Der Rotflügel-Ameisenfänger (Herpsilochmus rufimarginatus, Syn.: Myiothera rufimarginata) ist eine Vogelart aus der Familie der Ameisenvögel (Thamnophilidae), die in Brasilien, Paraguay und Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.

Merkmale mini|links|Rotflügel-Ameisenfänger ♀ Der Rotflügel-Ameisenfänger erreicht eine Körperlänge von 10,0 bis 12,5 cm. Das Männchen hat einen schwarzen Oberkopf, einen langen weißlichen Überaugenstreif, schwarze Zügel-Striche und einen schwarzen Hinteraugenstreif. Die Kopfseiten sind schwarz und blass gelb oder weiß gesprenkelt. Die olivgraue Oberseite ist variabel schwarz gefleckt. Die äußere Schulterfedern sind weiß gesäumt, die Oberschwanzdecken gelb. Die Flugfedern sind dunkel grau mit einer olivebraunen Tönung und hell zimtrot gerandet. Die Flügeldecken sind schwarz mit weißen Spitzen. Der abgestufte Schwanz ist dunkel grau, mit weißen Spitzen, wobei die äußere Federn weiß sind. Die Kehle und die Unterseite sind hell gelb, die Flanken mit einem Hauch olivfarben. Die Unterflügeldecken sind blass gelb. Das Weibchen unterscheidet sich vom Männchen hauptsächlich durch den rostroten vorderen Oberkopf, den rostbraunen Oberkopf und den olivbraunen Rücken.Josep del Hoyo, u. a. (2021)

Lautäußerungen Der laute Gesang des Rotflügel-Ameisenfängers beginnt mit 3 bis 4 langsamen Tönen, deren Frequenz ansteigt. Darauf folgt eine Reihe schneller Töne, die allmählich langsamer werden und deren Tonhöhe wieder abfällt. Die Gesamtzahl der Töne sind 16 bis 23. Der Gesang dauert ca. 1,5 bis 2,0 Sekunden. Die maximale Frequenz ist ca. 2,5 bis 3,2 kHz. Häufig ist ein Duett oder Wechselgesang zweier Vögel zu hören. Er gibt einen wohlklingenden, gepfiffenen tef-Ruf von sich, der oft in Gruppen von 2 bis 5 Tönen oder in rascher Folge und unregelmäßigen Reihen über längere Zeiträume hinweg geäußert wird. Die Form des Rufs ist recht variabel und reicht von einem Bogen nach oben, bis hin zu einem steilen Abfall der Tonhöhe. Dies ist der mit Abstand häufigste Ruf dieser Art. Außerdem gehört ein kurzer Triller aus kurzen, gebundenen Tönen in tiefer Tonlage, nicht unähnlich dem Mittelteil des lauten Gesangs zu seinem Repertoir. Auch leise Kontaktrufe zwischen Vögeln im Nahbereich sind zu hören. Lange wurde er als konspezifsch mit dem Paranáameisenfänger (Herpsilochmus frater & , 1880 betrachtet, doch wurde beide aufgrund von gesanglichen Unterschieden getrennt. Die Art ist ganzjährig stimmlich aktiv. Sowohl der Gesang als auch die Rufe sind in den meisten Monaten zu vernehmen. Während der Dämmerungszeiten ist er nicht besonders lautstark. Zu hören ist der Vogel vor allem, wenn er sich morgens und am späten Nachmittag in gemischten Schwärmen bewegt. Er singt und ruft aus den Baumkronen, entweder einzeln oder als Teil eines gemischten Vogelschwarms. Zusätzlich singt er häufig auch in tieferen Straten, etwa in den mittlere Baumschichten, besonders am Waldrand oder bei einzeln stehenden Bäumen. Sowohl Männchen als auch Weibchen singen, und häufig sind Duette zu hören, wobei sich der laute Gesang der beiden Geschlechter kaum unterscheidet. Ebenso sind beim Ruf keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern bekannt.

Fortpflanzung Die Brutbiologie des Rotflügel-Ameisenfängers ist bisher nicht erforscht.

Verhalten und Ernährung Im Mageninhalt zweier Exemplare des Rotflügel-Ameisenfängers aus Paraná enthielt Laubheuschrecken, Rüsselkäfer, Schnabelkerfen und Spinnen. Es wurde beobachtet, wie der Vogel Beeren der zu den Myrsinengewächsen gehörenden Gattung Rapanea fraß. Durch die Abspaltung vom Paranáameisenfänger ist nicht ganz klar welche Verhaltensweisen welcher Art noch zugeschrieben werden kann.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Rotflügel-Ameisenfängers (blass grün). Der Andere Teil ist das Verbreitungsgebiet des Paranáameisenfängers Der Rotflügel-Ameisenfänger bewohnt Wälder und Waldränder im Tiefland und in den Vorgebirgen in Höhenlagen bis ca. 1100 Meter. Typischerweise bewegt er sich im Inneren von Lianendickichten in der mittleren Baumschicht und in deren Baumkronen, aber auch in den Baumkronen der höchsten Bäume sowie in Sekundärwäldern. Er besiedelt das Innere feuchter immergrüner Wälder. Seltener kommt er an den Waldrändern in der Region des Mata Atlânticas sowie lokal auch höheren Restinga-Wäldern auf Weißsandböden vor.

Migration Der Rotflügel-Ameisenfänger ist vermutlich ein Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|links|Tafel zur Originalbeschreibung illustriert von Jean-Gabriel Prêtre Die Erstbeschreibung des Rotflügel-Ameisenfängers erfolgte 1822 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Myiothera rufimarginata. Als Verbreitungsgebiet gab er pauschal Brasilien an.Coenraad Jacob Temminck (1822), Tafel 132 Abbildung 1 & 2 plus TextZum Publikationsdatum siehe Edward Clive Dickinson (2001). 1847 führte Jean Louis Cabanis die für die Wissenschaft neue Gattung Herpsilochmus für den Weißbrauen-Ameisenfänger (Herpsilochmus pileatus (, 1823)) ein. Dieser Begriff setzt sich aus und zusammen.Jean Louis Cabanis (1847), S. 224. Das Artepitheton rufimarginata leitet sich von und ab.rufimarginata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay ein Balg, gesammelt in Cambyretá durch Adolf Neunteufel (1909–1979), zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 521Harry Church Oberholser (1902), S. 128 durch Charles Chubb und Harry Church Oberholser, im Synonym Dendrooecia erythroptera , 1901Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 138–139 sowie IguazúArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 50. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als Nachweise für das Land. Laubmann sah in Herpsilochmus rufimarginatus rufimarginatus die Unterart für Paraguay und hob die Unterschiede zum Paranáameisenfänger hervor.Alfred Laubmann (1940), S. 27–28 Myiothera scapularis , 1831Maximilian zu Wied-Neuwied (1831), S. 1083–1086. und Myiothera variegata , 1831Maximilian zu Wied-Neuwied (1831), S. 1086–1088. werden heute als Synonym zur Nominatform betrachtet. Erythroptera hat seinen Ursprung in und , scapularis in scapularis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und variegata in .variegata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Ameisenvögel