mini|hochkant|Carl Lindenberg um 1910, Mitgründer, langjähriger Vorsitzender und Namensgeber der Lindenberg-Medaille
Der Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e. V. ist ein Berliner Verein zur Philatelie. Er wurde am 16. Januar 1888 gegründet und gehört zu den ältesten philatelistischen Vereinen Deutschlands. In der Fachöffentlichkeit wird er als einer der traditionsreichen und international angesehenen philatelistischen Vereine beschrieben.
Besondere Bekanntheit erlangte der Klub als Stifter und verleihende Institution der Lindenberg-Medaille, einer internationalen Auszeichnung für besondere Leistungen auf dem Gebiet der philatelistischen Forschung und Literatur.
Geschichte
Der Klub wurde am 16. Januar 1888 in Berlin gegründet. Zu den prägenden Persönlichkeiten der frühen Vereinsgeschichte gehörte der Jurist und Philatelist Carl Lindenberg, der den Klub über viele Jahre leitete und nach dem später die Lindenberg-Medaille benannt wurde. Eine zeitgenössische englischsprachige Darstellung von 1912 bezeichnete Lindenberg als Gründer und früheren Präsidenten des Berliner Philatelisten-Klubs sowie als langjährigen Kurator der philatelistischen Abteilung des Reichspostmuseums.
Bereits in der Frühzeit trat der Klub auch als Herausgeber philatelistischer Literatur hervor. Zum zehnjährigen Bestehen erschien 1898 eine umfangreiche Festschrift mit Beiträgen unter anderem von Emilio Diena, Franz Kalckhoff, Hugo Krötzsch, Carl Lindenberg und William Amos Scarborough Westoby. Zum 25-jährigen Bestehen veröffentlichte der Klub 1913 eine weitere Festschrift, herausgegeben von Franz Kalckhoff, Paul Pirl und Erich Stenger, mit elf Tafeln und 138 Textabbildungen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Klub infolge des von den Alliierten 1945 erlassenen Vereinsverbots zwangsweise aufgelöst. Am 10. Mai 1948 erfolgte nach Aufhebung des Vereinsverbots die Wiedergründung. Im Landesarchiv Berlin ist für den Verein eine Archivüberlieferung im Bestand des Polizeipräsidiums Berlin mit der Laufzeit 1935 bis 1952 nachgewiesen.
Tätigkeit
Zu den Aktivitäten des Klubs gehören philatelistische Vorträge, die Präsentation und Diskussion von Sammlungen, die Beschäftigung mit Postgeschichte, Briefmarken, Ganzsachen und anderen Sammelgebieten sowie die Förderung philatelistischer Forschung und Fachliteratur. Die aktuelle BDPh-Vereinsliste führt den Klub mit regelmäßigen Treffen am ersten und dritten Montag im Monat im Restaurant Luise in Berlin-Dahlem; in den Monaten Juni bis August findet demnach nur ein Treffen am ersten Montag statt.
Bei der Festveranstaltung zum 130-jährigen Bestehen 2018 wurden mehrere philatelistische Kurzvorträge und eine kleine Briefmarkenschau angekündigt, die die Bandbreite der Klubaktivitäten und die Leistungsfähigkeit der Mitglieder zeigen sollten. PhilaHistorica berichtete, dass der damalige Präsident Michael Ehrig zu dieser Veranstaltung im Museum für Kommunikation Berlin über 50 Gäste begrüßte.
Publikationen und Jubiläen
Der Klub veröffentlichte wiederholt Festschriften, Ausstellungskataloge und Mitteilungen. Zur Jubiläumsschau 2013 im Museum für Kommunikation Berlin erschien die deutsch-englische Festschrift und Ausstellungspublikation Schönheit und Vielfalt. 125 Jahre Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e. V. Sie umfasst 108 Seiten und wurde zusammen mit dem Museum für Kommunikation Berlin und dem Potsdamer Philatelistischen Büro veröffentlicht.
Zum Doppeljubiläum 2018 gab der Klub eine weitere Festschrift im A4-Format heraus. Nach Angaben des APHV enthielt sie auf über 110 Seiten Beiträge zur frühen Berliner Philatelie sowie zu Sammelgebieten der Klubmitglieder.
Lindenberg-Medaille
mini|Lindenberg-Medaille mit dem Bildnis Carl Lindenbergs
Die Lindenberg-Medaille wurde am 6. Februar 1905 vom Berliner Philatelisten-Klub gestiftet und nach Carl Lindenberg benannt. Nach einer zeitgenössischen Darstellung wurde sie unabhängig von der Nationalität an Philatelisten vergeben, die sich durch besondere Leistungen in der philatelistischen Literatur oder Forschung hervorgetan hatten. Die Medaille wurde von Max von Kawaczynski gestaltet und trägt auf der Rückseite die englische Widmung „For Conspicuous Service to Philately“.
Die ersten Medaillen wurden 1906 an Edward Denny Bacon, Theodor Haas, Jacques Legrand und Emilio Diena vergeben. 2018 wurde berichtet, dass die Medaille seit 1906 bis dahin nur 64-mal verliehen worden war und zu den bedeutendsten internationalen Auszeichnungen für philatelistische Forschung und Literatur zählt.
Literatur
Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e. V., Museum für Kommunikation Berlin, Potsdamer Philatelistisches Büro: Schönheit und Vielfalt. 125 Jahre Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e. V. Festschrift und Katalog zum 125jährigen Jubiläum 1888–2013 in Berlin, 14.–17. Februar 2013, Museum für Kommunikation, Berlin = Beauty and diversity. Potsdamer Philatelistisches Büro, Potsdam 2013. Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e. V.: 130 Jahre Berliner Philatelisten-Klub, 1888–2018 / 70 Jahre Neugründung des Berliner Philatelisten-Klub von 1888. Berlin 2018. Franz Kalckhoff, Paul Pirl, Erich Stenger (Hrsg.): Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens des Berliner Philatelisten-Klub E. V. Berliner Philatelisten-Klub, Berlin 1913.
Weblinks
Website des Berliner Philatelisten-Klubs von 1888 e. V. Eintrag zum Berliner Philatelisten-Klub von 1888 in der Deutschen Digitalen Bibliothek
Einzelnachweise
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