PeakFinder ist eine mobile Anwendung zur Bestimmung von Gipfeln und Bergen. Die App zeigt anhand der aktuellen Position des Nutzers ein berechnetes Bergpanorama an und blendet die Namen sichtbarer Berge ein. Sie ist für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar. Die erste Version wurde 2010 veröffentlicht. Diese war auf die Alpen und auf den Westen der Vereinigten Staaten beschränkt. Die aktuelle Version deckt weltweit mehr als 1.000.000 Gipfel ab. Die App wurde vom Schweizer Informatiker Fabio Soldati entwickelt.
Die App ist kostenpflichtig. Nach Kauf kann die App auf allen Geräten derselben Plattform ohne zeitliche Beschränkung genutzt werden, Updates der App sind kostenfrei. Die App ist werbefrei.
Seit 2022 gibt es auch ein frei im Web nutzbares Application Programming Interface, das die Einbindung der Erstellung eines Bergpanoramas auf anderen Webseiten ermöglicht.
Geschichte
Die Idee zu PeakFinder entstand nach Angaben des Entwicklers Fabio Soldati im Jahr 2010 während einer Bergwanderung in der Schweiz. Er war mit seiner Schwester und deren Mann unterwegs und das Paar stritt sich über einen Bergnamen. Er selbst kannte sich bei Bergnamen nicht sonderlich aus, sah aber in deren Bestimmung ein technisch interessantes Problem. Nach einigen Recherchen sah er einen gangbaren Weg, besorgte sich die notwendige Hardware und entwickelte in etwa sechs Monaten die erste Version.
Ohne nennenswertes Marketing wurde die App recht schnell populär. Mit dazu beigetragen hat vermutlich, dass die App auf der Apple-Plattform kurz nach ihrem Erscheinen als "App of the Week" beworben wurde.
Funktionen und technische Grundlagen
PeakFinder berechnet auf Grundlage digitaler Höhenmodelle ein 360-Grad-Panorama der Umgebung und ordnet den sichtbaren Gipfeln ihre Namen zu. Die Anwendung nutzt dazu digitale Geländemodelle verschiedener Herkunft, darunter Daten aus den Projekten NASADEM, SRTM und europäischen LiDAR-Datensätzen. Ergänzt werden diese durch geografische Informationen aus OpenStreetMap, GeoNames und weiteren regionalen Datenquellen.
Bekannt ist die App für ihre auf Farben verzichtende, vergleichsweise schlichte Darstellung des Reliefs, die bei Sonneneinstrahlung den höchsten Kontrast bietet. Die App bietet zudem die Nutzung von Augmented Reality, indem die Darstellung mit dem Kamerabild des Smartphones überlagert werden kann.
Zusätzlich zum Bergpanorama wird die Sonnenbahn zum aktuellen Datum eingeblendet, optional auch die Mondbahn. Da das Datum angepasst werden kann, lässt sich damit beispielsweise bestimmen, wann an einem bestimmten Ort Sonnenauf- oder -untergang an welcher Position stattfindet, was für Fotografen von Interesse sein kann.
Die App ist offline (ohne Internetverbindung) nutzbar. Hierzu können für ein bestimmtes Gebiet vorab die erforderlichen Daten übertragen werden.
Rezeption
Die App wurde in vielen einschlägigen Berg-, Freizeit- und Outdoor-Medien als Hilfsmittel zur Bergidentifikation vorgestellt. In einem Artikel in der Wochenzeitung Die Zeit wurde PeakFinder 2023 als „Shazam für Berge“ bezeichnet. Die App wurde als nettes und nützliches Tool beschrieben, mit dem Gipfel unterwegs auch ohne Internetverbindung bestimmt werden können.
Das Einblenden von Sonnen- und Mondbahn zu einem beliebigen Datum ermöglicht die Verwendung für die Archäoastronomie. Hierzu war Peakfinder in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Instituts der Universität Basel um Rita Gautschy um diverse Funktionen erweitert worden.
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Geoinformationssystem (Software) Kategorie:Android-Software Kategorie:IOS-Software