Christiane Voss (* 1964 in Wuppertal) ist eine deutsche Medienphilosophin und seit 2010 Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.
Leben Voss studierte Philosophie und Linguistik in Wuppertal, Wien, der Freien Universität Berlin sowie am Trinity College in Dublin und promovierte 2003 an der Freien Universität Berlin im Fach Philosophie mit einer Arbeit zu epistemischen und ontologischen Fragen der Emotionen; die Dissertation erschien im selben Jahr bei De Gruyter unter dem Titel Narrative Emotionen. Eine Untersuchung über Möglichkeiten und Grenzen philosophischer Emotionstheorien. Von 1999 bis 2003 war sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, 2001 Gastdozentin am Trinity College, von 2002 bis 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Sonderforschungsbereich Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste an der Freien Universität Berlin. Ihre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Fach Philosophie anerkannte Habilitationsschrift Der Leihkörper. Epistemologie und Ästhetik der Illusion erschien 2013.
Seit 2010 ist Voss Professorin für Philosophie audiovisueller Medien und Medienphilosophie an der Bauhaus-Universität Weimar, wo sie von 2020 bis 2026 dem DFG-Graduiertenkolleg Medienanthropologie als Sprecherin vorstand, das sie gemeinsam mit Lorenz Engell und Bernhard Siegert u. a. initiiert hatte. Zugleich war sie wiederholt Mitglied im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik, der sie von 2015 bis 2018 als Vizepräsidentin vorstand, und Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe Medienphilosophie der Gesellschaft für Medienwissenschaft.
2012 war Voss Hauptfigur von Rosa von Praunheims Dokumentarfilm Professorin in Weimar.
Werk Zu Voss’ Forschungsschwerpunkten zählen die philosophische Ästhetik und Erkenntnistheorie, die Philosophie des Films, Theorien der Emotionen und Affekte sowie die Medienanthropologie. In ihrer Forschung verbindet sie klassische philosophische Fragestellungen – etwa zu Illusion, Fiktionalität und Verkörperung – mit dezidiert medien- und filmtheoretischen Ansätzen. Ein wiederkehrendes Thema ihrer Arbeiten ist das Verhältnis von Körper, Technik und ästhetischer Erfahrung, das sie unter anderem im Konzept des Leihkörpers entwickelt, sowie der von ihr eingeführte dreipolige Medienbegriff der Medienanthropologie.
Publikationen (Auswahl) Monographien
Die Relevanz der Irrelevanz. Aufsätze zur Medienphilosophie 2010–2021. Gemeinsam mit Lorenz Engell. Paderborn: Brill/Fink 2021. Essays zur Filmphilosophie. Gemeinsam mit Lorenz Engell, Oliver Fahle, Vinzenz Hediger. München: Fink 2015. Der Leihkörper. Erkenntnis und Ästhetik der Illusion. München: Fink 2013. Narrative Emotionen. Eine Untersuchung über Möglichkeiten und Grenzen philosophischer Emotionstheorien. Berlin/New York: de Gruyter 2004.
Herausgeberschaften
Anthropologies of Entanglement. Media and Modes of Existence. Gemeinsam mit Lorenz Engell und Tim Othold. London: Bloomsbury 2023. Medienanthropologische Szenen. Die conditio humana im Zeitalter der Medien. Gemeinsam mit Lorenz Engell, Katerina Krtilova. München: Fink 2018. Black Box Leben. Gemeinsam mit Maria Muhle. Berlin: August Verlag 2017. Mediale Anthropologie. Gemeinsam mit Lorenz Engell. München: Fink 2015. Körper des Denkens. Neue Positionen der Medienphilosophie. Gemeinsam mit Lorenz Engell, Frank Hartmann. München: Fink 2013. Jetzt und dann. Zeiterfahrung in Film, Literatur und Philosophie. Gemeinsam mit Gertrud Koch, Anke Hennig, Georg Witte. München: Fink 2010. Die Mimesis und ihre Künste. Gemeinsam mit Gertrud Koch, Martin Vöhler. München: Fink 2010. „Es ist, als ob“. Fiktionalität in Philosophie, Film- und Medienwissenschaft. Gemeinsam mit Gertrud Koch. München: Fink 2009. Immersion, montage/av (17/2/2008). Gemeinsam mit Robin Curtis. Die Bedeutung der Illusion für die Filmästhetik, Sonderheft: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 1 (2008). ... kraft der Illusion. Gemeinsam mit Gertrud Koch. München: Fink 2006. Zwischen Ding und Zeichen. Zur ästhetischen Erfahrung in der Kunst. Gemeinsam mit Gertrud Koch. München: Fink 2006.
Weblinks
Lebenslauf und Publikationen auf der Homepage der Professur für Medienphilosophie der Bauhaus-Universität Weimar Christiane Voss bei IMDb
Belege
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