Die Kabemühle ist eine ehemalige Wassermühle in der Gemarkung der Kernstadt von Hofgeismar im nordhessischen Landkreis Kassel. Sie befindet sich im Nordosten der Kernstadt unmittelbar westlich des Stadtteils Gesundbrunnen auf Höhe über NHN am Ostufer des Diemel-Zuflusses Esse bzw. an einem dort angelegten kurzen Mühlgraben. Der Kabemühlenweg verläuft unmittelbar östlich des Grundstücks, die Schöneberger Straße etwa 250 m weiter nördlich.

Geschichte Die Mühle („molendinum“) wurde im Dezember 1354 als „Cavemole ante Geysmare“ erstmals urkundlich erwähnt, als Bertoldus genannt Valdekoke und sein Sohn, beides Bürger in (Hof)Geismar, verfügten, dass nach ihrem Ableben die Hälfte der Mühle an Conrad von Schöneberg fallen solle.HStAM Bestand Urk. 52 Nr. 77 mini|links|Kartenblatt Trendelburg, Landesaufnahme von 1857 (Kabemühle links unten)

In einem der 1583 geschlossenen Accessions- und Nebenverträge zum Merlauer Vertrag, als nahezu der gesamte bisher Kurmainzer Besitz in Nordhessen, darunter auch die Kabemühle, an die Landgrafschaft Hessen-Kassel fiel, wird die Mühle als Mahlmühle aufgeführt und als Lehen derer von Amelunxen bezeichnet.Carl Bernhard Nicolaus Falckenheiner: Geschichte hessischer Städte und Stifter. Band 2: Hofgeismar, Urkundenbuch (Elektronische Reproduktion) Fischer, Kassel, 1842, S. LXXXI, Nr. LXIV. Noch im 18. Jahrhundert wird die Mühle als Lehen der von Amelunxen genannt.

Bis 1923 wurde die Mühle über ein mittelschlächtiges Wasserrad betrieben. Dann ließ der neue Besitzer, der den Betrieb 1916 erworben hatte, eine Francis-Turbine einbauen, die noch heute genutzt wird, bis zu 600 Liter Wasser pro Sekunde schlucken und damit 16 Kilowatt Elektrizität liefern kann. Wann der Mahlbetrieb eingestellt wurde, ist unklar,1960er Jahre ? aber die bereits 1916 gegründete Bäckerei wird noch heute in vierter Generation weitergeführt und nutzt die Turbine weiterhin zur Stromgewinnung. Allerdings fließt nur noch von Herbst bis Frühjahr ausreichend Wasser, um die Öfen der Bäckerei unabhängig von den Stromkonzernen zu betreiben und ein wenig Strom ins Netz einzuspeisen.Strom der alten Schule, HNA, 16. Dezember 2009

Fußnoten

Literatur Th. Hans-Dieter Scholz: Wasser- und Windmühlen im Landkreis Kassel sowie im niedersächsischen Landkreis Göttingen, Altkreis Münden, zwischen Werra, Fulda und Nieste: eine Bestandsaufnahme, Hrsg. Regierungspräsidium Kassel, Kassel, 1996, S. 104 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck, Band 14), Elwert, Marburg, 1926 (Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 266.

Weblinks Kabemühle, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)

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