miniatur|Piazza Venezia in Rom in einem Stich von Giuseppe Vasi (1761): Links der Palazzo Bolognetti-Torlonia, gegenüber der Palazzetto Venezia, der heute am Rand des Platzes steht. Der Palazzo Bolognetti-Torlonia war ein Palast aus dem 17. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er lag im Viertel Trevi an der Piazza Venezia. Er wurde 1903 abgerissen.
Geschichte und Beschreibung Der Palast wurde im 17. Jahrhundert unter Leitung des Architekten Carlo Fontana für die Familie Bolognetti, Herzöge von Vicovaro, erbaut. Er lag am Ende der Via del Corso, gegenüber dem Palazzo Venezia auf einem Grundstück, das heute zum Platz gehört.
1775 starb die Eigentümerfamilie aus und der Palast fiel an die Familie Cenci, ab diesem Zeitpunkt Familie Cenci-Bolognetti. Diese, der auch die Paläste am Monte dei Cenci gehörten, verkauften ihn 1807 an Giovanni Raimondo Torlonia, der ihn wiederum an seinen Sohn, Alessandro, vererbte.
Die Torlonias ließen den Palast in zwei Phasen restaurieren und verschönern, einmal gleich nach dem Kauf und später ab der Mitte der 1830er-Jahre. Mit der Restaurierung wurde der Architekt Giovanni Battista Caretti betraut. Zu den Arbeiten trugen auch Künstler, wie Antonio Canova, Bertel Thorvaldsen, Pietro Tenerani, Cognetti und Francesco Diofebi, bei; die Fresken wurden von Francesco Podesti ausgeführt. Der Palast wurde zum Zentrum eines sehr aktiven, mondänen Lebens; zu seinen Gästen gehörten der König von Bayern, russische Aristokraten und Parlamentarier von Baden.
Schließlich wurde der Palast 1903 abgerissen, um dem Platz, auf dem das Denkmal für König Viktor Emanuel II. aufgestellt werden sollte, mehr Symmetrie und Weite zu verleihen. Vor dem Abriss wurden die Dekorationen und Fresken an den Wänden des Palastes fotografiert und die Möbel verkauft; die bedeutendsten Fresken wurden von den Wänden abgenommen und befinden sich heute im Museo di Roma im Palazzo Braschi.
Im ersten Obergeschoss des Palastes waren die Galleria di Teseo, die Sala di Psiche, die Sala di Diana und die Sala degli Ospiti (heute im Palazzo Braschi wiederaufgebaut) untergebracht. Ein anderer Flügel des Palastes wurde Galleria dell'Ercole von Canova genannt, benannt nach der Statuengruppe „Lica Herakles“ von Antonio Canova, heute zu sehen in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna, ebenfalls in Rom: Dieser Saal war eine Mischung aus Museum und Empfangssaal mit Gemälden und Gipsdekorationen, mit Spiegeln, Mobiliar, silbernen Elementen und Kopien von antiken Skulpturen aus altgriechischer und altrömischer Zeit.
Einzelnachweise
Quellen Anthony Majanlahti, Amadeo Osti Guerazzi: Roma divisa 1919–1925: Itinerari, storie, immagini. Il Saggiatore, Mailand 2014. Carlo Fea: Nuova descrizione di Roma antica e moderna, e de’ suoi contorni. Puccinelli, Rom 1820. Andrea Bacchi, Giovanna Capitelli (Herausgeber), Stefano Grandesso: Capitale e crocevia. Il mercato dell’arte nella Roma sabauda. SilvanaEditoriale, Cinisello Balsamo (MI) 2020. ISBN 978-88-36647-57-6. S. 257. Kapitel:
Weblinks
Kategorie:Erbaut im 17. Jahrhundert Bolognetti-Torlonia Palazzo Bolognetti-Torlonia