Suzanne Anna Feingold (geboren 1. Februar 1904 im 9. Arrondissement, Paris; gestorben 1. Mai 1977 im 16. Arrondissement, Paris) war eine französische Widerstandskämpferin und Zeitschriftenherausgeberin.

Leben Feingold war die Tochter von Sehie Ber, genannt Otto Feingold, und Louise Zimmermann.Archives nationales, Site de Fontainebleau, Base Léonore. Dossier Légion d'honneur, Signatur 19800035/1435/66160. Ihre Eltern wurden 1908 französische Staatsbürger, der 1866 in Österreich geborene Vater durch EinbürgerungDécret 4300-2549 vom 5. August 1908. und die 1865 im elsässchen Barr geborene Mutter durch Wiedereingliederung.Décret 4300-2551 vom 5. August 1908.

1922 heiratete sie Roger Lévi, mit dem sie eine Tochter hatte.

Nach ihrem Abitur war Suzanne Feingold von 1924 bis Ende 1945 als Sekretärin der Alliance Israélite Universelle (AIU) tätig. 1944 wirkte sie als Schulsekretärin am Wiederaufbau des Generalsekretariats des Vereins mit. Sie wurde damit beauftragt, den Kontakt zum Service des œuvres françaises à l’étranger (SOFE) wiederherzustellen.

Feingold war an der Gründung von La France continue beteiligt, einer Widerstandsbewegung, zu der unter anderem Henri und Annie de Montfort, Paul Petit, Émile Coornaert, Marietta Martin und Raymond Burgard gehörten.

La France continue gab eine gleichnamige Untergrundzeitung der Résistance heraus, deren geistiger Vater Petit war und von der zwischen Juni 1941 und Februar 1942 dreizehn Ausgaben erschienen. Die Alliance Israélite Universelle beteiligte sich finanziell an der Veröffentlichung von La France continue.

Das Netzwerk von La France continue wurde im Februar 1942 zerschlagen, wobei mehrere seiner Mitglieder wie Burgard, Martin und Petit verhaftet wurden. Sie starben später im Deutschen Reich. Annie de Montfort, die 1943 verhaftet wurde, starb 1944 ebenfalls in der Deportation. Feingold setzte ihre Untergrundaktivitäten unter dem Pseudonym „Perrin“ fort. Sie engagierte sich in den Forces françaises combattantes im Rahmen des Netzwerks „Kasanga“.Das Kasanga-Netzwerk ging aus dem Nachrichtendienst der Mouvements unis de la Résistance (MUR) hervor. Es stand unter dem Kommando von Jean Gemalhing (Deckname „Henriot“) und schloss sich im Juni 1944 dem Netzwerk „Gallia“ an; siehe

Nach der Befreiung Frankreichs gaben Henri de Montfort und Feingold die Wochenzeitung Ici Paris heraus, die an La France continue anknüpfte. Die erste Ausgabe erschien am 13. Juni 1945. Der Name der neuen Publikation wurde in Anlehnung an die Eröffnungsansage von Radio Londres gewählt, einem in England ansässigen Sender des Freien Frankreichs: Ici Londres, les Français parlent aux Français.

René Cassin, auch mit der Alliance Israélite Universelle verbunden, war an der Gründung beteiligt und auch Anteilseigner. Er verfasste einen Artikel für die erste Ausgabe. Feingold war Herausgeberin und dazu Generalsekretärin der Zeitung. Als Leitspruch wählte de Montfort einen Satz von Georges Clemenceau: „Im Frieden wie im Krieg haben diejenigen das letzte Wort, die sich niemals ergeben […].“

Ab 1946 entwickelte sich Ici Paris zu einer Boulevardzeitung ohne politischen Inhalt. Feingold war für diese Entwicklung verantwortlich, sie gestaltete das Konzept der Zeitung komplett um und veröffentlichte beispielsweise Horoskope. Die Illustrierte erscheint bis heute, seit Ende 2025 im Programm des Medienunternehmens Prisma Media.Ici Paris, aktuielle Ausgabe als ePaper auf der Website der United Kiosk AG.

Feingold heiratete im April 1946 Henri de Montfort, der Generalsekretär der L'Académie Internationale de Science Politique et d'Histoire Constitutionnelle an der Sorbonne wurde. Feingold war 1966 an der Gründung des Vereins Les Amis de Milosz beteiligt, der sich für die Verbreitung des Werks des aus Russland stammenden französischen Dichters Oscar Milosz einsetzte.

Feingold starb 1977 im Alter von dreiundsiebzig Jahren.

Weblinks Le journal La France continue est accessible dans Gallica, la bibliothèque numérique de la BnF.

Einzelnachweise

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