Die Löwenbrücke, auch Große Leinebrücke genannt, ist eine Steinbogenbrücke über die Leine in Neustadt am Rübenberge.

Baubeschreibung

Die Löwenbrücke ist eine 57,6 m lange dreibogige Steinbogenbrücke aus Sandsteinmauerwerk. Ihre charakteristischen Rundbögen prägen das historische Stadtbild von Neustadt am Rübenberge. Trotz mehrfacher Instandsetzungen blieb die ursprüngliche Bauform weitgehend erhalten.

Geschichte Die in den Jahren 1687 bis 1689 nach Plänen von Brand Westermann errichtete Brücke ersetzte eine hölzerne Vorgängerbrücke. Ihre Bauform gilt als zeittypisch und beispielhaft. Die Brücke am östlichen Zugang zur Stadt überspannt den Fluss mit drei gemauerten Rundbögen aus Sandstein und diente über Jahrhunderte als wichtiger Übergang auf der historischen Handelsverbindung zwischen Hannover und Bremen. Die beiden je ein Schild mit dem Stadtwappen haltenden Löwenskulpturen wurden wohl vom Campeschen Hof oder von Neustadts westlichem Stadttor, dem 1674/75 abgebrochenen „Löwentor“, an die Brücke versetzt.

Die Brücke wurde 1930 verbreitert. Am 7. April 1945 wurde während der letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs ein Bogen der Brücke durch ein deutsches Sprengkommando zerstört. Die Sprengung sollte den Vormarsch britischer Truppen verzögern. Dabei kamen 28 britische Fallschirmjäger ums Leben. Nach Kriegsende wurde die Brücke wieder aufgebaut und für den Verkehr freigegeben.

Sanierung 2003

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts machten altersbedingte Schäden am Bauwerk eine grundlegende Sanierung erforderlich. Untersuchungen zeigten unter anderem Auskolkungen an den Brückenpfeilern sowie Schäden am Sandsteinmauerwerk.

Bei der zwischenzeitlich vollständigen Sperrung der Brücke wurde zunächst die Gründung der Strompfeiler gesichert. Hierzu kamen unter anderem Edelstahlummantelungen sowie Verfüllungen von Hohlräumen im Unterwasserbereich zum Einsatz. An den Arbeiten waren neben der Stadtverwaltung verschiedene Ingenieurbüros sowie Spezialunternehmen für Unterwasserbau, Metallbau, Straßenbau und Spezialtiefbau beteiligt. Für Fußgänger und Radfahrer wurde während der Bauzeit eine Behelfsbrücke errichtet.

Im Zuge der Sanierung wurde der Brückenoberbau bis auf die historischen Gewölbebögen zurückgebaut. Auf diesen wurde ein neuer Oberbau in Form einer 12,50 m breite Plattenbalkenbrücke errichtet. Dabei wurde darauf geachtet, Materialien zu verwenden, die mit der historischen Bausubstanz verträglich sind. Gleichzeitig erhielt die Brücke breitere Fahrstreifen sowie beidseitige Geh- und Radwege.

Die ursprünglichen massiven Steinbrüstungen wurden durch offene Geländer ersetzt. Dadurch blieb die historische Ansicht der Rundbögen von der Flussseite erhalten, während sich zugleich die Sicht auf die Leineaue verbesserte.

Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde die Brücke im Jahr 2003 wieder für den Verkehr freigegeben.

Bedeutung Die Löwenbrücke zählt zu den ältesten erhaltenen Brückenbauwerken in Neustadt am Rübenberge. Als Baudenkmal dokumentiert sie die Verkehrs- und Baugeschichte der Region und verbindet bis heute die beiden Ufer der Leine im Stadtgebiet.

Weblinks

Löwenbrücke im Denkmalatlas Niedersachsen

Einzelnachweise

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