Die Schlacht bei Werki fand am 21. Oktober 1658 zwischen den Truppen der Republik Polen-Litauen und dem Zarentum Russland statt. Die Moskauer Truppen unter dem Kommando von Juri Dolgorukow besiegten dabei die Einheiten von Wincenty Aleksander Gosiewski und nahmen den Feldhetman gefangen.

Vorbereitung Anfang März 1658 fand in Warschau eine Versammlung der Senatoren der Republik Polen-Litauen statt, auf der die künftige außenpolitische Ausrichtung des Staates festgelegt wurde. Auf der Versammlung beschloss man, für den 24. Juni 1658 einen Sejm einzuberufen, um die Frage der Wahl des Zaren Alexei Michailowitsch auf den polnischen Thron zu beraten. Gleichzeitig wurde am 14. März beschlossen, Verhandlungen mit Hetman Iwan Wyhowski über die Rückkehr des Saporoger Heeres in den Verband der Republik aufzunehmen. Bereits im März 1658 traf eine Gesandtschaft unter Stanisław Bieniewski mit dem Vertreter des Hetmans, Oberst Pawlo Tetera, zusammen.

Zur Unterstützung Wyhowskis sollten die Truppen des litauischen Großhetmans Paweł Sapieha an die Grenzen des Hetmanats verlegt werden. Für diese Politik sprachen sich vor allem die Kronsenatoren aus, die einen Frieden mit Schweden und die Wiederaufnahme des Krieges gegen Russland befürworteten. Die litauischen Gesandten aus Samogitien und der Woiwodschaft Troki plädierten dagegen für einen raschen Friedensschluss mit Russland, fanden jedoch kein Gehör. Auch die litauischen Hetmane Sapieha und Gosiewski äußerten ihre Ablehnung der Politik der Kronsenatoren.

Nach der Versammlung begaben sich die litauischen Senatoren nach Brest, dem Stammsitz Sapiehas, wo sie beschlossen, eigenständige Verhandlungen mit Russland aufzunehmen. Sapieha teilte Zar Alexei Michailowitsch mit, die Kronhetmane und die Polen würden den Zaren täuschen und die Verhandlungen absichtlich verzögern; deshalb seien die Litauer bereit zu erklären, dass sie sich von den Polen trennen wollten. Sapieha bat den Zaren sogar, Truppen zu seiner Unterstützung zu entsenden und persönlich aus Moskau auszurücken. Die daraufhin aufgenommenen Verhandlungen blieben jedoch erfolglos, nicht zuletzt wegen der Rivalität zwischen den Hetmanen Sapieha und Gosiewski.

Anfang September 1658 nahm die neue außenpolitische Linie der Republik konkrete Gestalt an. Es wurde ein tatsächlicher Plan für die Aufnahme militärischer Operationen gegen Russland ausgearbeitet. Diese Entscheidung hing mit den damaligen außenpolitischen Umständen zusammen: Im August 1658 hatte der schwedische König Karl X. Gustav Dänemark angegriffen, sodass man nicht befürchten musste, dass schwedische Truppen aktive Operationen gegen die Republik beginnen würden. Ausschlaggebend war jedoch vor allem die für die polnische Seite günstige Lage in der Saporoger Kosakenstaat.

Im Ergebnis der Verhandlungen mit Hetman Wyhowski lag Anfang Juli 1658 bereits ein Vertragsentwurf vor. Am 4. August 1658 schrieb Wyhowski erneut an König Johann II. Kasimir und versicherte ihm seinen Wunsch, das Saporoger Heer wieder unter die Herrschaft des Königs zu führen. Der Hetman erklärte seine Bereitschaft, gegen die Feinde der Republik, „insbesondere gegen Moskau“, Krieg zu führen.

Am 10. September 1658 legte der Kanzler des Großfürstentums Litauen, Krzysztof Zygmunt Pac, einen detaillierten Plan für den bevorstehenden Feldzug vor. Demnach sollten die Truppen des Großhetmans Sapieha dem Hetman Gosiewski zu Hilfe kommen - zugleich wurden Aufgebote zur Einberufung des allgemeinen Adelsaufgebots versandt. Sapiehas Truppen sollten der russischen Armee des Fürsten Juri Dolgorukow, die sich bei Kaunas befand, in den Rücken fallen und so deren Einkreisung ermöglichen. Eine wichtige Rolle war auch den Kräften Wyhowskis zugedacht. In Warschau ging man davon aus, dass dieser bereits militärische Operationen gegen die russischen Truppen begonnen habe. In Litauen sollte zudem das Regiment des Tschausyer Obersten des Saporoger Heeres, des beauftragten Hetmans Iwan Netschai, die Hetmane unterstützen, indem es die Übergänge besetzte und russische Verstärkungen am Anschluss an Dolgorukows Armee hinderte.Флоря Б. Н. Русское государство и его западные соседи (1655-1661 гг.). — М.: Индрик, 2010. S. 358–395

Im September 1658 berichtete der Wilnaer Woiwode Fürst Michail Schachowskoi nach Moskau über Angriffe auf russische Soldaten in den Kreisen Wolkowysk, Slonim, Wilna und Troki. Die Städte Grodno und Nawahrudak wurden von den Truppen Sapiehas blockiert. Drei Regimenter seiner Armee erschienen im Kreis Kaunas, während Hetman Gosiewski den Memel überschritt. Zur selben Zeit befanden sich in Wilna die russische Große Gesandtschaft und die Bevollmächtigten der Republik, die über einen Friedensvertrag verhandelten. Nachdem Schachowskoi über die Ereignisse berichtet hatte, wandten sich die russischen Gesandten an Sapieha. Dieser versprach zwar, seine Truppen von Kampfhandlungen abzuhalten, verlangte jedoch den Abzug der russischen Garnison aus Nawahrudak. Trotz dieser Zusicherung rückten seine Truppen weiter auf Wilna vor.

