Heinrich Newesely (* 11. Januar 1933 in Innsbruck; † 3. April 1993 in Berlin) war Hochschullehrer an der Technischen Universität und Professor für Medizinische Chemie und Werkstoffkunde sowie Direktor des Instituts für klinisch-theoretische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Freien Universität Berlin. Ein Schwerpunkt seiner Forschung war die Kariesprophylaxe.
Leben Heinrich Newesely war ein Sohn des promovierten Juristen Gottfried Newesely und dessen Ehefrau Maria, geb. Polzer.Newesely, Heinrich. In: Who’s Who in Germany. 1982-1983. 8. Ausgabe. Who's who the International Red Series, Wörthsee 1983, ISBN 3-921220-46-7, S. 1182. Er studierte Chemie, Mineralogie, Physik, Mathematik sowie Philosophie an der Universität Innsbruck und absolvierte 1955 die Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien für die Fächer Chemie, Mathematik und Physik. Ein Vortrag in Isparta über die Fluorose der Zähne, den er im gleichen Jahr besuchte, brachte ihn erstmals in Kontakt mit der Zahnheilkunde. Er arbeitete danach mikroanalytisch und mikromorphologisch an der Universität Innsbruck bei Erika Cremer und wurde 1957 über das Calciumphosphat Whitlockit promoviert.
1958 war Newesely ein Jahr lang am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft bei Johann Gerhard Helmcke und Ernst Ruska tätig. Dort führte er quantitative Untersuchungen zur Einlagerung des Fluorids in den Apatit durch, womit die Wirkungsweise des Fluorids bei der Kariesprophylaxe geklärt wurde. Es gelang ihm erstmals, Octacalciumphosphat zu synthetisieren und er beschrieb dessen Umwandlung in Apatit. Von 1958 bis 1962 hielt er sich an der TU Berlin zwecks Studien der physikalischen und technischen Chemie bei Iwan Stranski und der Kristallchemie bei Hugo Strunz auf. Als 1964 ein von der Volkswagenstiftung finanziertes Institut für Kariesforschung errichtet wurde, übernahm er dort die Leitung der Kristallchemischen Abteilung, welche sich am Fritz-Haber-Institut befand. 1968 liefen die Mittel aus und er kehrte an die TU Berlin zurück, wo er sich bereits 1965 bei Strunz zum Dr.-Ing. habil. habilitiert hatte. Am dortigen Iwan-N.-Stranski-Institut wurde er 1969 zum außerplanmäßigen Professor für Kristallchemie und MikromorphologieHumanismus und Technik Jahrbuch. 1991, S. 92. ernannt. 1972 folgte seine Berufung als Professor an den Fachbereich Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der FU Berlin, wo er seitdem die Abteilung Spezielle Medizinische Chemie und Werkstoffkundliche Theorie leitete. 1974 wurde er Direktor des Instituts für klinisch-theoretische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der FU Berlin.Newesely, Heinrich. In: Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender.De Gruyter, Berlin 1996, ISBN 3-11-014915-X, S. 978.
Newesely erhielt 1963 den Jahrespreis der European Organisation for Caries Research (ORCA) für die Strukturbestimmung des Carbonatapatits in der Zahnhartsubstanz und 1966 den Jahrespreis der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Er war Mitglied der Kommission für Biokristallitforschung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und Leiter des Internationalen Dokumentationszentrums für präventive Zahnheilkunde, das 1981 in Wien eröffnet wurde.Österreichische Zeitschrift für Stomatologie. Band 78. 1981, S. 152.
Heinrich Newesely war mit Elisabeth Newesely, geb. Weingartner (* 6. Februar 1935 in Innsbruck; † 16. Juni 2026 in Berlin)Traueranzeige Elisabeth Newesely, geb. Weingartner. In: trauer.tagesspiegel.de. Abgerufen am 12. Juli 2026. verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.Newesely, Heinrich. In: Wer ist wer?: Das Deutsche who’s who. 30. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1991, S. 988. In seinen letzten Lebensjahren litt Newesely unter einer Krankheit, arbeitete aber trotzdem bis kurz vor seinem Tod weiter. 1993 starb er im Alter von 60 Jahren.
Publikationen (Auswahl)
Kristallchemische und mikromorphologische Untersuchungen schwerlöslicher Calciumphosphate. Berlin 1965 (= Habilitationsschrift vom 16. Februar 1965, TU Berlin, Fakultät für Bergbau und Hüttenwesen).
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Einzelnachweise
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