mini|hochkant|Johann Antoniewicz Johann Antoniewicz, auch Johann Ritter von Antoniewicz oder Jan von Bołoz Antoniewicz (geboren am 3. Mai 1858 auf Gut Skomorochy bei Buczacz, Polen; gestorben am 29. November 1922 in Bad Elster), war ein polnischer Kunsthistoriker und Professor für Kunstgeschichte in Lemberg. Er verwendete auch das Pseudonym „Peregrinus“.

Leben Antoniewicz war ein Sohn des Gutsbesitzers und Herren auf Skomorochy Anton Boloz von Antoniewicz († Dezember 1881) und dessen Frau Albine in Galizien. Er studierte nach Abschluss der Schulausbildung am St.-Annen-Gymnasium in Krakau von 1876 bis 1880 zunächst Rechtswissenschaften an der Jagiellonen-Universität, wechselte jedoch schnell zur Germanistik und Romanistik. Am 6. November 1880 promovierte er dort mit seiner Dissertation über die Entstehung von Friedrich Schillers Demetrius. Im Wintersemester 1880/1881 besuchte er das Seminar von Karl Weinhold an der Universität Breslau. Anschließend setzte er seine Ausbildung bei Michael Bernays und Konrad Hofmann an der Ludwig-Maximilians-Universität in München fort. Hier war er für Joseph Kürschners Deutsche Nationalliteratur. Nach dem Tod seines Vaters unterbrach er das Studium für zwei Jahre und setzte es vom Herbst 1884 bis 1890 fort. Durch Bernays wurde er angeregt, sich mit den Fragen der Ästhetik zu befassen und widmete sich fortan der Kunstgeschichte.

1892 wurde er als Dozent an die Johann-Kasimir-Universität nach Lemberg berufen. Am 1. Oktober 1893 wurde er dort Professor für neuere Kunstgeschichte. Am 18. Januar 1894 wurde er zum Restaurator für Denkmäler mittelalterlicher und moderner Kunst ernannt. Unter seiner Leitung fand 1894 eine retrospektive Ausstellung polnischer Kunst statt und er schuf 1898 ein Kunsthistorisches Institut. Antoniewicz war zeitweise Präsident der Kunstfreunde in Lemberg und Mitglied der Krakauer Akademie der Wissenschaften. Er verfasste mehrere Aufsätze und Schriften und beschäftigte sich eingehend mit Johann Elias Schlegel und seinen SchriftenAntoniewicz, Johann. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Band 1, 1. Lieferung, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 25 (biographien.ac.at). und verfasste auch eine Monografie zu dem Maler Artur Grottger. In den Jahren 1877 bis 1879 arbeitete er als Sekretär und Herausgeber einer Zeitschrift der Gesellschaft der Stenografen in Krakau, 1886 bis 1887 war er Sekretär der Österreichisch-Ungarischen Gesellschaft in München und vom 15. Juli 1891 bis zum 1. April 1894 war er Vorsitzender des Kreistags von Buczacz.

Familie Seit dem 29. September 1883 war er mit Anna Marie (geborene von Bamberg; 16. Februar 1859 – 24. Juli 1921) verheiratet, einer Tochter des Freiherrn Joseph von Bamberg (24. Februar 1801 – 9. November 1870) und dessen Frau Anna (geborene Freiin Eminger; 2. Mai 1833 – 19. September 1894). Karl Antoniewicz (25. Januar 1885 – 1928) Johanna oder Janina Antoniewicz (2. Oktober 1886 – 1952) ⚭ mit Edmund Ślubicz-Załęski, Marie Antoniewicz (* 25. März 1890 – 1956)

Ehrungen (Auswahl) 1885: Ordentliches Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften 1886: Ordentliches Mitglied des Historischen Vereins in München 1897: Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste 1898: Ritter des Franz-Joseph-Ordens Ab 1901: Präsident der Lemberger Gesellschaft der Freunde der Schönen Künste. 1905: Ritter des Ordens der Eisernen Krone für seine Verdienste um die Konservierung 1914: Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste und Mitglied der Zentralen Konservierungskommission in Wien sowie Mitglied des Österreichischen Kunstrates.

Schriften (Auswahl) Über die Entstehung des Schiller’schen Demetrius. Lemberg 1880 (Dissertation). Das Nibelungenlied in polnischer Sprache. In: Allgemeine Zeitung. München 17. Januar 1884 (Beilage Nr. 17). (Hrsg.): Johann Elias Schlegels aesthetische und dramaturgische Schriften. Henninger, Heilbronn 1887 ( mit einer ausführlichen Einleitung). Ikonographisches zu Chrestien de Troyes. In: Romanische Forschungen. Fr. Junge, Erlangen 1890, S. 241–268 (). Schlegel, Johann Elias. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Band 31, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 378–384. O wieczerzy Lionarda da Vinci. In: Anzeiger der Akademie der Wissenschaften in Krakau. Krakau 1904, S. 53–66 (Das Abendmahl Lionardos, books.google.de). Über den Münzfund a. d. Strecke Hadynkonce–Czortköw. In: Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und Historischen Denkmale. Neue Folge, Band 25, Anton Scholl, Wien 1909.

Georg Ritter von Kieszkowski, Adalbert Stanislaus Ritter von Turczyński: Katalog der polnischen Kunstausstellung, Wien-Künstlerhaus 11. April bis 10. Mai 1915. A. Holzhausen, Wien 1915 (Vorwort).

Literatur

H. d’Abancourt: Antoniewicz Jan Bołoz (1858–1922). In: Polski Słownik Biograficzny. Band 1: Abakanowicz Abdank Bruno – Beynart Wojciech. Polska Akademia Umiejętności, Krakau 1935, S. 137–139 (polnisch). Antoniewicz, Johann. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Band 1, 1. Lieferung, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 25 (biographien.ac.at).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens der Eisernen Krone (III. Klasse) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1858 Kategorie:Gestorben 1922 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Hochschullehrer (Nationale Iwan-Franko-Universität Lwiw)