Angesichts des Vormarsches der gegnerischen Kräfte entsandte Fürst Juri Dolgorukow das Dragonerregiment des Obersten Semjon Brynka mit 1200 Mann nach Wilna. Am 29. September wurde das Regiment 25 Werst vor der Stadt von Sapiehas Truppen eingeschlossen. Brynkas Dragoner verschanzten sich mit ihrem Wagenlager und organisierten die Verteidigung. Die Angriffe der Truppen Sapiehas wurden abgewehrt; die Dragoner schlugen die Angreifer zurück und erbeuteten sogar deren Fahne.

Daraufhin protestierten die russischen Großgesandten unter Fürst Nikita Odojewski bei den Bevollmächtigten der Republik und forderten Sapieha auf, Brynkas Regiment den Durchzug nach Wilna zu gestatten und die „Ungerechtigkeiten“ zu beenden. Der Hetman verweigerte dies und lagerte stattdessen zehn Werst vor Wilna. Am 9. Oktober 1658 teilten die Bevollmächtigten der Republik den russischen Gesandten schließlich mit, dass sie die Verhandlungen abbrächen und die Hetmane beabsichtigten, sich mit Fürst Juri Alexejewitsch Dolgorukow und dessen Truppen militärisch auseinanderzusetzen.Флоря Б. Н. Русское государство и его западные соседи (1655-1661 гг.). — М.: Индрик, 2010. S. 414–421

Die Schlacht Am 9. Oktober 1658 befahl Fürst Juri Dolgorukow, nachdem er von Fürst Odojewski über das Scheitern der Friedensverhandlungen informiert worden war, seinen Truppen, sich auf die Schlacht vorzubereiten. Hetman Sapieha entsandte daraufhin seinen Gesandten, den Wendener Unterkämmerer Walerian Kurczewski, zu Dolgorukow. Dieser bat darum, die Kampfhandlungen auf den folgenden Tag zu verschieben, und versprach, dass der Hetman und die königlichen Kommissare mit der Großen Gesandtschaft „über eine gute Sache“ verhandeln würden.

Am nächsten Tag kam es jedoch weder zu einer Schlacht noch zu den angekündigten Verhandlungen. Wie Fürst Dolgorukow später berichtete: „Hetman Pawel Sapieha und die königlichen Kommissare haben in all dem gelogen und niemanden geschickt, um über die gute Sache zu verhandeln.“ Noch am selben Tag nahmen seine Soldaten einen Gefangenen fest, der im Verhör aussagte, die Hetmane beabsichtigten, ihre Streitkräfte zu vereinigen und gemeinsam die Truppen des Fürsten anzugreifen.

Am 11. Oktober griff Fürst Dolgorukow bei dem Dorf Werki (heute Verkiai, ein Stadtteil von Vilnius) die Truppen des Hetmans Gosiewski an, um die Vereinigung der Heere der beiden Hetmane zu verhindern. Zu Beginn der Schlacht entwickelte sich die Lage dank des erfolgreichen Einsatzes der litauischen Reiterei zugunsten der Litauer. Die Entscheidung fiel jedoch, als zwei russische Infanterieregimenter, die Dolgorukow als Reserve zurückgehalten hatte, in einem kritischen Moment in die Kämpfe eingriffen. Die litauischen Truppen gerieten in die Flucht und ließen ihren Hetman sowie den gesamten Tross in den Händen der Russen zurück.Флоря Б. Н. S. 421.

Folgen Nach Ansicht von Tadeusz Wasilewski war die Niederlage bei Werki „eine der für Litauen folgenreichsten und tragischsten“. Von der 1200 bis 1500 Mann starken Division Gosiewskis fielen zwar nur etwa 100 Soldaten, weitere 100 gerieten in Gefangenschaft. Die Gefangennahme des Hetmans und zahlreicher höherer Offiziere – darunter Oberst Stefan Niewiarowski, Obrist Mikołaj Szkultyn, Jan Aleksander Ihnatowicz-Łubiański, Aleksander Mierzeński sowie vieler weiterer Offiziere – schwächte die Streitkräfte jedoch erheblich.

Die schweren Verluste, insbesondere die Gefangennahme des Feldhetmans Gosiewski, lösten Niedergeschlagenheit aus und führten dazu, dass die Schuld dem litauischen Großhetman Paweł Sapieha zugeschrieben wurde, da er Gosiewski nicht unterstützt hatte. Der bereits bestehende Konflikt zwischen der Division des rechten Flügels unter Großhetman Sapieha und der Division des linken Flügels – die nach Gosiewskis Gefangennahme zunächst von Samuel Komorowski und später von Michał Pac geführt wurde – verschärfte sich weiter. Dies hatte negative Auswirkungen auf die weiteren militärischen Operationen.

Literatur Gawęda, Marcin "Połonka-Basia 1660. Historyczne Bitwy". Warszawa: Dom Wydawniczy Bellona, 2024 Бабулин И. Б. Важнейшие победы России в русско-польской войне 1654–1667 гг.: ответ рецензенту (Папакін А. Реванш російської історіографії: Канів, 1662 р.) // История военного дела: исследования и источники. — 2017. — Т. IX. Флоря Б. Н. Русское государство и его западные соседи (1655–1661 гг.). — М.: Индрик, 2010.

Einzelnachweise

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