mini|hochkant|Thomas Leigh Gatch Thomas Leigh Gatch (* 9. August 1891 in Salem, Oregon; † 16. Dezember 1954 in San Diego, Kalifornien) war ein Vizeadmiral der United States Navy. Er war unter anderem als Judge Advocate General of the Navy (JAG) oberster Militärjurist der Kriegsmarine der Vereinigten Staaten.
Leben und Wirken Thomas Gatch war ein Sohn von Claude Gatch (1859–1939) und dessen Frau Helen Mills Plummer (1861–1942). Der Vater war in den 1890er Jahren Bürgermeister von Salem. Außerdem war er dort und später in San Francisco Bankier. Die Mutter war eine damals bekannte Malerin und Fotografin. Er besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat und studierte danach in den Jahren 1906 bis 1908 am Oregon Agricultural College, das sein Großvater Thomas M. Gatch (1833–1913) zwischen 1897 und 1907 leitete. Im Jahr 1912 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis in Maryland. In der US Navy durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Vizeadmiral.
Während seiner militärischen Laufbahn absolvierte er sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. In seinen frühen Jahren war er auf verschiedenen Kriegsschiffen stationiert. Dazu gehörten die USS Maryland (ACR-8) (1912–1915), das Kanonenboot USS Princeton (PG-13) (1915–1916) und die USS Chattanooga (C-16) (1916–1917), bei der es sich um einen geschützten Kreuzer handelte. Nach einer kurzen Zeit auf der Marinewerft Mare Island in Kalifornien wurde er noch im Jahr 1917 zur Zeit des Ersten Weltkriegs auf den Zerstörer USS Shaw (DD-68) versetzt, dessen Besatzung er bis 1918 angehörte. Nach zwei weiteren Tätigkeiten auf der USS Boggs (DD-136) (1918–1919) und der USS Sterett (DD-27) wurde er im Jahr 1919 zur Rechtsabteilung der amerikanischen Marine, dem Judge Advocate Corps, versetzt, dessen Stab er bis zum Jahr 1922 angehörte.
Während seiner Zeit beim JAG Corps der Navy studierte er an der George Washington University Jura. In den Jahren 1923 bis 1925 war Gatch Stabsoffizier bei der Schlachtschiffdivision der Pazifikflotte (Battle Ship Division, Battle Fleet). Daran schloss sich ein Studium am Naval War College in Newport in Rhode Island an. Zwischen 1927 und 1930 gehörte er der Besatzung des Zerstörers USS Percival (DD-298) an, der im Pazifik eingesetzt war. Anschließend kehrte er zur Marineakademie in Annapolis zurück, deren Fakultät er bis 1932 angehörte.
Nach zwischenzeitlich anderen Verwendungen kehrte er im Jahr 1935 zum Stab des JAG Corps der Marine zurück, dem er bis 1938 angehörte. In der Folge wurde er zum Stab der 4. Kreuzerdivision (Cruiser Division 4) versetzt, die der Pazifikflotte unterstand. Im Jahr 1940 kehrte Thomas Gatch ein weiteres Mal zum Hauptquartier des JAG zurück, in dem er bis zum Februar 1942 verblieb. Seit dem 7. Dezember 1941 nahmen die Vereinigten Staaten offiziell am Zweiten Weltkrieg teil. In der Folge erhielt Gatch das Kommando über das Schlachtschiff USS South Dakota. Das Schiff war im Pazifik eingesetzt und war unter anderem an der Schlacht bei den Santa-Cruz-Inseln beteiligt. Dabei wurde Thomas Gatch durch Splitter verwundet, weil er sich außerhalb der gepanzerten Brücke aufgehalten hatte. Im Dezember 1942 wurde er wegen dieser Verwundung von seinem Kommando über die USS South Dakota abberufen. Allerdings waren einige seiner Handlungen als Kapitän dieses Schiffes in der Marineleitung nicht unumstritten. Man warf ihm operative Fehler vor, was heute nicht mehr überprüfbar ist.
Nach dem Ende dieses Auftrags kehrte er ein letztes Mal zum JAG Corps zurück. Dort übernahm er im Jahr 1943 als Nachfolger von Walter Browne Woodson dessen Kommando. Dieses Amt bekleidete er bis zum Jahr 1945, als er von Oswald S. Colclough abgelöst wurde. Danach wurde er Kommandeur des Versorgungskommandos (service force) der Atlantikflotte. Diese Aufgabe erfüllte er bis zum Jahr 1947. Anschließend schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.
Nach seiner Pensionierung war er für einige Jahre in Portland in Oregon als Partner einer Rechtsanwaltskanzlei tätig. Der seit 1917 mit Nancy Weems Dashiell (1892–1965) verheiratete Offizier starb am 16. Dezember 1954 in einem Marinekrankenhaus in San Diego. Er wurde auf dem dortigen Fort Rosecrans National Cemetery beigesetzt. Sein Sohn Thomas Leigh Gatch Jr. (1925–1974), der an der Militärakademie West Point studiert hatte, verschwand im Jahr 1974 spurlos über dem Atlantik, als er diesen Ozean mit einem Ballon zu überqueren versuchte.
Orden und Auszeichnungen Thomas Gatch erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:
Navy Cross World War I Victory Medal World War II Victory Medal American Defense Service Medal American Campaign Medal Asiatic-Pacific Campaign Medal Purple Heart
Weblinks
Gatch bei Together we served (allgemein) (zuletzt abgerufen am 30. Juni 2026) Gatch bei Together we served (details) (zuletzt abgerufen am 30. Juni 2026) Gatch in der Military Hall of Valor (zuletzt abgerufen am 30. Juni 2026)
Kategorie:Vizeadmiral (United States Navy) Kategorie:Judge Advocate General of the Navy Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Vereinigte Staaten) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Vereinigte Staaten) Kategorie:Absolvent der United States Naval Academy Kategorie:Träger des Navy Cross Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann