Hans Dulfer (* 18. November 1900 in Amsterdam; † 14. März 1975 in Wilhelmsburg, Niederösterreich) war ein niederländisch-österreichischer Botaniker und Graphologe. Sein Forschungsschwerpunkt waren die Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.

Leben Dulfer war der Sohn eines selbständigen Unternehmers. Nach der frühen Trennung der Eltern besuchte er die Grundschule in Haarlem. Nach der Absolvierung der Mittelschule in Den Haag und Apeldoorn machte er im Jahr 1919 das Abitur. Im Herbst desselben Jahres schrieb er sich an die Vrije Universiteit Amsterdam ein, wo er Mathematik und Naturwissenschaften studierte. Im Juni 1926 wurde er unter der Betreuung von Theodoor Jan Stomps mit der Dissertation Die Erblichkeitserscheinungen der Oenothera Lamarckiana Semigigas zum Doktor in Botanik promoviert. Die entsprechenden Forschungsarbeiten fanden im Versuchsgarten von Hugo de Vries in Laren statt.

Hans Dulfer war danach einige Jahre Assistent im Hortus Botanicus Amsterdam und trat 1928 in den Schuldienst an der Hogereburgerschool „Thymstra’s Scholen“ in Den Haag ein. Ab 1930 übernahm er zusätzlich den naturkundlichen Unterricht an der „Rijks Hogere Burgerschool“ in Hoorn, Provinz Noord-Holland.

Ab dem Jahr 1924 befasste sich Dulfer mit den Werken von Ludwig Klages und dessen naturphilosophischer Lebenslehre, verbunden mit Studienaufenthalten bei Klages in Zürich und graphologischen Praktikern in Deutschland und Österreich.

In dieser Zeit erwarb Dulfer die Grundlagen der praktischen Ausdruckskunde. Anschließend war er zunächst in den Niederlanden als Übersetzer und Schriftsachverständiger tätig. In den 1940er Jahren schied er aus dem Schuldienst aus. Danach zog er nach Wilhelmsburg in Niederösterreich, wo er fortan als freiberuflicher Schriftsachverständiger arbeitete. Durch die Übersetzung mehrerer Werke von Ludwig Klages ins Niederländische, darunter Handschrift und Charakter, Die Grundlagen der Charakterkunde und Vom Wesen des Bewußtseins, erlangte er in Fachkreisen Bekanntheit.

Neben seiner Berufstätigkeit als Graphologe wurde Dulfer zum ständigen freiwilligen Mitarbeiter an der Botanischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien.

Durch seine Mitwirkung bei der Sichtung und Neuordnung der lediglich gattungsweise eingeordneten Sammlungsbestände des Naturhistorischen Museums war Hans Dulfer nahezu zwei Jahrzehnte lang an der Erschließung der botanischen Sammlungen beteiligt. In Anerkennung dieser Tätigkeit wurde er zum korrespondierenden Mitglied des Naturhistorischen Museums ernannt.

Dulfer verfasste einen Bestimmungsschlüssel für die fast 500 südafrikanischen Arten der Heidekräuter. Den Anstoß zu dieser Untersuchung gaben Bestände von Erica-Arten in den Gewächshäusern des Wiener Belvedere, von denen einige bereits seit langer Zeit kultiviert wurden und teilweise noch unbestimmt waren. Die Ergebnisse veröffentlichte Dulfer in den Jahren 1963 bis 1965 in den Annalen des Naturhistorischen Museums Wien. Dazu zählen die Abhandlung Neue Arten und Varietäten der Gattung Erica L. aus Südafrika (Band 66, 1963, S. 19–33) sowie die zweiteilige Monographie Revision der südafrikanischen Arten der Gattung Erica L. (Band 67, 1964, S. 79–147; Band 68, 1965, S. 25–177).

Literatur

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