten ihres Bruders Lars keine nennenswerten Einkünfte erzielt. Ihre Handydaten zeigen, dass sie zur Tatzeit in der Nähe des Tatort war. Allerdings wusste sie nichts von der Testamentsänderung, außerdem findet Georg Überwachungsaufnahmen, die beweisen, dass sie vor dem Tod des Bruders die Brauerei verlassen hat. Wenig später findet Babic beim Ausräumen ihres Spinds die Tatwaffe, einen schweren Brauereihammer. Da die Zweitschlüssel zu den Spinden jedoch jedem zugänglich waren, ist diese Spur wenig brauchbar. Philipp, der in der jüngeren Vergangenheit einige Projekte in den Sand gesetzt hatte und dadurch in großen Geldschwierigkeiten steckt, rückt zusehends in den Fokus der Ermittlungen, doch letztlich hat auch er für den Tatzeitpunkt ein überzeugendes Alibi.
Georg und Ekki haben mittlerweile Haber im Verdacht, da diesem durch den Nichtverkauf eine große Provision entging. Auf den vielen Fotos, die Julia in der Tatnacht in der Brauerei gemacht hat, entdecken sie Haber mit dem Hammer. Sie fahren zur Brauerei, in der Haber Julia gerade erneut auf den Verkauf einstimmt. Als diese wider aller augenscheinlicher Vernunft ablehnt, gerät er in Wut und erzählt ihr verärgert, wie er sich über viele Jahre für den Betrieb „den Arsch aufgerissen habe“ und dass sie und ihre Brüder es nicht verdient hätten, über die Brauerei zu entscheiden. Haber versucht, Julia zu töten und es wie einen Suizid zu inszenieren. Dadurch würde Philipp Alleinerbe und könne umgehend den Verkauf durchziehen. Georg und Ekki können Julia mit ihrem Eintreffen noch vor Haber retten, die Polizei nimmt ihn fest. Julia sagt der potentiellen Käuferin, dass sie nicht verkaufe. Stattdessen soll Jasna Babic neue Geschäftsführerin werden, da sie von allen am meisten von Bier verstehe.
Georg und Ekki erfahren, dass der als Finderlohn erhaltene Bierkrug mindestens 40.000 Euro wert sei, doch dieser zerbrach, als Georg mit dem Krug in seiner Tasche auf Haber einschlug.
Produktion Die Dreharbeiten fanden in der Zeit vom 10. Oktober 2024 bis zum 12. November 2024 in Köln, Münster und Umgebung in Nordrhein-Westfalen statt.
Der Running Gag Bielefeld findet sich in der 3. Minute. Wilsberg zeigt Ekki eine Hörspiel-Kassette, die er gefunden hat. Der Titel lautet Die zwei Doppelpunkte und das verschwundene Bielefeld.
Soundtrack Für den Soundtrack wurden folgende Songs verwendet: Stretch (Why Did You Do It?, Vorspannlied) Calvin Harris (Feels) Traveling Wilburys (Handle with Care)
Rezeption Kritiken Die Redaktion der TV Spielfilm richtet ihren Daumen nach oben und schreibt über diese Folge: „Mit diesem urigen Krimi tippen Sie auf jeden Fall richtig.“
Tilmann P. Gangloff vergibt bei seiner Besprechung auf tittelbach.tv vier von sechs möglichen Sternen. In diesem Wilsberg-Krimi müsse man ungewohnt lange auf die Leiche warten. Wilsberg werde mit einer Brauereifamilie konfrontiert, von der ausnahmslos jeder für den Mord in Frage käme. Dass die Folge weitgehend aus Gesprächen besteht, vielleicht sogar als Hörspiel funktionieren könnte, werde durch wechselnde Kameraperspektiven und kluge Schnitte geschickt kaschiert, es wirke dadurch nicht statisch. Die Bildgestaltung sei sorgfältig, das Szenenbild ungewohnt in beigebraun gehalten, die Dialoge seien ein Vergnügen. Diverse Kleinigkeiten im Drehbuch von René Förder und Stephan Pächer ließen erahnen, wie viel Freude die beiden bei der Arbeit hatten.
Oliver Armknecht bewertete die Folge auf film-rezensionen.de mit fünf von zehn Punkten. Diese sei ein ganz klassischer Rätselkrimi, von dem zwar nicht viel hängenbleibe und der nicht viel mit dem Glücksspielthema anzufangen wisse, den man sich aber durchaus anschauen könne. Die Geschichte sei einigermaßen glaubwürdig (was in der Reihe nicht immer der Fall ist), es gelinge auch besser, die diversen Figuren unterzubringen, ebenso halte sich der Klamauk „in erträglichen Grenzen“.
Einschaltquote Die Erstausstrahlung des Films am 1. August 2026 sahen insgesamt 4,54 Millionen Zuschauer, was einen Marktanteil von 27,2 % für den Sender bedeutete. Dies war der beste Werte des Tages, wobei man „womöglich auch wärme-bedingt“ nicht die Hürde von 5 Millionen überwand.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (ZDF) Todsicherer Tipp Kategorie:Kriminalfilm