Gyula Foky-Gruber (* 1927 in Ungarn; † 2014) war ein ungarischer Komponist, Arrangeur, Verleger, konzertanter Flötist, Pianist und Entwickler besonderer Flöten, für die er Patente besaß.Gyula Foky-Gruber: Ungarische und rumänische Volksmusik. (Musikaufnahme) Wien : Amadeo, [196-?] (nypl.org)

Leben und Werk Foky-Gruber wurde 1927 in Südungarn geboren. Er stammte aus einer Familie, die dort über viele Generationen als Hirten arbeitete. Foky-Gruber begann ein Kompositionsstudium an der Musikakademie in Budapest. 1956, nach dem missglückten ungarischen Volksaufstand,Flüchtlinge. In: Der Ungarische Volksaufstand im Jahr 1956. Deutscher Bundestag Wissenschaftliche Dienste, 2006, S. 32. (bundestag.de (PDF; 0,4 MB)) floh er im Alter von 29 Jahren aus Ungarn und ließ sich in Wien nieder.Gyula Foky-Gruber. Nik Tarasov traf den ungarischen Flötenbauer und -spieler. In: Windkanal, Nummer 4, 2000, S. 14 (windkanal.de (PDF; 5,2 MB))Doblinger 2016, Orgel/Cembalo, S. 59. Etwa 1959 erfolgte die erste Schallplattenproduktion mit Bearbeitungen ungarischer Volksmusik.Covertext von Foky-Gruber: Ungarische und rumänische Volksmusik. Wien Die unterschiedlichen Aufnahmen erschienen unter verschiedenem Label in Österreich, in der Schweiz und in Japan..

Bereits in den ersten Jahren seines konzertanten Erfolgs experimentierte Foky-Gruber mit dem Bau verschiedener Flöten. 1958 entwickelte er eine zylindrische Hirtenflöte aus Metall, für die er 1962 ein deutsches Patent erhielt. Die Firma Hopf baute diese Blockflöten 1965–1970 und produzierte mit Foky-Gruber eine Promotion-Single, auf der er auf seiner Flöte spielte. Später produzierte Foky-Gruber die Flöte selber bzw. die Werkstätten von Peter Kobliczek und Christoph Hammann. Seine Kompositionen erscheinen in renommierten Musikverlagen auch in Druckfassung (unter anderem Verlag Doblinger, Moeck und Melisma Musik/Wiesbaden). Nach seinem Umzug nach Wiesbaden war Foky-Gruber als Musiklehrer an Gymnasien und Konservatorien tätig.

Nach einer schweren Erkrankung (1972) baute er seine Karriere sowohl als klassischer als auch als Folk-Musiker aus und gastierte auf Festivals wie zum Beispiel dem Ingelheimer Eurofolk-Festival (1974), Domizil Folk-Festival (1974), den Idsteiner Schloss-Konzerten (1976) und dem Mainzer Open Ohr (1977). Er war Mitglied der „One-World-Gospel-Group“ (Tournee 1992 mit u. a. Antoine Fillon, Bernhard Dill, Rosanna Tavares und Zélia Nogueira da Fonseca (Rosanna & Zélia), Eric Ti-i-Taming, Oscar Pearson, Charlie Carr) und er spielte die Soloflöte auf den Alben „Heinz Rühmann liest die Bergpredigt“ und „Willy Millowitsch - Im Anfang war das Wort“ (künstlerische Gesamtleitung Alexander Lipping).

Guyla Foky-Gruber starb im Jahr 2014.

Rezeption In einem mehrseitigen Beitrag wurde Foky-Gruber im Jahr 2000 in der Blockflöten-Fachzeitschrift Windkanal vorgestellt, die ihn im Editorial als Kosmopoliten bezeichnet, der „für die einen ein rotes Tuch [sei], für die anderen ein genialer Künstler, der die Brücke von der „ernsten“ Musik zur Folklore schlägt und durch sein Temperament, seine Musikalität begeistert. Gleichzeitig ein Tüftler, Erfinder, Barmusiker, Instrumentenbauer…“Editorial. In: Windkanal, Nummer 4, 2000, S. 3 (PDF, Digitalisat)

Diskographie Alben (Vinyl) Ungarische und rumänische Volksmusik. (Masterstone o. J; 1959) Gyla Foky: Ungarische Volks- und Hirtenlieder. (Amadeo; 1960) Gyla Foky und sein Ensemble: Ungarische Volks- und Hirtenlieder (Columbia Japan; 1965) Domicil Folklore Produktion Domizil Folk-Festival ’74 (1974) Gyula Foky: Ungarische Hirtenflöte (Phonac Records Switzerland; 1976) Edition Venceremos: Konzert für Terre des hommes (1977) Foky-Gruber: Konzertante Folklore (Opus; 1983)

CD Heinz Rühmann liest Die Bergpredigt, Kulturbüro Frankfurt (1992) Heinz Rühmann liest Die Bergpredigt, Weltbild Wort (1992) Willy Millowitsch – Im Anfang war das Wort, Weltbild Wort (1994)

Gedruckte Noten als Buch (Komponist und Bearbeiter) Hungarian Folksongs bearbeitet von Gyula Foky (Carmina No. 26). Universal Edition A.G. Wien, 1965. Carmina No. 28 Ungarische Volkslieder – Hungarian Folksongs. Universal Edition A.G. Wien. Kleine Stücke für Blockflöte (C oder F) und Klavier (Cembalo) unter Verwendung ungarischer Volksweisen, Heft 1 (13). Musikverlag Doblinger 1970. Kleine Stücke für Blockflöte (C oder F) und Klavier (Cembalo) unter Verwendung ungarischer Volksweisen, Heft 2 (14). Musikverlag Doblinger 1970. Ungarische Liebeslieder. Musikverlag Doblinger 1982. Gyula Foky-Gruber: Suite über ungarische Volkslieder für Sopranblockflöte und Klavier. Moeck Musikinstrumente + Verlag GmbH, 2002.

Literatur Gyula Foky-Gruber. Nik Tarasov traf den ungarischen Flötenbauer und -spieler. In: Windkanal, Nummer 4, 2000, S. 14–17 (PDF, Digitalisat, mit Porträtfoto) Foky-Gruber, Gyula. In: Kürschners Musiker-Handbuch, 2006, K. G. Saur, München 2006, ISBN 978-3-598-24212-0, S. 120 (Snippet)

Weblinks Originalkompositionen für Blockflöte & Klavier | Deutschland und Österreich, 1960 ff. In: erta.de. Gyula Foky-Gruber bei Discogs

Einzelnachweise

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