Der Schopfbrillenvogel (Heleia dohertyi, Syn.: Lophozosterops dohertyi) ist eine Vogelart aus der Familie der Brillenvögel.
Der Vogel ist endemisch auf den Kleinen Sundainseln Sumbawa und Flores.
Das Verbreitungsgebiet umfasst tropischen oder subtropischen feuchten Tieflandwald und Berg-, Primär-, Regenwald, hochgewachsenen Sekundärwald, baumbestandene Flächen mit geschlossenem Blätterdach von 200–1400 m. ü. M, Oberhalb von 1200 m durch den Gelbbrauen-Brillenvogel (Heleia superciliaris) ersetzt.
Der e Artzusatz bezieht sich auf den US-amerikanischen Entomologen William Doherty
Merkmale Die Art ist 12 cm groß und wiegt etwa 20 g. Die Kopfkappe ist schwärzlich olivbraun mit längeren weißen Federn im Schopf, mit weißen Flecken mittig, in Richtung Nacken bräunlich und weniger deutlich. Der schmale weiße Augenring ist vorne breit durch einen schwarzen Zügelstreif unterbrochen, hinten schmal durch einen dunklen Augenstreif. Seitlich an der Stirn finden sich schwärzliche Federn, hinter dem Auge ist ein länglicher gelblicher Fleck zu sehen, die Ohrdecken sind olivfarben. Die Oberseite einschließlich der Flügeldecken ist gräulich-olivfarben, Flugfedern und Steuerfedern sind schwärzlich-braun mit grünlichen Außenrändern. Die Unterseite ist schwefelgelb, am kräftigsten in Bauchmitte, geht in gelblich-weiße Kehle und Kinnregion über. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, die Beine sind gelblich-grau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: H. d. dohertyi , 1896, Nominatform – Sumbawa und Satonda H. d. subcristata , 1897E. Hartert: Lophozosterops subcristatus. In: Novitates Zoologicae, Band 4, Nummer 1, S. 171, 1897, Biodiversity Library – Flores, kürzere Schopffedern als die Nominatform, blasserer Scheitel, nur an der Stirn gefleckt, gelbe Ohrdecken
Stimme Der Gesang auf Flores wird als Folge von 14 klaren, angenehmen Pfeiftönen auf gleicher Höhe beschrieben über etwa 5 Sekunden und fast an Drosseln (Turdidae) erinnern, auch ein sanftes „tsip-tsip“ kann zu hören sein.
Lebensweise Die Nahrung wird einzeln, paarweise und in kleinen Gruppen, oft auch in gemischten Jagdgemeinschaften zusammen mit dem Nacktaugen-Brillenvogel (Heleia crassirostris) im Unterholz und dichtem Gestrüpp gesucht.
Die Brutzeit liegt zwischen Juli und August auf Sumbawa und zwischen Februar und Oktober auf Flores. Das Gelege besteht aus 2 hellblauen, leicht kaffeebraun gefleckten Eiern. Gefleckte Eier sind bei Brillenvögeln ungewöhnlich.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur E. J. O. Hartert: Lophozosterops dohertyi. In: Novitates Zoologicae, Band 3, Nummer 4, S. 568, 1896, Biodiversity Library Otto Finsch: Das Tierreich. Lieferung 15: Zosteropidae. Friedländer, Berlin 1901, S. 48, PDF
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF B. van Balen: Mindanao Heleia (Heleia goodfellowi), version 1.1. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2021, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Heleia goodfellowi J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Sylviid babblers, parrotbills, white-eyes
Kategorie:Brillenvögel Kategorie:Endemisches Tier der Kleinen Sundainseln