mini|Katholische Kirche St. Michael in Marl St. Michael in Marl nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei Heilige Edith Stein (Marl). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Michael und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein dreischiffiger Saalbau mit Fassadenturm und hat 340 Sitzplätze.

Geschichte Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden zwischen den Ortsteilen Alt-Marl, Brassert und Hüls sowie in Drewer mehr als 4000 Wohnungen für die Familien der Arbeiter der „Chemischen Werke Hüls GmbH“ und der „Buna Werke Hüls GmbH“. 1951 konstituierte sich ein Kirchenbauverein, denn eine Baracke des Bergarbeiterlagers an der Kampstraße diente bis 1952 als Notkirche.

Dieser Seelsorgebezirk wurde 1951 ein selbstständiges Pfarrrektorat und nach der Abtrennung von St. Georg (Marl) und St. Josef (Drewer) 1955 zur eigenständigen Pfarrei erhoben.

Baubeschreibung Mit umfangreichen Eigenleistungen der Gemeindemitglieder entstand das Gotteshaus St. Michael 1951–52 nach den Plänen der Architekten Manfred Ludes (Dorsten) und Alfons Krauß (Marl). Nach dem Konzept von Franz-Josef Wein (Schermbeck) wurde 1983 eine Sakristei hinzugefügt.

St. Michael in Marl ist eine dreischiffige Saalkirche mit Flachdecke unter einem Satteldach. Der eingezogene Chor mit geradem Schluss liegt im Osten. Der mächtige Fassadenturm im Westen mit einem Satteldach fasst Foyer und Kapellen. Die angebaute Sakristei im Nordosten hat ein Schleppdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk mit Dächern aus braunen Dachziegeln.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1959, das 1953 eröffnete und 1981 umgebaute Pfarrheim sowie der Kindergarten von 1978.

Strukturentwicklungen Am 30. November 2008 erfolgte die Zusammenlegung der Pfarreien St. Michael (Marl), St. Heinrich (Marl) und St. Josef (Drewer), die dabei die neue Pfarrkirche wurde.

Am 1. Dezember 2016 fusionierten die Pfarreien St. Josef (Drewer), St. Pius (Marl) und St. Georg (Marl) zur neuen Großpfarrei Heilige Edith Stein (Marl), wobei St. Michael seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde mit der Hauptkirche St. Georg ist.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Recklinghausen die Pfarreien St. Sixtus (Haltern am See), Heilige Edith Stein (Marl) und St. Franziskus (Marl) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Haltern-Marl“.

Glocken Im Fassadenturm von St. Michael in Marl hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl, die 1957 vom Bochumer Verein (Bochum) gegossen wurden.

Glocke 1: Schlagton: dis1; Ø 143 cm; Gewicht: 1080 kg; „Unser Herr Jesus Christus der König.“ Glocke 2: Schlagton: fis1; Ø 112 cm; Gewicht: 625 kg; „Erzengel Michael.“ Glocke 3: Schlagton: gis1; Ø 105 cm; Gewicht: 430 kg; „Heiliger Albertus der Große.“ Glocke 4: Schlagton: ais1; Ø 93 cm; Gewicht: 315 kg; „Heilige Maria, Königin der Engel.“

Orgel Für St. Michael in Marl baute die Firma Johannes Klais (Bonn) 1969 eine Schleifladen-Orgel mit 32 Registern auf drei Manualen und Pedal. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Michael (Marl) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen

Einzelnachweise

Michael Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Saalkirche in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Erbaut 1952 Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa