Otto Roth (* 29. Mai 1900; † 3. September 1932 in Ilsenburg (Harz)) war ein deutscher Lehrer und NSDAP-Politiker sowie Mitglied des Bayerischen Landtags.
Leben Otto Roth radikalisierte sich in jungen Jahren und war bereits 1919 Mitglied im Freikorps Oberland, das im April 1919 gegründet wurde und neben der Schwarzen Reichswehr und anderen Wehrverbänden bestand. Aus ihm ging der Bund Oberland hervor, aus dessen Mitgliedern sich 1921 der Kern der SA in Bayern rekrutierte. Er war Volksschullehrer in Petersaurach, Brunn (Emskirchen) und Schornweisach. Zum 1. Januar 1928 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 73.505)Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/17530924 und wurde am 1. Juli 1928 zum Bezirksleiter in Neustadt an der Aisch ernannt. Als Gauredner hielt er am 20. April 1929, als Hitlers 40. Geburtstag mit einem Fackelzug gefeiert wurde, eine „Kampfrede“. Roth war Antisemit und stieg in der Sturmabteilung zum SA-Standartenführer (Rang eines Oberst) auf.
Am 31. Mai 1932 erhielt er ein Mandat für den Bayerischen Landtag, gewählt im Stimmkreis Neustadt an der Aisch, Scheinfeld-Uffenheim. Sein Nachfolger wurde Theo Benesch. Bei Roths Beerdigung am 6. September 1932 wurde das Gelände vor dem Neustädter Friedhof als Otto-Roth-Anlage bezeichnet. Zahlreiche NS-Größen waren zu dieser Trauerfeier erschienen. Kurz vor seinem Tod wurde er noch im Sterbebett zum SS-Sturmbannführer (Rang eines Majors) ernannt.
Literatur Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken; das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch, 1922–1933. Verlag Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 2016; 6. ergänzte Aufl. 2020, ISBN 978-3-87707-990-4.
Siehe auch Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (Weimarer Republik, 5. Wahlperiode)
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