Karl-Heinz Weigang (* 24. August 1935; † 13. Juni 2017 in Bielsteinwirtrauern.de: Karl-Heinz Weigang, abgerufen am 30. Juni 2026) war ein deutscher Fußballtrainer. Er arbeitete über mehrere Jahrzehnte überwiegend in Asien und Afrika und betreute mehrere Nationalmannschaften. Besonders bekannt wurde er in Malaysia, dessen Nationalmannschaft er zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 1980 führte; außerdem gewann er mit Perak FA zweimal den Malaysia Cup.

Laufbahn

Weigang spielte in seiner Jugend Fußball in Wanne-Eickel im Ruhrgebiet. Nach dem Schulabschluss begann er ein Maschinenbaustudium, das ihn 1959 nach Ceylon führte. Dort trainierte er zunächst in seiner Freizeit Fußballmannschaften und wurde 1964 Nationaltrainer des Landes.

1966 wurde Weigang Trainer der südvietnamesischen Nationalmannschaft. Mit Südvietnam gewann er im selben Jahr den Merdeka Cup in Malaysia. Nach Angaben seines späteren Heimatvereins BSV Viktoria Bielstein kehrte Weigang 1968 nach Deutschland zurück und absolvierte anschließend die Fußballlehrerausbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dort arbeitete er auch im Umfeld von Hennes Weisweiler und wurde Verbandssportlehrer.

Anfang der 1970er Jahre übernahm Weigang die Nationalmannschaft Malis. Beim Afrika-Cup 1972 erreichte Mali unter seiner Leitung das Finale und unterlag dort der Republik Kongo mit 2:3. Später trainierte er die Nationalmannschaft Ghanas.

Seine bekannteste Station war die malaysische Nationalmannschaft, die er von 1979 bis 1982 betreute. Malaysia qualifizierte sich unter Weigang für das olympische Fußballturnier 1980 in Moskau, nahm jedoch wegen des von den Vereinigten Staaten angeführten Boykotts nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan nicht an den Spielen teil. Er gewann zudem zweimal mit Malaysia die Goldmedaille bei den Südostasienspielen. In Malaysia galt Weigang später als prägende Figur.

Nach seiner Zeit in Malaysia arbeitete Weigang in Kamerun, unter anderem im Nachwuchsbereich, sowie beim kamerunischen Klub Canon Yaoundé. Ab 1989 war er Trainer der gabunischen Nationalmannschaft. Er war über mehrere Jahrzehnte auch als Auslandsbeauftragter des DFB und der Bundesregierung tätig.

Von 1995 bis 1997 trainierte Weigang die vietnamesische Nationalmannschaft. Bei den Südostasienspielen 1995 führte er Vietnam ins Finale; die Silbermedaille war die erste Medaille Vietnams im Fußball bei den Südostasienspielen und markierte einen wichtigen Schritt für den vietnamesischen Fußball nach dessen Wiedereingliederung in den regionalen Wettbewerb. Ein Jahr später erreichte Vietnam unter ihm das Finale des Tiger Cup.

Im Vereinsfußball war Weigang vor allem mit Perak FA erfolgreich. Er übernahm den Klub 1997 und gewann mit ihm 1998 und 2000 den Malaysia Cup. Später trainierte er Johor FA. 2016 kehrte er noch einmal zu Perak zurück, diesmal als Cheftrainer, Jugendtrainer und Technischer Direktor; im Februar 2017 endete dieses Engagement vorzeitig.

Weigang lebte später in Wiehl-Bielstein. Mit dem dortigen BSV Viktoria Bielstein war er seit den 1970er Jahren verbunden; 2009 trainierte er dort nach Vereinsangaben unter anderem die erste Mannschaft, Jugendmannschaften und eine Frauenmannschaft. Er starb im Juni 2017 im Alter von 81 Jahren in Deutschland an einem Herzinfarkt.

Titel und Auszeichnungen Südvietnam

Merdeka Cup: 1966

Mali

Zweiter Platz beim Afrika-Cup: 1972

Malaysia

Qualifikation für das olympische Fußballturnier: 1980

Vietnam

Silbermedaille bei den Südostasienspielen: 1995 Finalist des Tiger Cup: 1996

Perak FA

Malaysia Cup: 1998, 2000

Individuell

FIFA Order of Merit: 1998 DFB-Verdienstspange

Einzelnachweise

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