Karl Burckhardt (* 13. März 1889 in Reutlingen; † 30. Januar 1946 in Kiew) war ein deutscher Generalleutnant.
Leben Karl Burckhardt trat am 13. März 1909 als Fahnenjunker in die Armee ein und wurde dem 4. Telegraphen-Bataillon zugeteilt. Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs diente er zunächst in seiner Stammtruppe und wurde am 27. Januar 1910 zum Leutnant befördert. Ab März 1918 war er im Generalstab der Armee-Abteilung D eingesetzt, anschließend bei der 26. Landwehr-Division sowie nach Kriegsende beim Generalkommando des XVII. Armeekorps. Zwischen Mai und Oktober 1920 war Burckhardt als Hilfsoffizier im Stab der 2. Division tätig.
In der Reichswehr und später der Wehrmacht versah Burckhardt überwiegend Verwendungen im Nachrichtenwesen. Nach einer Verwendung als Kompaniechef in der 5. Nachrichtenabteilung war er in verschiedenen Stäben eingesetzt, darunter beim Artillerieführer V, beim 9. Reiter-Regiment sowie der 3. Kavallerie-Division. Von Januar 1933 bis Oktober 1934 führte er die 6. Nachrichtenabteilung, anschließend bis Oktober 1935 die Nachrichtenabteilung Hannover. Danach übernahm er das Kommando über die Nachrichtentruppe VI.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Burckhardt am 26. August 1939 zum Armeenachrichtenführer 5 ernannt. Bereits im Oktober 1939 wechselte er als Nachrichtenführer zum Grenzabschnittskommando Mitte und kurz darauf zum Oberkommando der Heeresgruppe Ost. Von Mai bis November 1940 war er Nachrichtenführer beim Oberkommando des Heeres. Anschließend amtierte er bis August 1942 als Nachrichtenführer der Heeresgruppe D. Danach wurde er in die Führerreserve versetzt und übernahm zeitweise die Funktion des Militärbefehlshabers IV. Von Januar bis Februar 1943 war er dem Stab des Befehlshabers des rückwärtigen Heeresgebietes 584 zugeteilt.
Am 27. Februar 1943 wurde Burckhardt zum Kommandanten des rückwärtigen Heeresgebietes 593 ernannt. Dieses Kommando führte er bis zum 11. September 1944. Zudem war er ab August 1944 kommissarisch Stadtkommandant von Kiew. Nach der sowjetischen Offensive geriet er am 11. September 1944 bei Brăila in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
Nach dem Krieg wurde Burckhardt von einem sowjetischen Militärtribunal wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen in der Ukraine am 28. Januar 1946 zum Tode verurteilt und kurz darauf hingerichtet; das genaue Hinrichtungsdatum ist nicht bekannt. Aufgrund eines Beschlusses des Landgerichts Münster wurde sein Tod später auf den 30. Januar 1946 festgesetzt.
Burckhardt wurde während seiner Laufbahn mehrfach befördert: zum Leutnant (1910), Oberleutnant (1915), Hauptmann (1917), Major (1930), Oberstleutnant (1934), Oberst (1936), Generalmajor (1940) und Generalleutnant (1942). Zu seinen Auszeichnungen gehörten beide Klassen des Eisernen Kreuzes aus dem Ersten Weltkrieg sowie die Spangen zum Eisernen Kreuz beider Klassen von 1939. Ferner erhielt er das Ritterkreuz des Königlich Bulgarischen Militär-Verdienstordens mit der Krone, das Ehrenkreuz für Frontkämpfer sowie die Wehrmacht-Dienstauszeichnung 1. Klasse.
Literatur Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947) – Eine historisch-biographische Studie, Andreas Weigelt (Hg.), Klaus-Dieter Müller (Hg.), Thomas Schaarschmidt (Hg.), Mike Schmeitzner (Hg.) 2015 Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht S. 77 f. ISBN 978-3-525-36976-0
Weblinks Generalleutnant Karl Burckhardt bei oocities.org Generalleutnant Karl Burckhardt in der Deutschen Digitalen Bibliothek
Kategorie:Generalleutnant (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Person (deutsche Besetzung der Ukraine 1941–1944) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Kriegsverbrechen) Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann Kategorie:SMT-Verurteilter Kategorie:Hingerichtete Person (Sowjetunion) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Sowjetunion Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)