mini|Britta Holmström Britta Holmström (geb. 8. April 1911 in Sävsjö als Britta Ringius; gest. 4. Oktober 1992 in Lund) war eine schwedische Philanthropin, Entwicklungshelferin und Politikerin. Sie ist besondere bekannt für die Organisation und Bereitstellung humanitärer Hilfen für Geflüchtete, zuerst für tschechoslowakische Juden 1938. Im Mai 1944 legten ihre Bemühungen den Grundstein für die "Inomeuropeisk Mission (IM)", um weiterhin ihre Arbeit für Geflüchtete zu tun. Holmström hatte den Vorsitz der Organisation von 1947 an inne und half, Flüchtlingsunterkünfte für hunderte Personen in Schweden bereitzustellen. Unter den Flüchtlingen waren viele, die den Konzentrationslagern der Nazis entgehen konnten. Die Tätigkeiten der IM wurden auf weitere Teile der Welt ausgedehnt und Holmström wurde mit vielen Auszeichnungen geehrt und mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Frühes Leben, Ausbildung und Familie Geboren wurde Britta Ringius am 8. April 1911 in Sävsjö, Südschweden, als Tochter des Holzhändlers Erik Johan Ringius und seiner Ehefrau Alma Sofia (geb. Thunander), die sich aktiv im Roten Kreuz engagierte. Sie war das erste Kind der Familie und hatte eine jüngere Schwester, Inga. Nach der Sväsjö Grundschule wechselte sie auf die Jönköping und Lindebergska Mädchenschule in Lund. Nach ihrem Abschluss ging sie an die Universität von Lund und erreichte Abschlüsse in Wirtschaft, Philosophie und Religionsgeschichte. Während ihrer Zeit in Lund heiratete sie im Mai 1935 den Theologieprofessor Folke Holmström. Das Paar hatte sechs Kinder.

Karriere Im Jahr 1937 reiste Holmström mit ihrem Mann nach Deutschland, wo er als Gastredner der Nordisch Lutheranischen Akademie auftreten sollte. Holmström war erschüttert von dem Leid, dass das Nazi-Regime den Bürgern auferlegte. Sie schrieb einen Artikel, basierend auf ihren Erlebnissen. Dieser galt als so kontrovers, dass ihr Ehemann seine Anstellung verlor. Daraufhin zog die Familie nach Linköping und Herr Holmström fand eine Anstellung an der Domschule. Dort gründete Britta Holmström "ungdoms- och hemgårdar", eine Organisation zur Unterstützung der jungen, arbeitslosen Menschen der Stadt.

Besorgt über die sich zuspitzende Lage in der Tschechoslowakei, nachdem Deutschland 1938 das Sudetenland besetzt hatte, entwickelte Holmström eine Idee, wie sie jüdischen Geflüchteten helfen konnte. Dafür motivierte sie Freunde und Studenten in Lund und Scania Geldspenden zu sammeln. Ihr Ehemann und sie reisten indes für eine Woche nach Prag, um vor Ort jüdischen Personen zu helfen. Nachdem sie dort die Spenden verteilt hatten, reisten sie zurück nach Lund, um ihre Arbeit fortzusetzen. In Zusammenarbeit mit der tschechischen YMCA konnten sie fünf Sekretärinnen bezahlen. Diese Damen halfen in den Frauenlagern und die Initiative wurde unter "Praghjälpen" (Praghilfe) bekannt.

Nachdem die ganze Tschechoslowakei besetzt wurde und keine Besuche mehr möglich waren, dehnte man die Hilfen auch auf den Rest Europas aus, darunter Wien und Schweden selbst. Im Jahr 1939 wurde die Organisation unter dem Namen "Inomeuropeisk Mission" (Intraeuropäische Misson, IM) bekannt. Offiziell wurde sie erst nach einer Konferenz am 29. Mai 1944 in Linköping. Zuerst hatte der Bischof Torsten Ysander den Hauptsitz inne, mit Holmström als seiner Stellvertreterin. Sie übernahm allerdings den Hauptsitz im Jahr 1947.

Nach dem Ende des Krieges 1945 konzentrierte sich die IM besonders auf Polen, Deutschland, Österreich und Frankreich. In Zusammenarbeit mit dem Leiter des schwedischen Roten Kreuz, Folke Bernadotte wurden Hilfszentren für sämtliche Flüchtlinge in Schweden eingerichtet. Herkunft und Religion der Personen spielten erst einmal keine Rolle. Hunderter ehemaliger KZ-Gefangener wurden im IM Haus (Vrigstadhemmet) in Smaland untergebracht. Stands Haupthaus in Jönköping wurde zuerst als Erholungsheim für deutsche und zentraleuropäische Kinder eingerichtet. 1963 wurde eine Unterkunft für geflüchtete Mädchen aus Tibet daraus.

In den frühen 1950er Jahren war Holmström ein Mitglied des Riksdag (Parlament) und repräsentierte für kurze Zeit die Liberalen. 1954 kehrte sie mit ihrem Ehemann nach Lund zurück. Dort arbeitete sie weiterhin als Leiterin des IM und dehnte dessen Reichweite über ganz Europa, den Mittleren Osten, Südasien, Afrika und Lateinamerika aus. Da sich der Verein auch in Tibet engagierte, besuchte sie der Dalai Lama in den 1960ern des Öfteren in Lund.

Britta Holmström starb in Lund am 4. Oktober 1992.

Auszeichnungen Britta Holmström wurde weitreichend für ihre Verdienste ausgezeichnet. 1950 erhielt sie für ihre humanitären Dienste vom Wochenmagazin Svensk Damtidning den Academy Prize. Gefolgt von dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 1954 mit dem Großkreuz in besonderer Ausführung. 1960 erhielt sie den schwedischen Wasa-Orden. Außerdem erhielt sie eine Ehrendoktorwürde der Medizin von der Universität Lund im Jahr 1961. 1973 erhielt sie, als eine der wenigen Frauen den schwedischen Seraphim-Orden. Vom Papst persönlich wurde ihr die Benemerenti-Medaille im Jahre 1977 überreicht.

Außerdem wurde Britta Holmström mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

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Einzelnachweise

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