mini|hochkant|Dionisio Bardají y Azara (Gemälde von Carlos Espinosa Moya, ca. 1816–1818) Dionisio Bardají y Azara (auch Bardaxí; * 7. Oktober 1760 in Puyarruego (heute zu Puértolas), Provinz Huesca; † 3. Dezember 1826 in Rom) war ein spanischer Kardinal der Römisch-katholischen Kirche.

Leben Familie und Ausbildung Dionisio Bardají entstammte einer adligen Familie. Sein Vater José de Bardají war Justiziar der Grafschaft Benabarre und Herr von Lasaosa; seine Mutter María Ana de Azara Perera war eine Schwester des Naturforschers Félix de Azara, des Diplomaten José Nicolás de Azara sowie des Bischofs Eustaquio de Azara. Sein Bruder Eusebio Bardají Azara war Diplomat und wurde Ministerpräsident Spaniens.Philippe Boutry: Dionisio Bardaxí y Azara. In: Souverain et Pontife: recherches prosopographiques sur la curie romaine à l'âge de la restauration, 1814–1846. École française de Rome, Rom 2002, S. 310–311.

Die Familie übersiedelte nach Graus in der Provinz Huesca, wo Dionisio die Schule besuchte. An der Universität Sertoriana in Huesca studierte er Kirchenrecht und wurde im Alter von 17 Jahren im Jahr 1777 zum Doktor promoviert.Santiago Broto Aparicio: Puyarruego: el cardenal Dionisio Bardají y Azara. In: Diario de Aragón, 3. Januar 2010, S. 71.

Karriere in der Römischen Kurie Im Alter von 25 Jahren, im Jahr 1785, empfing er die Priesterweihe. Am 8. März 1791 ernannte ihn König Karl IV. zum Auditor der Rota Romana für Spanien. Dieses Amt bekleidete er bis zu seiner Erhebung in den Kardinalsstand 1816. Er erwarb sich das Ansehen von Papst Pius VI.

Als französische Truppen 1798 Rom besetzten, wurde Pius VI. als weltlicher Fürst abgesetzt und verbannt und später nach Frankreich verschleppt. Auch Bardají wurde verbannt und begleitete den Papst bis nach Bologna, von wo er nach Spanien abreiste. Nach seiner Rückkehr nach Rom wählte ihn Papst Pius VII. als einen seiner Begleiter für die Reise nach Paris, wo er 1804 der Krönung Napoleons beiwohnte. Anschließend blieb er beim Papst während des von Napoleon aufgezwungenen Exils, bis zum 4. April 1805.

1807 verlieh ihm Karl IV. das Großkreuz des Ordens Karls III. Im Jahr 1808 bestätigte er ihm das Privileg, Bürgermeister für die Orte Abenozas (heute zu Graus), Villanova und Las Vilas del Turbón (heute zu Torre la Ribera) zu ernennen.F. Jimeno Solé: La estancia en Italia de Carlos Espinosa Moya (1759–h. 1818) y el mecenazgo de la familia Azara, a propósito del retrato del cardenal Dionisio Bardaxí y Azara. In: Actas de las XV Jornadas internacionales de Historia del arte, El arte y el viaje. C.S.I.C., Madrid 2011, S. 581–593.

Verhaftung und Exil Am 19. Januar 1809 stürmten französische Soldaten auf Befehl von General Miollis die Räumlichkeiten der spanischen Botschaft beim Heiligen Stuhl und verhafteten den Botschafter. Bardají wurde zusammen mit ihm zunächst in der Engelsburg inhaftiert und später nach Grenoble gebracht. In der Nacht vom 6. auf den 7. Juli 1809 wurde Papst Pius VII. verhaftet und nach Savona deportiert. Während seiner Gefangenschaft in Savona unterhielt der Papst eine geheime Korrespondenz mit Bardají. Deshalb wurde dieser im Mai 1812 im Fort Pierre-Châtel streng isoliert. Beide trafen sich Ende Januar 1814 in Fontainebleau wieder – den Papst transportierte man nach Pons, Bardají nach Saumur. Unterwegs erkrankte er und wurde auf halbem Weg in der Stadt Nevers freigelassen.

Kardinalat Nach einem Jahr in Spanien kehrte Bardají 1815 nach Rom zurück. Am 8. März 1816 kreierte ihn Papst Pius VII. im Konsistorium zum Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi XII Apostoli. Am 27. September 1822 optierte er für die Titelkirche Sant’Agnese fuori le mura.

Er nahm am Konklave 1823 teil, aus dem Papst Leo XII. hervorging, und gewann bald das Vertrauen und die Gunst des neuen Papstes.

In seinen letzten Lebensjahren erblindete er. Er starb am 3. Dezember 1826 in Rom im Alter von 66 Jahren und wurde in seiner Titelkirche beigesetzt.

Literatur Philippe Boutry: Dionisio Bardaxí y Azara. In: Souverain et Pontife: recherches prosopographiques sur la curie romaine à l'âge de la restauration, 1814–1846. École française de Rome, Rom 2002, S. 310–311. A. Oribe: Bardaxí e Azara, Dionisio. In: Diccionario de Historia Eclesiástica de España. Madrid 1972, S. 172–173. F. Jimeno Solé: La estancia en Italia de Carlos Espinosa Moya (1759–h. 1818) y el mecenazgo de la familia Azara, a propósito del retrato del cardenal Dionisio Bardaxí y Azara. In: Actas de las XV Jornadas internacionales de Historia del arte, El arte y el viaje. C.S.I.C., Madrid 2011, S. 581–593.

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Einzelnachweise

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