mini|Emmanuel Coulange-Lautrec – Marseille, vue de Saint-Barthélemy (1894). Musée de la Marine, Marseille Emmanuel Coulange-Lautrec (eigentlich Jean Anne Emmanuel Henri Coulange; * 1. Januar 1823 in Nîmes; † 19. August 1898 ebenda) war ein französischer Maler, Lithograf und Kunstpädagoge. Er wirkte vor allem in Marseille und schuf Historienbilder, orientalisierende Darstellungen, Landschaften, Stillleben sowie monumentale Wanddekorationen für öffentliche und private Bauwerke im Süden Frankreichs.
Leben Emmanuel Coulange-Lautrec studierte an den Kunstschulen von Nîmes und Marseille. Nach neueren französischen Quellen absolvierte er in Marseille eine Ausbildung in Architektur und Dekorationsmalerei bei François Pierre Barry. Seit den 1860er Jahren stellte er regelmäßig im Süden Frankreichs aus. Zwischen 1869 und 1876 war er mit mehreren Werken auf dem Salon de Paris vertreten. Reisen führten ihn nach Algerien und Tunesien. Die dort gewonnenen Eindrücke fanden Eingang in zahlreiche orientalisierende Kompositionen. Sein großformatiges Gemälde Vue de la ville et des ports d’Alger wurde auf dem Salon von 1869 gezeigt und vom französischen Staat angekauft.
1877 wurde Coulange-Lautrec Professor an der École des Arts industriels et décoratifs beziehungsweise der École des beaux-arts in Marseille. Dort unterrichtete er unter anderem Perspektive sowie industrielle und dekorative Künste. Zu seinen Schülern gehörte der Maler Jean Roch Isnard. Coulange-Lautrec war der Vater des Malers und Plakatkünstlers Jules Coulange-Lautrec (1861–1950).
Coulange-Lautrec starb am 19. August 1898 in Nîmes.
Werk mini|Emmanuel Coulange-Lautrec – Ein maurisches Raucherzimmer (1856). Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum Das Werk Coulange-Lautrecs umfasst Historienbilder, orientalistische Szenen, Landschaften, Marinebilder und Stillleben. Seine Orientdarstellungen stehen im Zusammenhang mit seinen Reisen nach Nordafrika. Besondere Bekanntheit erlangte das Panorama Vue de la ville et des ports d’Alger, das 1869 auf dem Salon ausgestellt wurde.
Daneben schuf er Ansichten der Provence und des Mittelmeerraums sowie Stillleben, die nach zeitgenössischen Quellen von der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts beeinflusst waren. Neben der Tafelmalerei führte Coulange-Lautrec zahlreiche dekorative Aufträge aus. Er gestaltete Wand- und Deckendekorationen für Kirchen, Schlösser, Villen und öffentliche Gebäude im französischen Midi. Zu den dokumentierten Arbeiten gehören Ausstattungen in Marseille, darunter Dekorationen für die Börse der Stadt.
Literatur André Alauzen, Laurent Noet: Dictionnaire des peintres et sculpteurs de Provence-Alpes-Côte d’Azur. Jeanne Laffitte, Marseille 2006. Coulange-Lautrec, Emmanuel. In: Jacques Busse: E. Bénézit – Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. Band 4: Coudert-Dzwonowski. Gründ, Paris 1999, ISBN 2-7000-3014-1, S. 8 (französisch, ). Émile Bellier de La Chavignerie, Louis Auvray: Dictionnaire général des artistes de l’École française depuis l’origine des arts du dessin jusqu’à nos jours. Supplément. Librairie Renouard, Paris 1887.
Pierre Sanchez, Xavier Seydoux: Les catalogues des Salons des beaux-arts. L’Échelle de Jacob, Paris / Dijon 1999–2014.
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Einzelnachweise
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