Die 128. Separate Gebirgssturmbrigade Transkarpatien (Militäreinheit Nr. А1556; , 128 ОГШБр, в/ч: А1556) ist ein Verband des ukrainischen Heeres. Sie ist der zweitälteste militärische Verband der Ukraine.
Geschichte Sowjetunion Die heutige Brigade wurde bereits am 12. Juli 1922 als 1. Turkmenische Schützendivision in Poltorazk gegründet. 1930 wurde sie zu einer Gebirgsdivision und 1935 in die 83. Gebirgsschützendivision umbenannt.
Im Januar 1942 wurde sie im Rahmen der anglo-sowjetischen Invasion Irans in den Iran entsendet. Ab dem 1. Januar 1943 kämpfte sie bei Krasnodar und nahm teil an der Rückeroberung des Kubans und der Halbinsel Taman. Darauf erhielt sie den Ehrenstatus einer sowjetischen Garde und wurde in die 128. Garde-Gebirgsschützendivision umbenannt.
Am 24. April 1944 wurde der Division für ihre Teilnahme an der Schlacht um die Krim der erste Rotbannerorden verliehen. Im August desselben Jahres kämpfte die Division in den Karpaten. Sie eroberte Nordostungarn, das spätere Transkarpatien, und überschritt am 12. Oktober 1944 die Grenze zur Tschechoslowakei. Teile der Division besetzten Ostrava, Olmütz und weitere Orte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verband in Mukatschewo stationiert und war beteiligt an der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands im Jahr 1956. Sie nahm Debrecen, Szolnok und Jászberény ein, und stürmte mit weiteren Verbänden Budapest. Danach, am 15. Dezember 1956, wurde sie temporär in Esztergom stationiert und in die 128. Garde-Motorisierte Schützendivision umbenannt. Auch während des Prager Frühlings 1968 war sie Teil des Einmarsches der Truppen des Warschauer Paktes. Während der Invasion wurden 11 ihrer Soldaten getötet.
Bis 1991 war sie in weiterhin Mukatschewo stationiert und erhielt weitere Ehrungen und Auszeichnungen.
Ukraine Nach dem Zerfall der Sowjetunion schwor das Personal der Division im Januar 1992 den Treueid auf das ukrainische Volk. Am 31. Dezember des Jahres wurde der Kommandeur der jetzt 128. Mechanisierten Division, Wjatscheslaw Sabolotnyj, vom Oberst zum Generalmajor befördert.
Am 23. August 1998 wurde ein weiterer Kommandeur des Verbands, Oleksandr Maslentschuk, zum Generalmajor befördert.
Am 27. Mai 2000 überreichte der Verteidigungsminister, Oleksandr Kusmuk, der Division ihre neue Truppenfahne und auf Erlass des Präsidenten den Ehrentitel Transkarpatien.
Am 18. Juni 2004 wurde die Division in eine Brigade umstrukturiert, und 2013 wurde die mechanisierte Brigade zur 128. Garde-Gebirgsbrigade.
Russisch-Ukrainischer Krieg
Nach dem Ausbruch des Krieges im Donbass kämpfte die Brigade unter anderem während der Schlacht um Debalzewe.
Am 24. August 2015 erhielt die Gebirgsbrigade, als einer der wenigen Verbände, die die Ehrenauszeichnung Für Mut und Tapferkeit (in Blau) vom damaligen Präsidenten Petro Poroschenko.
Im Rahmen der Dekommunisierung in der Ukraine wurden dem Verband am 18. November 2015 die sowjetischen Ehrungen aberkannt, mit Ausnahme der battle honour Transkarpatien 1945. Am 22. August 2016 wurde der Gardetitel ebenfalls entfernt.
Seit dem 1. Juni 2018 ist der Verband bekannt als 128. Gebirgssturmbrigade und erhielt das neue Verbandsabzeichen.
Vollinvasion 2022 mini|Brigadesoldatin während der Befreiung von Cherson Ein Stützpunkt der 128. Brigade wurde am 24. Februar 2022 im Zuge der ersten russischen Angriffe auf militärische Ziele bombardiert. Der Verband gab den Stützpunkt auf und wurde in die Nähe von Melitopol verlegt. Schließlich wurde sie 113 Kilometer weiter nördlich verlegt, wo sie ab April Stellung bezog, um ein Vordringen russischer Truppen auf Saporischschja zu verhindern.
