Centaurea tuntasia ist eine ausgestorbene Pflanzenart aus der Gattung der Flockenblumen (Centaurea) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) die in Griechenland verbreitet war. Das Artepitheton ehrt den Botaniker und Pflanzensammler Vasileios Tuntas.
Merkmale Die Stängel von Centaurea tuntasia erreichten eine Höhe von 20–30 cm, die Köpfchen einen Durchmesser von 15–20 mm. Das zylindrische, mehrköpfige Rhizom war senkrecht wachsend. Die ein- bis dreiköpfigen Stängel waren aufrecht, kantig und längsgefurcht, unverzweigt oder im oberen Bereich nur schwach verzweigt. Die Stängel und Blätter waren spinnwebig-filzig behaart und etwas rau. Die graugrünen Blätter waren derb, graugrün, fiederschnittig, mit länglichen, ganzrandigen oder grob gezähnten, stachelspitzigen Abschnitten, die an der Rhachis schmal herabliefen. Die unteren Blätter waren gestielt, die oberen sitzend, die obersten ungeteilt.
Die ovalen Köpfchen waren mittelgroß. Die grünlichen Hüllblätter waren anliegend, teilweise von ihren Anhängseln verdeckt, oval, kahl und undeutlich längsnervig. Die Anhängsel der äußeren und mittleren Hüllblätter waren groß, rundlich, bräunlich und lang kammförmig gefranst; sie liefen in einen mehr oder weniger kräftigen, bis 25 mm langen Enddorn aus, der an seiner Basis einige seitliche Dornzähnchen trägt und auf der Innenseite rinnig ist. Die Anhängsel der oberen Hüllblätter waren abstehend, rundlich, konkav und ebenfalls kammförmig gefranst.
Die Blütenkronen waren blassgelb, die Randblüten schwach strahlend. Die Achänen waren seidig behaart. Der Pappus war etwa viermal so lang wie die Achäne.
Ähnliche Arten Die Art war nahe verwandt mit Centaurea salonitana, unterscheidet sich von dieser jedoch durch die dichtere Behaarung, die weniger rauen Blätter sowie insbesondere durch die größeren, dichter und länger gefransten Anhängsel der unteren Hüllblätter, welche die Hüllblätter teilweise verdecken, durch die abstehenden und konkaven Anhängsel der oberen Hüllblätter sowie durch den längeren Pappus.
Ökologie und Lebensraum Die Blütezeit war im Juli. Diese Pflanze wuchs vornehmlich am Rande von Ackerland und Weinbergen.
Status Centaurea tuntasia wurde 1898 von Eugen von Halácsy in Bulletin de l'Herbier Boissier Band 6 Teil 8 Seite 646 erstbeschrieben. Den Pflanzennamen hatte Halácsy von Theodor von Heldreich übernommen. Centaurea tuntasia war zur Zeit der Erstbeschreibung nur aus der attischen Ebene bei Liosia, das heute zum urbanen Stadtgebiet von Athen zählt, sowie aus Marathon und Varnavas bekannt, wo sie zwischen 1897 und 1912 gesammelt wurde. Trotz wiederholter Suchaktionen wurde sie seit 1912 nicht mehr nachgewiesen, weshalb sie nun als „ausgestorben“ (extinct) gilt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass Centaurea tuntasia eine Hybride zwischen Centaurea achaia und Centaurea salonitana mit einem kurzlebigen Vorkommen repräsentieren könnte (obwohl die Pappusmaße einzigartig für Centaurea tuntasia sind und bei ihren potenziellen Elternarten nicht vorkommen).
Literatur Eugen von Halácsy: Die bisher bekannten Centaurea-Arten Griechenlands In: Bulletin de l’Herbier Boissier. Band 6, Nummer 8, August 1898. S. 646.
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