mini|Die hl. Caterina de’ Ricci, die das Kruzifix umarmt, Prato, Basilika Santa Caterina de’ Ricci Girolamo Ticciati (* 20. Februar 1679 in Florenz; † 11. März 1745 in Florenz)Daten lt. Treccani, 1676 lt. Thieme-Becker war ein italienischer Bildhauer und Architekt der fiorentiner Schule.
Leben Er wurde am 20. Februar 1679 in Florenz als Sohn von Pompilio di Girolamo, einem Arzt, und Giulia d’Antonio Gonnelli geboren.
Über seine Ausbildung ist wenig bekannt. Er verfügte über eine gute literarische Bildung, denn im Alter von zwanzig Jahren hielt er an der Florentiner Akademie einen öffentlichen Vortrag „zum Lob der Architektur“ und wurde kurz darauf beauftragt, die Biografien einiger Mitglieder derselben Akademie zu verfassen.
Als Schützling des Florentiners Giovanni Battista Foggini besuchte er die Großherzogliche Toskanische Akademie in Rom. Während seines Aufenthalts in Rom befasste „er sich mit großem Eifer und Erfolg mit der Antike“. 1703 wurde er unter dem Namen Lesbio Isidio in die Accademia dell’Arcadia aufgenommen, zu deren Mitgliedern einige der florentinischen Persönlichkeiten gehörten.
Im Jahr 1708 zog er nach Wien, wo er als Bildhauer und Architekt am kaiserlichen Hof, vermutlich als Theaterarchitekt, tätig war. Nach dem Tod von Joseph I. (1711) kehrte er nach Florenz zurück, wo seine Erfahrung als Theateringenieur sofort anerkannt wurde. Zwischen 1718 und 1719 modernisierte er das Theater „La Pergola“ und entwarf neue Logen, die durch seine Zeichnungen dokumentiert sind. Gleichzeitig hatte er die Bildhauerei nicht aufgegeben. In der Folge wechselte er zwischen architektonischen und bildhauerischen Auftragen hin und her.
Am 4. März 1745 diktierte er sein Testament und vermachte seinem Sohn Pompilio den Inhalt seines Ateliers, das zuvor seinem Meister Foggini gehört hatte. Kurz darauf, am 11. März 1745, starb er in Florenz und wurde in der Kirche San Giuseppe beigesetzt-
Werke Architektur Oratorium Santissimo Crocifisso (Borgo San Lorenzo) Basilica dei Santi Vincenzo e Caterina de’ Ricci (Prato), Zusammenarbeit mit Giovanni Battista Bettini.
Skulpturen Grabdenkmal für Galileo Galilei Galileo Galilei (Florenz, Santa Croce), gemeinsam mit Vincenzo Foggini. Fra Giovanni da Salerno (Florenz, Kloster Santa Maria Novella), 1735 Erzengel Raffael und Hl. Johannes von Gott bei der Hilfe für einen Armen (Florenz, Ospedale di San Giovanni di Dio, Atrium), 1738 Die Herrlichkeit des Heiligen Johannes des Täufers (Florenz, Baptisterium San Giovanni, 1732) heute im Museo dell’Opera del Duomo (Florenz) Architektur, Apologie der Medici (Flachrelief) und Rundbilder mit den wichtigsten Vertretern des Hauses Medici (Florenz, Palazzo Rinuccini), um 1730 Hl. Petrus (San Piero a Sieve, Pfarrkirche San Pietro) Die Wahrheit als nacktes Kind (Victoria and Albert Museum in London) Flachreliefs (Prato, Basilika Santi Vincenzo e Caterina de’ Ricci) Büste von Clemens XII. (Florenz, Cappella Corsini di Santo Spirito, in der Kirche San Gaggio)
Schriften Nachrichten über die Zeichnungsakademie der Stadt Florenz von ihrer Gründung bis zum Jahr 1739, zusammengestellt von Girolamo Ticciati, dem Provveditore, und derselben gewidmet.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer des Barock Kategorie:Architekt des Barock Kategorie:Bildhauer (Florenz) Kategorie:Architekt (Italien) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1679 Kategorie:Gestorben 1745 Kategorie:Mann