alternativtext=ein hinduistischer Tempel auf einer Felsklippe|mini|Ansicht des Tempels Pura Luhur Uluwatu (Deutsch oft kurz Uluwatu-Tempel) ist ein Tempel des balinesischen Hinduismus an der Küste im Südwesten der indonesischen Insel Bali. Er liegt im Dorf Pecatu im Distrikt Kuta Selatan. Er ist Sang Hyang Widhi Wasa in seiner Manifestation als Rudra gewidmet.
Der Uluwatu-Tempel ist der einzige der balinesischen Meerestempel (Pura Segara), der gleichzeitig einer der neun Himmelsrichtungs-Tempel (Pura Kahyangan Jagat) ist.
Geschichte und Etymologie Der Tempel (balinesisch pura) ist an der Kante (ulu) eines Kliffs bzw. Felsens (watu) erbaut, welcher in das Meer hinausragt. In traditionellen Legenden gilt dieser Felsen als Teil der versteinerten Barke von Dewi Danu.
Auch wenn es vermutlich schon früher einen kleinen Tempel gab, wurde das Bauwerk im 11. Jahrhundert von einem Weisen aus Java namens Empu Kuturan erheblich erweitert. Die Einführung der Padmasana-Schreine wird Dang Hyang Nirartha zugeschrieben, ebenfalls ein Weise aus Ostjava um die Wende zum 16. Jahrhundert. Es heißt, er habe hier Moksha erlangt, ein Ereignis, das auf Bali als ngeluhur („aufsteigen“) bezeichnet wird. Daraus resultiert der Beiname des Tempels Luhur („Höhe“).
Schutzzonen: Gewohnheitsrecht und staatliches Recht Im Jahr 2009 wurde eine Raumordnungsverordnung mit einer Laufzeit von 20 Jahren verfügt, die eine Zone mit einem Radius von 5 km um die Außenmauern des Tempels festlegt. In dieser Zone ist jegliche Bebauung verboten, mit Ausnahme von Bauten im Zusammenhang mit hinduistischen religiösen und spirituellen Einrichtungen.
Dies stand allerdings im Widerspruch zu den Gewohnheitsrechten (awig-awig) der Dorfgemeinschaft von Pecatu, die den Raum des Uluwatu-Tempels auf der Grundlage der Auffassung regelten, dass der heilige Raum des Uluwatu-Tempels der Wald rund um den Tempel sei.
In den Folgejahren gab es sieben Klagen von Einzelpersonen, Gruppen und Gemeinschaften des Gewohnheitsrechts aus Pecatu, viele davon gelangten bis zum obersten Gerichtshof, der diese jedoch in den Jahren 2010 und 2013 zurückwies. 2015 erließ die Provinzregierung die Verordnung Nr. 8, welche die Schutzzone in drei Bereiche unterschiedlicher Ausdehnung unterteilte: Kernzone, Pufferzone und Nutzungszone. Damit wurde u. a. der unterschiedlichen Urbanisierung in der Umgebung des Tempels Rechnung getragen.
Affen mini|Ein Affe hält eine gestohlene Sonnenbrille Auf dem Gelände des Tempels leben zahlreiche Langschwanzmakaken, die berüchtigt dafür sind, dass sie Touristen Gegenständen wie Brillen, Kappen oder Smartphones stehlen und diese erst wieder freigeben, wenn sie dafür Obst oder Süßigkeiten erhalten.
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Affen sich dieses Verhalten über die Jahre angeeignet haben und auch an ihren Nachwuchs und an kürzlich migrierte Affengruppen weitergeben.
Kecak-Tanz alternativtext=Eine Tanzaufführung um ein großes Feuer im Freien, nachts aufgenommen auf einer Klippe über dem Meer. Am Horizont ist der Sonnenuntergang zu sehen.|mini|Kecak-Tanz im Tempel bei Sonnenuntergang Eine Kecak-Tanz-Aufführung (ein traditioneller Tanz, der auf den Erzählungen des Ramayana beruht), findet täglich auf einer Freiluftbühne auf dem Tempelgelände statt. Bestandteil der Aufführung ist ein spektakulärer Feuertanz, bei dem brennende Strohballen über die Bühne geschleudert werden. Die Aufführung findet während des Sonnenuntergangs statt, in machen Monaten gibt es noch eine zweite Vorstellung bei völliger Dunkelheit.
Weblinks
Website des Tempels mit Besucherinformationen (indonesisch, englisch)
Einzelnachweise
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