Eberhard von Seeburg († 12. Oktober 1201 vermutlich in Merseburg) war von 1171 bis 1201 Bischof von Merseburg.
Leben
Eberhard entstammt einer Reichsministerialienfamilie oder einem in Haldensleben ansässigen edelfreien Geschlecht. Als Bischof ist er erstmals am 27. November 1171 belegt.
1174 berief er eine Synode in seiner Diözese ein. Der Magdeburger Erzbischof befreite 1177 den Merseburger Bischof und das Domkapitel vom Salzzoll in Halle. Friedrich I. Barbarossa genehmigte 1188 den Ausbau des Marktes in Merseburg und die Errichtung eines neuen Marktes und die Erweiterung der Stadt östlich der Saale. 1191 ließ Eberhard in Horburg bei Schkeuditz eine Burg erbauen. In Brandis und Lindenau wurden Befestigungen errichtet.1195 gewährte Kaiser Heinrich VI. einen Markt in Zwenkau. Im Waldgebiet zwischen Saale und Mulde förderte Eberhard den Landesausbau.
Von Papst Clemens III. wurden Eberhard und weitere Prälaten mit der Untersuchung der Wunder des Bischofs Otto von Bamberg beauftragt.
Eberhard nahm 1171 am Hoftag auf der Neuenburg und 1172 am Hoftag in Altenburg teil. Im Jahr 1177 hielt er sich im Gefolge von Kaiser Friedrich Barbarossa in Italien auf. Im Folgejahr nahm er an der Seite des Magdeburger Erzbischofs Wichmann von Seeburg an den Kämpfen gegen Heinrich den Löwen teil. Eberhard weilte 1179 in Erfurt, 1181 auf dem Hoftag in Altenburg und 1183 in Pegau. 1184 hielt sich Eberhard erneut in Italien auf, wo er an den Verhandlungen zwischen Papst Lucius III. und Kaiser Friedrich I. in Verona teilnahm. Danach ist Eberhard erst wieder im Jahr 1188 am Hof belegt.
Bei der Fürstenverschwörung gegen Heinrich VI. findet sich Eberhard gemeinsam mit dem Naumburger Bischof Berthold auf der Seite Heinrichs. 1194 war Eberhard am Königshof in Würzburg, Saalfeld, Münnerstadt und Nürnberg, 1195 nahm er an den Reichstagen in Gelnhausen und Worms teil. Nach dem Tod Heinrichs VI., 1197, unterstützte Eberhard die staufische Partei. Er gehörte im Thronstreit zu den Wählern Philipps von Schwaben.
Letztmals erwähnt ist Eberhard 1199 in der Speyerer Fürstenerklärung. Er starb am 12. Oktober 1201, vermutlich in Merseburg.
Literatur Monika Lücke: Eberhard von Seeburg. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1198 bis 1448. Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-10303-3, S. 427–428 Otto Rademacher. Die Merseburger Bischofschronik. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen. 2. Teil (1136 bis 1341). Merseburg 1907, S. 16–17 (Digitalisat Universitätsbibliothek Düsseldorf)
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