Jacob Weinberg (; geboren in Odessa, Russisches Kaiserreich; gestorben 2. November 1956 in New York City) war ein ukrainisch-US-amerikanischer Pianist, Musikpädagoge und Komponist. mini|hochkant|Jacob Weinberg (1927)

Leben Jacob Weinberg war ein Sohn des Kaufmanns Wolf (Zev) Weinberg und der Dora Weinberg, sein Vater starb, als er zwölf Jahre alt war. Einer seiner Onkel war der literarische Übersetzer Pjotr Weinberg. Er machte eine Banklehre und studierte mit Abschluss Jura an der Universität Moskau, ohne in dem Beruf zu arbeiten. Er studierte Klavier am Moskauer Konservatorium unter anderem bei Sergei Taneyev und Michail Ippolitow-Iwanow. Für ein Jahr ging er 1910 zu Theodor Leschetizky an das Wiener Konservatorium.

Weinberg trat in Russland als Pianist auf, auch im Klavierduo. Er komponierte eine „Rachmaniana“ für zwei Klaviere nach Motiven von Rachmaninow. Weinberg komponierte 135 Instrumentalstücke, vornehmlich für Klavier. Er unterrichtete Klavier am Konservatorium Odessa. Er heiratete Theresa Bernstein, sie hatten ein Kind.

Während der Russischen Revolution geriet er in die Haft der Bolschewiki und floh 1922 mit der Familie nach Palästina. Weinberg beteiligte sich als Musiklehrer an dem von Emil Hauser in Jerusalem gegründeten Palestine Conservatory. Er vollendete dort Libretto und Partitur seiner hebräischsprachigen Oper Pioniere (Hechalutz), deren Inszenierung durch Mordechai Golinkin scheiterte an finanziellen Problemen dessen Opernunternehmens, es wurden aber 1924 und 1927 Szenen aus der Oper konzertant aufgeführt.Lühe, S. 299. Weinberg zog 1927 in die USA, wo die Oper 1934 im Mecca Temple in New York uraufgeführt wurde. Im September 1938 brachte der Jüdische Kulturbund die Oper in der deutschen Übersetzung durch Mascha Kaléko unter dem Titel „Die Chaluzim“ konzertant mit dem Dirigenten Chemjo Vinaver in der Synagoge Prinzregentenstraße in Berlin heraus, unter den Solisten war die Sopranistin Mascha Benya.Lühe, S. 300.

Weinberg unterrichtete in den USA am New York College of Music und am Hunter College. Er organisierte jüdische Musikereignisse in New York und anderen Städten.

Kompositionen mini|hochkant|Moishe Oysher singt Oper Kammermusik Klavierkonzert Chormusik Lieder Musik zu dem Musikfilm Yankl der Shmid (1938) Jacob Weinberg (1879–1956), Schallplatten, bei yiddishmusichttps://yiddishmusic.jewniverse.info/weinbergjacob/index.html

Literatur Weinberg, Jacob. In: Grove Dictionary of Music and Musicians. Band 20, 1980, S. 313. Jehoash Hirshberg: Music in the Jewish community of Palestine 1880–1948. A social history. Clarendon Press, Oxford 1995 Barbara von der Lühe: Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina. Ihr Beitrag zur Entwicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und Musikpädagogik seit 1933. Lang, Frankfurt am Main 1999, S. 299 f. Ellen Weinberg Mausner: Jacob Weinberg: Musical Pioneer. New York 2021

Weblinks

Jacob Weinberg, bei Prabook Neil W. Levin: Jacob Weinberg 1879–1956, Kurzbiografie bei Milken Archive Dr. Jacob Weinberg, Noted Jewish Composer, Dies in New York, Jewish Telegraphic Agency, 5. November 1956

Einzelnachweise

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