Der Kaiser und sein Bäcker (tschechisch Císařův pekař – Pekařův císař) ist eine tschechoslowakische Verwechslungskomödie von Martin Frič von 1952.
Handlung Kaiser Rudolf II. sucht nach dem legendären Golem und möchte eine Verjüngungskur machen. Ein Hofastrologe verabreicht ihm eine angebliche solche, die aber nur aus Alkohol und Morphium besteht, sodass er einschläft.
Der Bäckerlehrling Matej wird von einer wütenden Menge gedrängt, Brote zu verteilen, die eigentlich für den kaiserlichen Hof bestimmt sind, was er auch tut. Daraufhin wird er in den Kerker geworfen. Dort kann er entfliehen und landet in den Gemächern des Kaisers. Er wird in einer Badewanne entdeckt und wegen seiner Ähnlichkeit für den verjüngten Kaiser gehalten. Der tatsächliche Herrscher glaubt dieses auch, nachdem er wieder erwacht ist, und zieht sich aufs Land zurück. Der junge Kaiser Matej möchte nun gerecht regieren, entlässt viele Hofbeamte und verbessert die Lebensbedingungen des Volkes. Am Schluss kehrt der richtige Kaiser wieder auf den Thron zurück und Matej zieht mit seiner Katařina aufs Land.
Hintergründe Jan Werich und Jiří Voskovec hatten um 1930 ein Theaterstück über den Golem geschrieben, nach dem es auch eine Verfilmung gab, allerdings mit einer stark veränderten Handlung. Um 1950 bemühte sich Jan Werich um eine erneute Verfilmung. Er engagierte Jiří Krejčik als Regisseur, überwarf sich aber später mit diesem und beauftragte dann Martin Frič., mit einigen Einzelheiten Der Film wurde durch das Barrandov-Studio in Prag produziert und wurde der dritte farbige Langspielfilm in der ČSR.
Die Erstaufführung war am 6. Januar 1952 in Prag. Danach sahen ihn über 2,2 Millionen Besucher in der ČSR. Für das Ausland wurde der zweiteilige Film von 144 auf 112 Minuten gekürzt, indem einige propagandistische Szenen und einige Lieder herausgenommen wurden.Werichův pekař a císař: Agitka, legenda, historie - ale hlavně sranda ceskatelevize, 2012, mit einigen Informationen 1953 wurde in der DDR eine synchronisierte Fassung hergestellt, für die fünf Beteiligte jeweils einen Heinrich-Greif-Preis III. Klasse erhielten.Der Kaiser und sein Bäcker DEFA-Stiftung, mit einer erneuten Aufführung 1980 Im selben Jahr wurde er auch in Italien gezeigt, 1954 in Schweden, 1955 in Frankreich, Finnland, den USA, Belgien und Argentinien, danach in Dänemark, den Niederlanden, Österreich, Polen (mit über 2,2 Millionen Zuschauern), Ungarn, Bulgarien, Rumänien, der Sowjetunion, Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Irland, Island, der Türkei, im Libanon, in Indien, Pakistan, der Mongolei, Australien, Kolumbien, Uruguay und Paraguay. In der Bundesrepublik Deutschland wurde er anfangs durch die Filmzensur nicht zugelassen.Stephan Buchloh, "Pervers, jugendgefährdend, staatsfeindlich!" Zensur in der Ära Adenauer, Lang, Frankfurt 2002, -S. 225, wie auch mehrere weitere tschechoslowakische Märchenfilme, bisher sind keine Details bekannt, wahrscheinlich wegen der Herabwürdigung des Kaisers, später möglicherweise aufgehoben
Der Film ist bis in die Gegenwart in Tschechien und der Slowakei sehr beliebt und wird dort gelegentlich wieder gezeigt.
Weblinks
Der Kaiser und sein Bäcker DEFA-Stiftung Der Kaiser und sein Bäcker Filmdienst
Werichův pekař a císař: Agitka, legenda, historie - ale hlavně sranda ceskatelevize.cz, 2012
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1952 Kategorie:Tschechoslowakischer Film Kategorie:Filmkomödie