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Das Treibstofflager Mandinari (engl. Mandinari Fuel Storage Depot) der Gam-Petroleum liegt im Ästuar des Gambia-Flusses bei dem Ort Mandinari in der gambischen West Coast Region und ist die wichtigste und größte Lagerstätte für Erdölprodukte und Flüssiggas (LPG) in Gambia.

Die Anlage Das Treibstofflager in Mandinari kann den Treibstoff- und Gasverbrauch Gambias für sechs Monate decken, während die vorherige Lagerkapazität weniger als einen Monat betrug. Sie wurde nach internationalen Standards errichtet und ist SGS-zertifiziert. Sie umfasst 17 Treibstofftanks mit einer Gesamtkapazität von 51.000 metrischen Tonnen. Die Anlage verfügt über eine Gesamtlagerkapazität von 51.000 Tonnen Schwer- und Leichtöl sowie Flüssiggas und umfasst 19 Verladebuchten für Tankwagen, modernste Mess- und Dosiertechnik, eine voll ausgestattete LPG-Abfüllanlage und drei jeweils 2,5 km lange Offshore-Pipelines für die Anlegestelle großer Tanker.

Gam-Petroleum betreibt nun das größte Öl- und Gaslager der Subregion, das die Versorgung nicht nur in Gambia, sondern auch in den Nachbarländern verbessern soll. Es wird erwartet, dass das Terminal als Betankungs- und Bunkerzentrum für Schiffe auf dem Weg nach Südafrika und Südamerika dient.

Offshore-Liegesystem Im Gambia-Fluss befindet sich ein Offshore-Liegesystem, dies ist mit dem Tanklager mit einer 2,5 Kilometer lange Offshore-Unterwasserpipeline verbunden ist. Die Wassertiefe beträgt hier 7,5 bis 8,5 Meter und die Fahrrinne dorthin ist rund 9 Meter tief, so das große Tankschiffe hier einen Liegeplatz bzw. ein Offshore-Liegesystem () vorfinden. Dieser „Tankhafen“, etwa 15 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Banjul, wird organisatorisch als Terminal des Hafen von Banjul betrieben.

Geschichte Vorgeschichte und Eröffnung der Anlage Das einzige zuvor bestehende Terminal des Landes wurde in den 1940er Jahren in Banjul im Stadtteil Half Die errichtet und hatte eine begrenzte Kapazität, um ganz Gambia mit Treibstoff für knapp einen Monat zu versorgen. Dies bedeutete stets, dass Erdölimporte exakt getimt werden mussten. Verzögerungen bei Öltankern in anderen Häfen oder auf hoher See führten häufig zu Engpässen und Lieferunterbrechungen. Die einzigen anderen Schweröllager des Landes befinden sich bei den Kraftwerken, was zusätzliche Transportkosten verursachte, da der Treibstoff vom Hafen zu den Kraftwerken transportiert werden musste.

Das am 24. Mai 2008 eingeweihte Lager wurde für 32 Millionen Euro errichtet. Die Finanzierung erfolgte durch die Gam-Petroleum, die Total International, der exklusive Lieferant von Erdölprodukten für das neue Terminal ist, sowie durch gambische und europäische Banken.

Der erste große Betrugsskandal 2021/2022 und Umweltkrise Präsident Adama Barrow stattete im Mai 2021 dem Depot einen unangekündigten Besuch ab und forderte eine strikte Verwaltung rein in gambischer Hand. Eine schwere, landesweite Treibstoffkrise legte im Oktober/November 2021 Gambia lahm. Eine daraufhin eingesetzte präsidiale Taskforce stellte fest, dass vier von fünf Benzintanks komplett leer waren. Der Untersuchungsbericht deckte auf, dass über 31.000 Tonnen Treibstoff im Wert von rund 31 Millionen US-Dollar ohne Autorisierung an Händler herausgegeben wurden und spurlos verschwunden waren. Das Management wurde wegen massiven Betrugs und mangelnder Transparenz suspendiert. Bei der Entladung eines Öltankers kam es im Mai/Juni 2022 es zu einem folgenschweren Defekt. Rund 70.000 Liter Schweröl liefen in den Gambia-Fluss.

Der 30-Millionen-Dollar-Skandal 2024/2025 und neue Umweltkrise Das gambische Parlament leitete im Juli 2024 eine offizielle Untersuchung („Joint Petroleum Inquiry“) ein. Anlass war der Verdacht, dass ausländische Handelsfirmen (Apogee, Creed Energy, Ultimate Beige) unter Umgehung staatlicher Kontrollen illegale Geschäfte über das Depot abgewickelt hatten. Der finale Parlamentsbericht im Oktober 2025 brandmarkte das Depot als „Zentrum des Skandals“ und beschreibt es als „private Einrichtung, die im blinden Fleck der Öffentlichkeit operiert“. Es wurde gerügt, dass staatliche Regulierer bewusst blockiert wurden. Erneuter Umweltalarm im November 2025 am Depot. Beim Löschen des Tankers m/t DORRY riss eine Offshore-Pipeline. Ein Multi-Behörden-Krisenstab musste anrücken, um eine erneute Umweltkatastrophe auf dem Fluss einzudämmen.

Verunreinigter Treibstoff Mehrere namhafte Oil Marketing Companies (OMCs) verweigerten im März 2026 die Abnahme von Treibstoff und schicken beladene Tankwagen an das Depot zurück. Es bestand Mitte 2026 der Verdacht, dass das Depot verunreinigtes Benzin mit Ölrückständen in den Umlauf gebracht hat, was zu Motorenschäden bei Verbrauchern führte. Die Regulierungsbehörde Public Utilities Regulatory Authority (PURA) hat eine formelle Untersuchung eingeleitet und unabhängige Labortests angeordnet. Das Depot meldete für Benzin zeitweise den Status „Zero PMS“ (vollständiger Lieferstopp).

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in der West Coast Region Kategorie:Erdöl- und Erdgaswirtschaft (Gambia) Kategorie:Versorgungsbauwerk in Gambia Kategorie:Erbaut 2008