miniatur|Villa Barberini al Gianicolo in Rom auf einem Bild von Hubert Robert Die Villa Barberini al Gianicolo ist ein barockes Landhaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts im Viertel Borgo der Stadt Rom in der italienischen Region Latium. Sie liegt in der Via del Penitenzieri, 20, an der Ecke zur Piazza della Rovere.
Geschichte Die Villa befindet sich ganz an der Nordgrenze des Gianicolo-Hügels und grenzt an den Vatikanstaat. An dieser Stelle wurden im alten Rom Residenzen erbaut, die zunächst Kaiser Caligula und dann Kaiser Nero gehörten.
Mitte des 16. Jahrhunderts gab es in der Gegend bereits ein Gebäude, errichtet auf den Ruinen noch älterer Gebäude, das später der Kardinal Bonifacio Ferrero kaufte. 1641 entschloss sich der Präfekt von Rom, Taddeo Barberini, der Enkel von Papst Urban VIII., die Villa zu kaufen, die damals „Casina della Palma“ hieß, ebenso wie den gesamten, angrenzenden Garten, mit der Verpflichtung, eine angemessene Entfernung zu den Mauern und der zugehörigen Bastion zu halten, die 1542 von Antonio da Sangallo dem Jüngeren errichtet worden war, ebenso wie zur benachbarten Porta Santo Spirito. Dennoch blieb der Präfekt nur vier Jahre lang – bis 1645 – in dem Landhaus. Nach einer überstürzten Flucht aus Rom nach der Wahl von Giovanni Battista Pamphilj zum Papst Innozenz X. starb der in Paris, wohin er geflüchtet war.
1653 ließ Kardinal Carlo Barberini, der Sohn von Taddeo Barberini, die Arbeiten zur Verschönerung der Villa unter der Leitung von Gian Lorenzo Bernini und Giovanni Battista Contini wiederaufnehmen. Die beiden arbeiteten sehr interessante Vorschläge für die Gestaltung des Gartens mit Alleen, Klippen und Brunnen aus, die später fast vollständig zerstört wurden. In einigen Räumen kann man noch an den Wänden Reste der alten, damaligen Verzierungen sehen.
miniatur|Die Bastione di Santo Spirito in einem Stich von Giuseppe Vasi von 1747. Links die Bastion von Sangallo, auf der sich die Villa Barberini befindet, in der Mitte die Porta Santo Spirito und auf der rechten Seite das Arcispedale di Santo Spirito in Saxia. miniatur|Dieselbe Bastion 2007 1863 wurde die Villa dem Manicomio della Lungara („Ospedale dei Pazzarelli“ oder „Ospedale psichiatrico Santa Maria della Pietà“) überantwortet, das das Gelände mit einem langen Gebäude zum Tiber hin belegte, wo sich heute die Lungotevere Gianicolense und die Piazza della Rovere befinden.
Im Zuge der Abrissarbeiten des Krankenhauses wurde das Anwesen von den Jesuiten aufgekauft, die der ursprünglichen Villa zwischen 1928 und 1930 unter der Leitung von Bauingenieur Salvatore Rebecchini verschiedene Gebäude hinzufügen ließen. Heute ist in dem Anwesen die Curia generalis (Internationaler, zentraler Sitz) der Jesuiten in Rom untergebracht, die bis kurz nach der Eroberung Roms im Zuge der Einigung Italiens ihren Sitz in der Casa Professa an der Piazza del Gesù hatte.
Beschreibung Das ursprüngliche Gebäude des Landhauses (Casino) hatte nur ein Erdgeschoss und eine Attika; heute ist der gesamte Komplex von Gebäuden aus der Mitte des 19. Jahrhunderts umgeben.
Ein Aquarell von Ettore Roesler Franz zeigt einen schönen Blick auf einen der alten Zugänge zur Villa durch einen steilen, unbefestigten Ausgang an der Stelle des jetzigen Eingangs: Ein Vergleich verrät, dass sich an dieser Stelle heute eine kleine Säule aus Travertin an der Ecke befindet, die den Autoverkehr blockiert.
Von der Gartenterrasse aus hat man einen glänzenden Blick über die Stadt. Die Fassade der Villa, die sehr einfach gehalten ist, hat einen Eingang mit einem kleinen Springbrunnen davor, sowie zwei Rampen, die zu einem kleinen, versunkenen Atrium führen, dessen Decke mit Stuckrahmen und den drei Bienen der Barberinis dekoriert sind, ihrem heraldischen Symbol.
Die Villa hatte einen L-förmigen Grundriss, dessen längerer Arm sich zum nördlichen Hang hin erstreckte. Dort gibt es einige Zimmer mit hölzernen Kassettendecken mit Familienwappen und im letzten Zimmer eine großartige Galerie, die zum glänzenden Panorama Roms hinzeigt. In dieser Galerie gibt es Fresken an den Wänden und an der Decke mit einer großen Kartusche, in deren Zentrum sich Putten und Engel befinden, die die päpstliche Schriftrolle von Urban VIII. stützen. Die Ecken nehmen weitere Bildnisse ein, versehen mit Fresken, auf denen die Wappen des Kardinals Francesco Barberini und des genannten Papstes Urban VIII. zeigen und Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden sind. Ursprünglich erstreckte sich der Garten entlang der gesamten nördlichen Grenze des Gianicolo und enthielt eine Reihe von parallelen Achsen, vermutlich mit Parterre. Im Zentrum gab es einen großen, runden Platz und zum vatikanischen Hügel hin stand ein schöner Rahmen aus Zypressen mit einem von Bernini geschaffenen Springbrunnen, der heute verschwunden ist, weil er später verkauft und an anderer Stelle aufgestellt wurde.
Einzelnachweise
Weblinks
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