mini|Ledicia Costas (2016) Ledicia Costas Álvarez (* 19. September 1979 in Vigo) ist eine spanische Anwältin und Schriftstellerin, die auf galicisch schreibt. Im Jahr 2022 war sie die erste und bisher einzige Autorin, die den Lazarillo-Preis für Jugendliteratur dreimal bekommen hat (2015, 2017 und 2022). Werdegang Costas studierte Rechtswissenschaften und arbeitete als Rechtsanwältin. Parallel dazu war sie als Schriftstellerin, Kinder- und Jugendbuchautorin tätig. Im Jahr 2000 veröffentlichte sie im Alter von 21 Jahren ihr erstes Werk Unha estrela no vento (zu deutsch Ein Stern im Wind). Nachdem sie mit weiteren Werken erfolgreich war, gab sie die anwaltliche Tätigkeit auf, um sich fortan ganz dem Schreiben zu widmen.

Costas war mit dem Kinder- und Jugendbuchautor Miguel Ángel López González verheiratet. Dieser verstarb im November 2023 im Alter von 47 Jahren infolge eines plötzlichen Herzinfarkts. Aus der Ehe gingen mehrere Töchter hervor. Ledicia Costas lebt in Vigo.

Ledicia Costas ist Autorin zahlreicher Bücher. 2015 gewann sie den Nationalen Preis für Kinder- und Jugendliteratur für ihr Werk „Escarlatina, a cociñeira defunta“ (zu deutsch: Scarlatina, die verstorbene Köchin). Laut Jury ist es ein humorvolles und bahnbrechendes Werk im Kontext der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur, das sich zudem durch seine leichte Lesbarkeit, seinen bissigen Humor und seine Fähigkeit, die Welt des Todes zu entmystifizieren, auszeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Spanisch, Katalanisch, Englisch, Koreanisch, Bulgarisch, Italienisch, Rumänisch, Portugiesisch und Persisch, verkaufte sich 30.000 mal auf Galicisch und 25.000 mal auf Spanisch.

Seit 2015 schreibt Ledicia Costas auch Bücher für Erwachsene.

Publikationen Bücher für Erwachsene Das erste Buch für Erwachsene An animal chamado néboa (zu Deutsch: Ein Tier namens Nebel) erschien 2015 auf Galicisch und 2017 auf Englisch unter dem Titel An Animal Called Mist. Es beinhaltet sechs Kurzgeschichten, die in der Zeit um den zweiten Weltkrieg spielen. Sie verknüpft darin Fiktion und historische Tatsachen, um sich mit den Themen der menschlichen Grausamkeit in Kriegszeiten auseinanderzusetzen. Hierfür erhielt sie 2016 den Losada-Diéguez-Preis. Im Jahr 2019 veröffentlichte sie ihren ersten Roman für Erwachsene, Schande (Galicisch: Infamia), der vom Mord an Marta del Castillo inspiriert wurde. Die Hauptfigur des Romans ist Emma Cruz, eine Anwältin und Rechtsprofessorin, die in eine fiktive Stadt in Galicien reist, um das Verschwinden zweier Schwestern zu untersuchen. Der Fall von 2009 erregte international Aufsehen. Da der Täter ein Geständnis ablegte, wurde er wegen Mordes verurteilt, obwohl die Leiche Martas nie gefunden werden konnte. Der Fall hatte Einfluss auf das spanische Strafrecht, dessen mediale Aufmerksamkeit 2021 in der Netflix-Miniserie Wo ist Marta? gipfelte. Im Jahr 2021 veröffentlichte sie den Roman Golpes de luz, einen einfühlsamen und humorvollen Roman über die Geheimnisse im Leben dreier Generationen im ländlichen Galicien. Hier bilden Drogenhandel in den 1990er Jahren, die Pflege von Angehörigen und die Suche nach der Wahrheit, den Rahmen dieser Geschichte. Im Jahr 2024 veröffentlichte sie Piel de cordero, die Geschichte zweier Frauen, die durch die magische und unaufhaltsame Kraft der Hexerei zwei Jahrhunderte lang miteinander verbunden sind. Im ersten Teil wächst Catalina, die einer Hexenlinie aus den letzten Jahren der Inquisition angehört, in Merlo in einer Arztpraxis auf, in der Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden behandelt werden. Im zweiten Teil gerät Lola, eine Frau des 21. Jahrhunderts in einer Krise, in Kontakt mit Kräften, die sie nicht versteht. Dieses Werk ist noch nicht auf Deutsch erhältlich.

Poesie Ultraluz (2022). Die Kunst der Troubadoure. Centro PEN Galicia. 66 pp. 2023, Vigo: Xerais. 72 pp. (auf Galicisch). Mit Bildern des Theaterspektakels. Begleitet wurde sie von den Musikern Amaro Ferreiro und Sergio M. Puga.

Kinder- und Jugendliteratur Seit 2008 sind zahlreiche Kinder- und Jugendbücher in diversen Sprachen erschienen, darunter drei Buchserien:

La Señorita Bubble (zu Deutsch: Fräulein Erfinderin Bubble), (3 Bände seit 2018) Los Minimuertos (zu Deutsch: Die kleinen Untoten), (4 Bände seit 2021) Pimpollo (zu Deutsch: Der Hund aus dem Internet Pimpollo), (4 Bände seit 2024)

Illustrierte Bücher Mit dem Illustrator David Sierra brachte sie 2024 das Buch mit dem Titel Siete dientes de León (spanisch) bzw. Sete dentes de león (gallicisch) heraus.

Bücher mit Co-Autoren Mit dem katalanischen Autor Pere Tobarula Martínez schrieb Ledicia Costas unter dem Pseudonym Pereledi folgende Kinderbücher, die alle von Andrés Meixide il­lus­t­riert wurden:

Desaparizión (galicisch, 2011) bzw. Desaparissió (katalanisch, 2012) Mortos de Ningures (galicisch, 2011) Letras de xeo (galicisch, 2012) Ouro Negro (galicisch, 2013)

Auszeichnungen (Auswahl) Gewinnerin Premio de Poesía do Concello de Marín, 2005 1. Preis für Kurzgeschichten der Universität von Vigo 2010 AELG-Preis für das beste Kinder- und Jugendbuch des Jahres 2012 für O corazón de Xúpiter 29. Verleihung des Merlin-Preises für Kinderliteratur 2014 für Escarlatina a cociñeira defunta Fervenzas-Literaturpreis für das beste Kinderbuch des Jahres 2014, für Escarlatina, a cociñeira defunta Spanischer Literaturpreis für Kinder- und Jugendliteratur 2015 für Escarlatina, a cociñeira defunta Lazarillo-Preis für literarisches Schaffen 2015 für Jules Verne e a vida secreta das Mulleres Planta. Antón-Losada-Diéguez-Preis für literarisches Schaffen 2016 für Un animal chamado néboa Liste der White Ravens für Verne y la vida secreta de las mujeres Lazarillo-Preises für A balada dos unicornios 2017, gemeinsam mit Rafael Salmerón Fervenzas-Literaturpreis für das beste Kinderbuch des Jahres 2017, für A señorita Bubble Merlin-Preis 2021 für O neno de lume Gewinnerin des Lazarillo-Preises für A lebre mecánica en 2022 Afundación-Lyrikpreis für Ultraluz 2022 2025 Zenda-Preis für Kinder- und Jugendliteratur 2023–2024 für Siete dientes de león Barco-de-Vapor-Preis für Kinderliteratur 2025 für Feriópolis

Weblinks

Ledicia Costas Homepage (spanisch oder galicisch)

Einzelnachweise

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