mini|Palazzo Besso in Rom, hinter der archäologischen Grabungsstätte am Largo di Torre Argentina Der Palazzo Besso, auch Palazzo Strozzi alle Stimmate, ist ein Palast aus dem 15. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er liegt im Viertel Pigna am Largo di Torre Argentina, 11.
Geschichte Gegenüber den derzeitigen archäologischen Grabungen am Largo di Torre Argentina, die zeigen, dass die Gegend seit der Antike ununterbrochen bewohnt war, gibt es ältere Aufzeichnungen des heutigen Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert, als dort die Familie Rustici, eine römische Kaufmannsfamilie, ihre Häuser hatte. Als sie im 16. Jahrhundert begannen, sich zu verschulden, fiel die Verwaltung ihrer Güter Ende des 16. Jahrhunderts an den Schwager des letzten Abkömmlings Francesco Rusitici, Marcello Vestri, Sekretär für die Breven an die Fürsten und für lateinische Briefe des Heiligen Stuhls. Vestri war es auch, der den lombardischen Baumeister Battista Mola mit bedeutenden Arbeiten zur Renovierung der Räumlichkeiten beauftragte. 1606 sah sich Francesco Rustici schließlich gezwungen, den gesamten Palast zu verkaufen, der somit in den Besitz des Kardinals Ottavio Paravicini überging, der ihn ausbauen und verschönern ließ, insbesondere im Flügel zur heutigen Via dei Cestari hin. Die Dokumente über diese Arbeiten weisen die Namen des Paters Domenico Paganelli, Architekt und Dominikaner, der auch am Apostolischen Palast beschäftigt war, und vielleicht auch von Carlo Maderno an, den der Kardinal vielleicht auch mit dem Portal der benachbarten Kirche Santissime Stimmate di San Francesco beauftragte. Darüber hinaus rekrutierte er einige Maler zur Ausschmückung der Galerie in Richtung der Kirche. 1620 fiel der Palast an den Bankier Settimo Olati, dann an dessen Sohn, Giovanni Battista Olati, der ihn 1636 an die Familie Strozzi aus Florenz vermietete, die 1649 auch dessen Eigentümer wurden und es zwei Jahrhunderte lang blieben.
mini|Palazzo Besso 2018 Die wirtschaftliche Lage der Familie in Rom, unterstützt durch reiche Heiraten, entwickelte sich so, dass der Palast abschließend erweitert und verschwenderisch dekoriert werden konnte. Hier arbeitete unter anderem Sebastiano Cipriani, der die Fassade vereinheitlichte. Der Palast erreichte so seine maximale Ausdehnung mit ganzen vier Innenhöfen, bezeugt durch die damaligen Grundrisse und Bauzeichnungen, sowie einen Flügel am heutigen Largo di Torre Argentina. Anfang des 18. Jahrhunderts war dort das berühmte Raritätenmuseum von Leone Strozzi untergebracht, bereichert, ausgehend vom Kern der Sammlungen von Francesco Corvino, mit naturalistischen, ethnographischen und antiken Fundstücken und insbesondere Edelsteinen, Münzen, Marmortafeln und Muscheln neben zahlreichen Kuriositäten. Neben unzähligen Kunstwerken konnten sich die Sammlungen der Marmortafel Heiliger Laurentius auf dem Rost von Gian Lorenzo Bernini, die im 18. Jahrhundert dorthin gebracht wurde, nachdem sie sich lange Zeit in der Villa Strozzi sull’Esquilino befunden hatte.
Das 19. Jahrhundert war ein Jahrhundert der Krisen für die Adelsfamilien im Allgemeinen, was auch die Strozzis betraf, die zu ihren florentinischen Wurzeln zurückkehrten und ihren Palast in Rom aufgaben; dieser wurde geplündert, aufgeteilt und vermietet und schrumpfte außerdem 1877 in Richtung der Via dei Cestari.
Erst 1882 wurde er verkauft, erste an die Banca Tiberina, die bis 1886 bedeutende Modernisierungsmaßnahmen durchführen ließ, und dann 1905 an Marco Besso. Dieser ließ das gesamte Gebäude wieder in Ordnung bringen und nutzte es als privates Wohnhaus und für die Stiftung, die er 1918 schuf.
Weblinks und Quellen
Besso Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert