mini|Findling in Rottstock Rottstock war ein Ortsteil der Stadt Brück im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 371)

Geografische Lage Das Straßendorf lag südwestlich der Kernstadt und ist in der Neuzeit vollständig mit Brück verschmolzen. Die Wohnbebauung erstreckt sich entlang der Bundesstraße 246, die in südwestlicher Richtung aus dem Ort führt. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund .Rottstock, Brandenburgviewer, abgerufen am 8. Juni 2026.

Geschichte Besitzgeschichte Rottstock wurde erstmals 1251 als molendium Rodestock urkundlich erwähnt. Weitere Schreibweisen waren Rotstock im Jahr 1349, Czu Rostock im Jahr 1383 und Alt-Rottstock im Jahr 1873. Die Besitzgeschichte von Rottstock setzt im Jahr 1251 mit Graf Bederich von Belzig ein. Vor 1426 bis nach 1496 unterstand der Ort der Vogtei beziehungsweise Pflege Brück. Spätestens vor 1506 gehörte Rottstock zum Amt Belzug und wurde etwa ab 1550/1552 bis 1872 vom Amt Belzig-Rabenstein verwaltet. Der Besitz erstrecke sich nachweislich im Jahr 1506 über die Ober- und Untergerichtsbarkeit. Daneben bestand das Rittergut Sandberg, das über 1/4 Anteil an Hebungen von einem Hof verfügte; für das Jahr 1465 sind zudem Fleischzehnten und Herrenrecht belegt, die jedoch im Erbbuch von 1506 nicht mehr genannt wurden. Ein weiterer Anteil lag vor 1481 bis nach 1591 bei der Familie von Brandt von Lindau, die über Hebungen von zwei Höfen verfügte, wie sie für die Jahre 1506 und 1591 belegt sind; bereits 1487 umfasste ihr Besitz auf einem Erbe Fleischzehnten und Herrenrecht.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 372)

14. und 15. Jahrhundert Rottstock ist seit 1251 als Dorf (villa) belegt und wurde 1349 als Kirchdorf genannt. Im Jahr 1419/1420 besaß der Richter das Gericht mit drei Hufen und der Fleischzehnt von drei Kossätenhöfen. Weitere Besitzverhältnisse sind für Bergholz zu Rottstock mit einem Erbe von zwei Hufen sowie einen Smed mit einer Hufe belegt. 1496 wurden 24 türkensteuerpflichtige Personen (darunter der Dorfschulze, Glöckner und Hirte) sowie 12 Personen Gesinde verzeichnet.

16. Jahrhundert Im Jahr 1506 lebten 21 Einwohner im Dorf. Der Richter besaß das Gericht mit 3 Hufen und 15 Morgen Wiese zu Erbe; daneben bestanden mehrere Lebens- und Lehnbesitze sowie Wiesenanteile. Ein Krüger besaß Wiesen, zudem wurden vier Kossäten genannt, von denen zwei ebenfalls Wiesen hatten. 1530 wurden 15 Hufner und vier Gärtner gezählt. Die Pfarrstelle verfügte über drei Pfarrhufen (nachgewiesen 1530, 1575, 1591 und 1822) und bezog Einkünfte aus Zehnt und Naturalabgaben. 1530 erhielt der Pfarrer 60 Scheffel Roggen, 37 Scheffel Gerste und zwölf Scheffel Weizen sowie drei Fuder Heu, einen Hopfengarten und jährlich etwa eine Wispel Ertrag. Der Küster erhielt 44 Scheffel Roggen und 68 Brote.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 373) 1542 bestand eine stark differenzierte Besitzstruktur mit einem Lehnschulzen sowie zahlreichen Lehngütern unterschiedlicher Größe, darunter auch wüst gefallene Hufen. Es gab vier Kossätenhöfe, ein Kossätengut mit einem Häuslein, einen Hausgenossen sowie Gesinde (elf Knechte, sechs Mägde). Der Hirte hielt drei Kühe und 46 Schafe; insgesamt wurden 59 Morgen Wiese erfasst. Im Jahr 1550 zählte das Dorf 24 besessene Männer, darunter sechs Gärtner. Der Schulze verfügte über drei freie Lehnhufen; daneben bestanden verschiedene Erb- und Lehnhufen, insgesamt 37 Hufen, darunter drei Pfarrhufen. Zudem gab es sechs Häusler. 1555 wurden erneut 15 Hufner und vier Gärtner genannt. 1565 bestand das Dorf aus einem Lehnschulzen, zwei Lehnmännern, fünf Gütern, zwölf Häusern und Höfen, einem Krug, einem Gütlein und einem Häuslein. Der Hirte hielt kein Vieh. Es wurden 19 Dorfhufen, eine Lehnshufe und sieben weitere Hufen sowie 105 Morgen Wiese gezählt. Im Jahr 1575 wurden 17 Hufner und sieben Kossäten verzeichnet. 1591 bestand Rottstock aus 25 besessenen Männern (darunter vier Gärtner und vier Häusler), differenziert in Zweilehn-, Zweierb- und Einhufner. Es bestanden 37 Hufen (einschließlich drei Pfarrhufen) sowie 180 Morgen Wiese, davon Anteile vor Rottstock, Baitz und Trebitz. Der Pfarrer bezog die 30. Garbe als üblichen Zehnten und bewirtschaftete selbst drei Hufen sowie Baum- und Krautgärten. 1591 verfügte er weiterhin über drei Hufen, zwei Morgen Wiese sowie Obst- und Krautgarten, deren Nutzung jedoch durch Überalterung der Bäume eingeschränkt war. Die Kirche selbst besaß Wiesen (1506: 15 Morgen; 1575: 14 Morgen nach Umlagen) sowie Ackerflächen und Gärten.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 374)

