mini|Paul Klee: Stillleben (Töpfe, Frucht, Osterei und Gardinen) Stillleben (Töpfe, Frucht, Osterei und Gardinen) ist ein Gemälde Paul Klees von 1927. Das Werk befindet sich seit 1984 im Metropolitan Museum of Art in New York City als Teil der Berggruen Klee CollectionSabine Rewald: Paul Klee: The Berggruen Klee Collection in The Metropolitan Museum of Art, 1988 Abb., The Met, abgerufen am 30. Juni 2026. Es hat die Maße 47,9 × 65,1 cm.

Beschreibung

Die dargestellte Szene ist auf einem dunkelbraunen oder fast schwarzen Hintergrund angeordnet, der die darauf platzierten Farben und Formen verstärkt. Im Zentrum der Komposition befindet sich eine Kanne in tiefen Blau- und Purpurtönen mit einer breiten Form und schmalen Öffnung, die abstrahiert ist und sich unten links auf dem Bild befindet. Diese Kanne teilt den Raum mit anderen Elementen, darunter ein kugelförmiges Objekt in intensivem Rot, das oberhalb und rechts von der Kanne positioniert ist. Rechts von der Kugel befindet sich eine tränenförmige Figur in Orange, und daneben ein ovales Objekt in leuchtendem Gelb, das einen starken Kontrast zu den tiefen Tönen setzt. Das Ensemble wird mit einer weiteren kugelähnlichen Form in Rosa und zwei rechteckigen Formen ausgeglichen – eine ist leuchtend orange, die andere ein hellerer Violettton. Jede dieser Formen ruht vor einem Hintergrund, der mit verschiedenen linearen, kreideähnlichen Texturen verziert ist, die den Eindruck von Kritzeleien oder primitiver Schrift erwecken („Gardine“).

Hintergrund Paul Klee vereinfachte die Formen und verwendete ausschließlich Primärfarben und deren Komplementärfarben. Kegel, Kelch, halbe Zitrone, Krug, geschnittene Zwiebel, Papierstück, Osterei und Becher sowie Kelch und Würfel, die die Zahl Drei darstellen, sind wie auf einer Bühne gleichmäßig voneinander entfernt angeordnet. Das gemalte Muster der Spitzengardinen wirkt, als sei es mit einem scharfen Instrument in die unebene, dunkelrote, krustige Oberfläche eingeritzt. Man könnte meinen, es handele sich um ein auf Mattstein gemaltes Bild. Tatsächlich malte Klee dieses Werk auf eine dicke Gipsplatte, die er mit Drahtgeflecht verstärkte und anschließend in einen tiefen Holzrahmen einfasste.

Rezeption Paul Klees Auftreten im Universum des Surrealismus mag Fragen aufwerfen, doch Klee wurde von den Künstlern und Schriftstellern der Bewegung sehr bewundert, schrieb Margit Rowell. „Dies ist verständlich, da die magische Mystik mancher seiner Gemälde aus den späten 1920er-Jahren erstaunlich nah an der des frühen René Magritte liegt“.

Vergleicht man Klees Stillleben mit Magrittes „Tisch, Ozean und Frucht“, beide aus dem Jahr 1927, so spiegeln die lockeren Strukturen und die nebligen Hintergründe, die die rudimentäre Darstellung von Objekten in der kindlichen Niemandswelt verorten, eine vergleichbare dichterische Freiheit und eine skurrile Missachtung überlieferter künstlerischer Konventionen wider, so Rowell.Margit Rowell: Objects of Desire: The Modern Still Life. (Ausstellungskatalog). New York City: The Museum of Modern Art, 1997, S. 139

Weblinks Still Life Metropolitan Museum

Einzelnachweise

Kategorie:Gemälde (20. Jahrhundert) Kategorie:Gemälde von Paul Klee Kategorie:Gemälde des Metropolitan Museum of Art Kategorie:Stillleben