Die Bataillonskampfgruppe unter dem Kommando von Oberst Denys Tschajuk befand sich zu Beginn der Vollinvasion auf einem Übungsgelände in der Oblast Dnipropetrowsk. Sie legte 200 km zurück, um am nächsten Tag Melitopol zu erreichen und den Rückzug der ukrainischen Nationalgarde aus der Stadt zu decken. Später zog sie sich zur Verteidigungslinie Wassyliwka-Tokmak und schließlich zur Verteidigungslinie bei Kamjanske-Orichiw zurück, wo sie die russische Offensive erfolgreich stoppte. Am 25. April 2022 verlieh Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Kommandeur Denys Tschajuk den Ehrentitel Held der Ukraine.
Im selben April nahmen Einheiten der Brigade an den Kämpfen in der Oblast Luhansk teil. Am 7. April wurde bekannt gegeben, dass sie russische Truppen 6–10 Kilometer von Kreminna zurückgedrängt hatten.
Am 6. Mai 2022 wurde dem Verband zum zweiten Mal die Ehrenauszeichnung Für Mut und Tapferkeit verliehen. Sie war auch hier unter den ersten die die neuaufgelegte Auszeichnung von Präsident Selenskyj erhielten.
In ihrer Heimatregion Transkarpatien fand am 2. September 2022 ein Trauertag statt, nachdem neun Einwohner der Region, die in der Brigade gedient hatten, ums Leben gekommen waren.
Die Gebirgssturmbrigade nahm teil an der Cherson-Gegenoffensive. Sie befreite Myroljubiwka am 3. Oktober, gefolgt von weiteren von Dörfern am rechten Ufer des Dnepr, zusammen mit der 60. Mechanisierten Brigade.
Im Februar 2023 gab Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannt, dass die Brigade in der Oblast Saporischschja kämpfe. Der damalige Brigadekommandeur Dmytro Lyssjuk bestätigte Mitte Oktober 2023 gegenüber The Guardian, dass die sie weiterhin in der Oblast Saporischschja im Einsatz waren.
Am 3. November 2023 tötete ein russischer Angriff mehrere Angehörige der Brigade während einer Verleihungszeremonie zum Tag der Raketen- und Artilleriekräfte. Am 5. November berichtete der ukrainische Abgeordnete Oleksij Kutscherenko von 28 getöteten und 53 verwundeten Soldaten. In der Oblast Transkarpatien wurde eine dreitägige Staatstrauer abgehalten. Am 6. November bestätigte die 128. Brigade selbst den Tod von 19 Soldaten bei dem Angriff. Lyssjuk, der verspätet zur Zeremonie erschienen war und unverletzt blieb, wurde von seinem Posten entlassen, während die Behörden eine Untersuchung einleiteten.
Struktur 128. Gebirgssturmbrigade Hauptquartier 25px Führungs- und Kontrollbataillon 25px 1. Gebirgssturmbataillon 25px 2. Gebirgssturmbataillon 25px 3. Gebirgssturmbataillon 25px 4. Gebirgssturmbataillon 25px 15. Gebirgssturmbataillon 25px 534. Pionierbataillon 25px Bataillon Unbemannter Systeme Söhne von Chors 25px Motorisiertes Bataillon Wedmedi 25px Panzerbataillon Artilleriegruppe Feuerleitungsbatterie 25px Selbstfahrlafettendywision 25px Raketenartilleriedywision 25px Panzerabwehrartilleriedywision 25px Flugabwehrdywision Instandsetzungsbataillon 25px Logistikbataillon 25px Aufklärungskompanie Panzerabwehrkompanie Sanitätskompanie
Kommandeure Generalmajor Wiktor Hretschaninow (1989–April 1992) Oberst Wjatscheslaw Sabolotnyj (1992) Oberst Serhij Kyrytschenko (1995) Oberst Oleksandr Maslentschuk (Juli 1996–September 1998) Generalmajor Henadij Worobjow (1998–2002) Oberst Serhij Horoschnikow (2002–2004) Oberst Wiktor Hanuschtschak (2004–2007) Oberst Petro Romyhajlo (2007–2010) Oberst Oleh Chrystenko (2010–2014) Oberst Serhij Schaptala (2014–2017) Oberst Serhij Sobko (2017–2019) Oberst Jewhen Korosteljow (Oktober 2019–19. November 2019) Oberst Oleh Hontscharuk (19. November 2019–2022) Oberst Denys Tschajuk (7. September 2022–15. Dezember 2022) Oberst Dmytro Lyssjuk (ab 15. Dezember 2022) Oberst Ihor Burdejnyj (seit Mai 2025)
Siehe auch 93. Mechanisierte Brigade 47. Mechanisierte Brigade 155. Mechanisierte Brigade
Weblinks
Einzelnachweise
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