Ein Archäologischer Fund nahe der Aschaffenburger Willigisbrücke im Jahr 2026 löste in der archäologischen Fachwelt Begeisterung aus. Das Alter des Fundes in Aschaffenburg aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, also aus der Eisenzeit, wurde nicht erwartet.
Lage und Umfeld In Aschaffenburg wird nördlich von der Willigisbrücke am Uferumfeld des Mains im Auftrag der Stadt seit 2020 ein Regenüberlaufbecken gebaut. Bei den Bauarbeiten wurde in der Baugrube im März 2026 in rund acht Meter Tiefe altes Holz entdeckt. Zum Zeitpunkt des Fundes war dieser Bereich nicht als Bodendenkmal ausgewiesen.
In Aschaffenburg existieren bereits herausragende Funde, die eine Siedlung in der jüngeren Eisenzeit Europas im Bereich der heutigen Aschaffenburger Altstadt belegen: etwa eine Tierkopffibel und ein goldener Fingerring. Es wird bereits seit längerem vermutet, dass sich im Bereich der heutigen Altstadt ein eisenzeitlicher Zentralort befunden haben könnte, also ein Macht-, Wirtschafts- oder Kulturzentrum in der Region. Über die konkrete Siedlungsstruktur des Ortes ist aktuell noch wenig bekannt. Der aktuelle Fund am Main besitzt deswegen ein außergewöhnlich hohes wissenschaftliches Potenzial.
Der Fund Gefunden wurde eine gut erhaltene hölzerne und steinerne Struktur, deren Holz man als Eichenbalken identifizierte. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege wurde daraufhin unterrichtet. Anfangs gingen die Wissenschaftler von einem frühneuzeitlichen bis neuzeitlichen Bauwerk aus. Dendrologische Untersuchungen im Dendrolabor des Landesamtes ergaben, dass die Eichen im 4. Jahrhundert vor Christus gefällt und verbaut worden sind. Laut Stefanie Berg, Leiterin der Abteilung Bodendenkmalpflege am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, geschah dies zwischen 370 und 250 vor Christus. Damit zählt das Bauwerk zu den wenigen großformatigen, sicher datierten eisenzeitlichen Uferbauwerken in Mitteleuropa.
Die freigelegte Anlage besteht aus massiven, horizontal verbauten Eichenbalken, die in Richtung Main mit einer sorgfältig errichteten Trockensteinmauer abschließen und die sich über mehrere Dutzend Meter entlang des Ufers erstrecken. Das sei für die Eisenzeit in dieser Kombination bislang ausgesprochen selten nachgewiesen, nach Aussage von Stefanie Berg. Über die Funktion des Bauwerks ist man sich Mitte 2026 noch unsicher, nach der aktuellen Hypothese geht man von einer Hafenanlage aus.
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Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Bayern Kategorie:Archäologischer Fundplatz (Eisenzeit) Kategorie:Geschichte (Aschaffenburg)