Joziléia Daniza Jagso Inácio Jacodsen Schild als Joziléia Kaingang bekannt (* 4. Juli 1980) ist eine brasilianische Sozialanthropologin und Menschenrechtlerin aus der indigenen Ethnie der Kaingang.

Leben Kaingang wurde in der Terra Indígena Guarita bei Tenente Portela im Bundesstaat Rio Grande do Sul geboren. Kaingang schloss 2010 ein Geografiestudium an der Universidade Comunitária da Região de Chapecó ab, erwarb 2012 an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul eine Spezialisierung in beruflicher Erwachsenenbildung und 2016 an der Universidade Federal de Santa Catarina (UFSC) einen Master in Sozialanthropologie. Im Jahr 2014 setzte sie für ihren Eintritt in das Masterprogramm einen Studienplatz für Indigene durch und wirkte später an der Anerkennung indigener Sprachen für den Zugang zur postgradualen Ausbildung mit. Von 2016 bis 2020 koordinierte sie pädagogisch den interkulturellen indigenen Lehramtsstudiengang der UFSC. 2023 promovierte sie an der UFSC mit der Dissertation Articulação das mulheres indígenas no Brasil: em movimento e movimentando redes.

Wirken Kaingang ist Mitbegründerin der Articulação Nacional das Mulheres Indígenas Guerreiras da Ancestralidade (ANMIGA). Bei den Kommunalwahlen 2020 kandidierte sie für den Partido Socialismo e Liberdade in der Frauenkandidatur Coletiva Bem Viver für den Stadtrat von Florianópolis und wurde Teil des gewählten kollektiven Mandats. Nach einer Rede bei der UN-Klimakonferenz 2022 in Ägypten wurde sie in sozialen Netzwerken mit rassistischen und misogynen Angriffen konfrontiert, gegen die indigene und zivilgesellschaftliche Organisationen öffentlich protestierten. Im Januar 2023 übernahm sie die Leitung des Ministerbüros von Sônia Guajajara im neu geschaffenen brasilianischen Ministerium für indigene Völker und trat später als kommissarische Staatssekretärin für die Koordination und Förderung indigener Rechte auf. Auf der fünften Vertragsstaatenkonferenz der Minamata-Konvention in Genf wirkte sie an einer Initiative für eine stärkere Beteiligung indigener Völker am Umgang mit Quecksilber-Belastungen mit. Bei der UN-Klimakonferenz 2023 in Dubai forderte sie Forschung mit indigenen Beteiligten als Forschenden sowie die Beachtung ihrer Sprachen und ihrer freien, vorherigen und informierten Zustimmung. Als geschäftsführende Leiterin der ANMIGA beteiligte sie sich 2025 an der Vorbereitung der ersten Nationalen Konferenz indigener Frauen und der vierten Marcha das Mulheres Indígenas, wobei sie Gewalt gegen indigene Frauen und den Schutz ihrer Territorien als Kernthemen hervorhob.

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Einzelnachweise

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