17. Jahrhundert Im Dreißigjährigen Krieg erlitt das Dorf erhebliche Verluste. 1640 waren von 16 Hufnern 10 wüst, ebenso zahlreiche Kossäten- und Häuslerstellen. 1661 besserte sich die Lage, doch blieben weiterhin mehrere Stellen unbesetzt. 1676 wurden 15 Anspänner (Hufner), vier Halbspänner und Kossäten sowie vier Gärtner beziehungsweise Häusler gezählt; insgesamt bestanden 32 Erbhufen. 1682 gab es einen Schulzen mit drei Lehnhufen, mehrere Zwei- und Einhufner, drei Kossäten (darunter der Krüger, einer mit Burgstall) sowie fünf Häusler; insgesamt wurden 106 Morgen Wiese erfasst, darunter auch Anteile eines Müllers aus Gömnigk.

18. Jahrhundert 1701 bestand das Dorf aus 16 Hufnern, einem Halbspänner, drei Kossäten und fünf Häuslern; die Wiesenfläche betrug 94 Morgen. 1718 wurden 15 Hufner, drei Kossäten und ein Häusler gezählt. Es bestanden 34 Hufen mit einer Aussaat von 238 Dresdner Scheffel, durchschnittlich 7 Scheffel je Hufe. 1743 setzte sich das Dorf aus einem Dreihufner (Schulze), 15 Zweihufnern und einem Einhufner zusammen. 1764 blieb diese Struktur erhalten; zusätzlich gab es drei Gärtner und sechs Häusler. Von 34 Hufen waren jedoch nur 17 urbar, während 17 versandet waren. 1777 wurden 27 angesessene Einwohner (17 Hufner, drei Kossäten und sieben Häusler) sowie eine Pfarrwohnung, ein Schulhaus und ein Hirtenhaus genannt.

19. Jahrhundert 1806 bestand das Dorf aus einem Dreihufner (Schulze), 15 Zweihufnern, einem Einhufner, drei Kossäten und 11 Häuslern bei insgesamt 34 Hufen. 1822 wurden 15 Vollhufner (darunter ein Lehnschulze), zwei Halbhufner, drei Kossäten (Krüger) sowie weitere berechtigte und neue Stelleninhaber (darunter Leineweber und Schmied) erfasst; insgesamt bestanden 37 Hufen, darunter drei Pfarrhufen. 1837 wurde Rottstock als Dorf mit 29 Wohnhäusern beschrieben. 1858 umfasste die Gemeindefläche 3441 Morgen, davon 29 Morgen Gehöfte, 71 Morgen Gartenland, 1130 Morgen Acker, 581 Morgen Wiese, 110 Morgen Weide und 1520 Morgen Wald. Die Siedlungsform ist als Straßendorf belegt (Urmesstischblatt 1841).

20. Jahrhundert 1900 wurden 99 Häuser aus 935 ha Fläche gezählt. 1931 bestand Rottstock als Landgemeinde mit den Wohnplätzen Bahnhof Brück und Neu Rottstock und umfasste 154 Wohnhäuser mit 211 Haushaltungen bei einer Fläche von 1112 ha. 1939 bestanden land- und forstwirtschaftliche Betriebe in verschiedenen Größenklassen (17 mit 20–100 ha, 18 mit 10–20 ha, 32 mit 5–10 ha und 26 mit 0,5–5 ha).

Im Jahr 1946 wurden im Zuge der Bodenreform 236,4 ha Waldzulage aus Freienthal auf 71 Altbauern verteilt. 1950 wurde Rottstock nach Brück eingemeindet und bestand seitdem als Ortsteil. 1958 wurde eine LPG Typ I mit drei Mitgliedern und 27 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche gegründet, die 1960 auf 30 Mitglieder und 143 ha anwuchs und 1967 an die LPG Typ III Brück angeschlossen wurde.

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Rottstock von 1817 bis 1946 Jahr 1817 1837 1858 1871 1885 1895 1905 1925 1939 1946 Einwohner 214 289 190 189 232 und 26 (Bahnhof) 288 und 31 341 und 50 810 953 1541 Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 371ff)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Potsdam-Mittelmark) Kategorie:Ersterwähnung 1251 Kategorie:Gemeindeauflösung 1950 Kategorie:Brück