mini|Rom, Trajanssäule (113 n. Chr.) Der Begriff der kontinuierenden Darstellungsweise bezeichnet ein Prinzip der Organisation von mehrszenigen Bilderzählungen. Im Gegensatz zum Verfahren in modernen Comics sind die einzelnen Szenen der Erzählung dabei nicht durch separate Bildfelder voneinander getrennt, sondern weisen einen gemeinsamen Hintergrund auf. Die einzelnen Szenen sind deshalb nur durch bildinterne Elemente oder die Ausrichtung der Figuren auf das Zentrum der jeweiligen Szene voneinander geschieden. Maßgebliche Beispiele für das Verfahren bilden die Trajanssäule in Rom oder der Teppich von Bayeux. Der Begriff geht auf den Wiener Kunsthistoriker Franz Wickhoff zurück, der das Verfahren erstmals am Beispiel der Trajanssäule sowie römischer Sarkophage der Kaiserzeit ausführlich analysierte. Entgegen der Annahme von Wickhoff bildet diese Art von Bilderzählung keine genuine Neuerung der römischen Bildkunst, sondern ist bereits zuvor in verschiedenen Kulturen zu beobachten, so unter anderem am Telephosfries des Pergamonaltars (2. Jh. v. Chr.).
Literatur
Roger David von Dippe, The Origin and Development of Continuous Narrative in Roman Art, 300 B.C. – A.D. 200 (Diss. University of Southern California 2007) Burkhard Emme, Das Problem der `kontinuierenden Darstellungsweise´ in der römischen Flächenkunst. Phaeton: Eine Fallstudie, Visual Past 4, 1, 2016, 119–145.
Einzelnachweise
Kategorie:Bildende Kunst