Sumiko Iwao (; * 2. Januar 1935 in Tokio; † 11. Januar 2018 ebenda) war eine japanische Psychologin und emeritierte Professorin für Sozialpsychologie an der Keiō-Universität in Tokyo.Obituary: Iwao Sumiko, 1935–2018 auf nippon.com vom 13. Januar 2018, abgerufen am 6. Juli 2026.Gender, Equality and Family Life auf DAIWA, anglo-american Foundation vom 21. Februar 2003, abgerufen am 6. Juni 2026.
Leben Iawo studierte an der Keio-Universität und ging dann in die Vereinigten Staaten, wo sie 1962 an der Yale University in Psychologie zum Ph.D. promoviertePsychology Dept. Ph.D. Graduates auf Yale University, abgerufen am 6. Juli 2026.. Anschließend lehrte sie 1962 als Gastprofessorin an der Harvard University. Zurückgekehrt nach Japan war sie von 1963 Assistenzprofessorin, ab 1967 außerordentliche und ab 1975 Professor für Psychologie an der Keio-Universität sowie am Musashi Institute of Technology, der heutigen Tokyo City University. 2005 ging sie an der Keio-Universität in den Ruhestand, arbeitete aber bis 2007 weiter als Chefredakteurin des Japan Echo.
Werk Sumiko Iawo war bekannt für ihre empirische Forschung zur Sozialpsychologie, Medienkommunikation (etwa zur interkulturellen Analyse der Fernsehberichterstattung zwischen Japan und den Vereinigten Staaten oder die Frage, wie ausländische Austauschstudierende die japanische Gesellschaft und Medienlandschaft wahrnehmen) und die sich wandelnde Rolle der Frau in der japanischen Gesellschaft. Dabei widerlegte sie das westliche Klischee der unterwürfigen japanischen Frau und zeigte deren wachsende gesellschaftliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit auf. Sie legte dar, dass japanische Frauen in der Familie traditionell eine enorme, oft unbemerkt dominante Machtposition innehaben: Sie verwalten das Familieneinkommen, lenken die Bildung der Kinder und kontrollieren weite Teile des privaten Alltags. Sie stellte aber auch den schwierigen Werdegang und die psychologischen Hürden für Wissenschaftlerinnen in Japan dar. Sie arbeite auch zum Generationenwechsel und zeigte auf, dass die erste Post-Weltkriegs-Generation von Frauen auch wirtschaftliche Unabhängigkeit anstrebe, seltener heiratet und alternative Lebensentwürfe (etwa „Teilzeit-Ehe“) wählt. In ihrer Forschung zum Geburtenrückgang analysierte sie die Ursachen für die sinkenden Geburtenraten in Japan und wie sich der gesellschaftliche Druck auf Mütter auswirkt.
Ehrungen/Positionen 2007: Trägerin des Ordens der Aufgehenden Sonne ab 2005: Vorsitzende der Group Kilimanjaro, dem Mitbetreiber der Sakura Girls Secondary School, einem Internat in Tansania, für die Bildung von Kindern in Afrika 2000: Leitung der japanischen Delegation bei einer UN-Sondersitzung zur Gleichstellung der Geschlechter 1997–2007: Redaktionsmitglied und Chefredakteurin des Magazins Japan Echo 1992–1993: Fulbright-StipendiumSumiko Iwao, abgerufen am 6. Juli 2026. Gastprofessorin am King’s College der Universität Cambridge Mitglied und Vorsitzende des Gender Equality Congress im Kabinettsbüro des Premierministers Vorsitzende der Task Force des Premierministers zur Bekämpfung der sinkenden Geburtenrate Mitglied der Nationalen Kommission für Öffentliche Sicherheit Leitung des Nationalen Rates für Geschlechtergleichstellung 1977: Gründungsmitglied und erste Vorsitzende der International Group for the Study of Women
Privates In einem Interview mit der Los Angeles Times wird ausgesagt, dass sie verheiratet ist.Sam Jameson: Family Remains Stable: In Japan, the Wives, They Are a-Changin’ In: Los Angeles Times. 31. Oktober 1986 (latimes.com) abgerufen am 6. Juli 2026.
Publikationen (Auswahl) Monografien The Japanese Woman: Traditional Image and Changing Reality. Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts 1994, ISBN 0-674-47196-2. ご夫婦しましょ!―“パートタイム夫婦”のすすめ (dt. Lasst uns ein Paar sein! – Eine Empfehlung für eine „Teilzeit-Ehe“). Tankobon Hardcover, ISBN 978-4-89376-041-8. Foreign criminal - What do they have in mind. Chuo Koron new company, Tokyo 2007, ISBN 978-4-12-101911-0. おんなの知恵―茶の間の談話室. (dt. Weisheit der Frauen – Die Wohnzimmerlounge). Sanshusha, Tokyo 1983, ISBN 4-384-03211-0. Ryūgakusei ga mita Nihon: 10-nenme no miryoku to hihan (dt. Japan aus der Sicht internationaler Studierender: Anziehungskraft und Kritik im zehnten Studienjahr). Saimaru Shuppankai, Tokyo 1987, ISBN 4-377-30730-4. Nihon de manabu ryūgakusei: Shakai shinrigakuteki bunseki (dt. Sozialpsychologische Analyse ausländischer Studierender in Japan). Keisō Shobō, Tokyo 1988, ISBN 4-326-60058-6.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge Consistency Orientation and Models of Social Behavior: Is It Not Time for West to Meet East. In: Japanese Psychological Research. doi:10.1111/1468-5884.00064, 2002. Work and Family in Japan (PDF) auf Network News, abgerufen am 6. Juli 2026. The changing position of Japanese women. In: Asia-Pacific Review, 1999, 6 (2), doi:10.1080/13439009908720013, 1–11. Mit Harry C. Triandis: Validity of Auto- and Heterostereotypes among Japanese and American Students. In: Journal of cross-cultural psychology. 1993, 24 (4), doi:10.1177/0022022193244, S. 428–444. Mit I. de Sola Pool, S. Hagiwara: Japanese and US. Media: Some Cross-Cultural Insights into TV Violence. In: Journal of Communication. 31, 1981, doi:10.1111/j.1460-2466.1981.tb01225.x, S. 28–36.
Weblinks
In Memoriam – Sumiko Iwao, 1935–2018 auf Temple University vom 18. Januar 2018, abgerufen am 6. Juli 2026. Iwao, Sumiko auf encyclopedia.com, abgerufen am 6. Juli 2026. Sumiko Iwao: The Fuji Declaration auf YouTube, abgerufen am 6. Juli 2026.
Einzelnachweise
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