mini|hochkant|Das mittelalterliche rumänische Fürstentum Walachei (Țara Românească, d. h. das rumänische Land), wie es in der Nürnberger Chronik (1493) dargestellt ist. mini|hochkant|Câmpulung (Langenau) und Târgoviște (Tervisz) auf der Karte „Chorographia Tranylvaniae Sybembürgen“ von Johannes Honterus
Die Walachischen Sachsen waren eine historische Bevölkerungsgruppe von Siebenbürger Sachsen, die im Mittelalter (nämlich Hochmittelalter) die Karpaten überquerten und sich in der Walachei ansiedelten. Sie trugen zur Gründung der Hauptstädte dieses Donaufürstentums bei (nämlich Câmpulung Muscel, Târgoviște und Curtea de Argeș), ebenso wie im benachbarten Fürstentum Moldau. Siebenbürger Sachsen siedelten sich auch in anderen Städten der Walachei an, nämlich in Pitești und Râmnicu Vâlcea.
Geschichte Die damals neu angekommenen Sachsen außerhalb des Karpatenbogens in den entstehenden mittelalterlichen rumänischen Fürstentümern Walachei und Moldau brachten Urbanisierung, Handwerk, Handel und das sogenannte deutsche Recht (d. h. Magdeburger Recht), unter dem die lokalen Verwaltungen der mittelalterlichen rumänischen Städte anfangs gearbeitet hatten. Die Sachsen spielten auch in der Verwaltung der mittelalterlichen Walachei eine Rolle, so etwa Laurentio de Longocampo, der letzte sächsische Graf (oder Comes auf Lateinisch) von Câmpulung (dt. Langenau).Günter Schödl, Deutsche Geschichte im Osten Europas. Land an der Donau, Berlin 1995, pag. 60. Die Sachsen siedelten sich im 13. Jahrhundert in Câmpulung an.
Die Ansiedlung der Sachsen in Câmpulung Muscel ist mit dem legendären ersten Woiwoden Negru Vodă verbunden, der nach seiner Wanderung aus der Region Făgăraș (d. h. Altland) in die Walachische Tiefebene den deutschen Kolonisten als seinen treuen Anhängern das Privileg gewährte, sich dort anzusiedeln. Ähnlich wie im Fall des Fürstentums Moldau im Nordosten trugen deutsche und wallonische Kolonisten, die zusammenfassend als Sachsen bezeichnet wurden, im Mittelalter zum Weinbau bei und halfen, die Weinherstellung in der Walachei zu verbreiten. Chronologisch betrachtet können diese mittelalterlichen sächsischen Siedler in der Walachei als die frühen Vorläufer der Regatsdeutschen im Süden Rumäniens angesehen werden. Im Laufe der Zeit wurde diese Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen von der rumänischen ethnischen Mehrheit in diesem Fürstentum assimiliert.
Burg Oratea mini|Rekonstruierte Festung Oratea im Kreis Argeș, Muntenia, Rumänien (2026)
Einigen Forschern zufolge wurde die Festung Oratea () im Kreis Argeș von den Deutschrittern erbaut. Diese Festung befindet sich auf einem Hügel, der auf Rumänisch Dealul Sasului (d. h. Sachsenhügel) heißt und in der Vergangenheit auf dem Weg nach Câmpulung aus der Sicht der sächsischen Kolonisten von Bedeutung war.
Literatur Hans Petri, Zur Entstehung der Stadt Cimpulung in Rumänien, Südostdeutsches Archiv 14 (1971), S. 46–56. Government and Law in Medieval Moldavia, Transylvania and Wallachia herausgegeben von Martyn Rady und Alexandru Simon, 2013
Siehe auch Geschichte der Walachei Geschichte Rumäniens Moldauer Sachsen Rumäniendeutsche Hochmittelalterliche Ostsiedlung
Einzelnachweise
Kategorie:Siebenbürger Sachsen Kategorie:Walachei Kategorie:Rumänische Geschichte Kategorie:Rumänische Geschichte (Mittelalter) Kategorie:Geschichte der Walachei