Marie-Cécile Zinsou (* 1982 in Paris) ist eine französisch-beninische Kunsthistorikerin, Unternehmerin und Kulturschaffende im Bereich der zeitgenössischen Kunst und des afrikanischen Kulturerbes. Sie machte sich als Gründerin und Präsidentin der Fondation Zinsou in Benin sowie als Teilnehmerin in Debatten über die Restitution kolonial geraubter Kulturgüter.

Leben Marie-Cécile Zinsou wurde 1982 in Paris geboren; ihr Vater ist der Ökonom und ehemalige beninische Premierminister Lionel Zinsou, und sie gehört zu einer Familie mit französischen und beninischen Vorfahren. Nach einer kunsthistorischen Ausbildung in Frankreich und im Vereinigten Königreich ging sie 2003 nach Benin, wo sie in Abomey-Calavi im Umfeld des SOS-Kinderdorfes Englisch und Geschichte bzw. Kunstgeschichte unterrichtete. Die Erfahrung, dass ihre Klassen kaum Zugang zu Werken zeitgenössischer beninischer Künstler hatten, wurde zu einem Ausgangspunkt ihres kulturpädagogischen Engagements.

Wirken Im Juni 2005 gründete Zinsou in Cotonou die Fondation Zinsou, deren Programm Ausstellungen, Veröffentlichungen, Bibliotheken, Bildungsangebote und soziale Projekte umfasste; 2012 wurden mehr als vier Millionen Besucher und eine Familiensammlung von rund 1000 Werken genannt. Die Stiftung setzte auf freien Zugang, Schulpartnerschaften und Angebote für Kinder und Jugendliche und stellte damit die Annahme infrage, zeitgenössische Kunst finde in afrikanischen Öffentlichkeiten kein Publikum. Im Jahr 2013 eröffnete Zinsou zur dauerhaften Präsentation der Sammlung der Familie in Benin ein Museum für zeitgenössische Kunst in Ouidah. Für die Arbeit der Fondation Zinsou erhielt sie 2014 den Förderpreis Grant for Young Artists des Praemium Imperiale. In der Restitutionsdebatte verwies sie besonders auf die Bedeutung der 26 Werke aus dem Königreich Abomey, die Frankreich 2021 an Benin zurückgab, und auf die große Resonanz einer früheren Präsentation solcher Objekte in der Fondation Zinsou. 2021 wurde Zinsou für drei Jahre zur Präsidentin des Verwaltungsrats der Académie de France à Rome – Villa Médicis ernannt. 2025 wurde ein fehlender 27. Schatz von Abomey, ein Kataklé, nach einer gemeinsamen Untersuchung mit Beteiligung Zinsous in Finnland identifiziert und an Benin zurückgegeben. 2025 gründete sie mit Le Jardin d’Essai bei Ouidah einen Kunstgarten, in dem Skulpturen, einheimische Pflanzen, Gruppen für Kinder und Arbeiten wie Joël Andrianomearisoas Musée des Promesses miteinander in Einklang stehen.

Einzelnachweise

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