mini|Manuel Olveira Paz (2020) Manuel Olveira Paz (* 1964 in Porto do Son, Provinz A Coruña) ist ein spanischer Ausstellungskurator, Kunstkritiker, Autor und Künstler. Von 2013 bis 2021 leitete er das Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León (MUSAC) in León, zuvor von 2005 bis 2009 das Centro Galego de Arte Contemporánea (CGAC) in Santiago de Compostela.

Leben Olveira schloss 1987 ein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Santiago de Compostela ab und studierte anschließend Bildende Kunst an der Universität Barcelona, wo er 1994 sein Examen ablegte. 1996 koordinierte er die Kunstmesse III. Foro Atlántico de Arte Contemporáneo in A Coruña. Ab 1997 arbeitete er am Centro Galego de Arte Contemporánea (CGAC) in Santiago de Compostela, zunächst als Leiter des Erwachsenenbildungsprogramms Cambiar a mirada, von 1998 bis 2001 als Leiter der pädagogischen Abteilung.

Von 2001 bis 2005 leitete Olveira das Produktionszentrum für visuelle Kunst Hangar in Barcelona, von 2005 bis 2009 als Direktor das CGAC. Diese Position gab er auf, nachdem er sich mit der neuen Regionalregierung Galiciens nicht über die Wahrung seiner programmatischen Unabhängigkeit einigen konnte. 2010/11 baute er als Gründungsdirektor das Kulturzentrum Ágora in A Coruña auf; nach den Kommunalwahlen von 2011 wurde er von der neuen Stadtregierung abberufen.

Direktor des MUSAC (2013–2021) Im Juni 2013 wurde Olveira zum Direktor des Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León (MUSAC) in León berufen, nachdem seine Vorgängerin Eva González-Sancho nach nur wenigen Monaten unter Verweis auf Eingriffe des Trägers zurückgetreten war. In seine Amtszeit fielen unter anderem Einzelausstellungen zu Luis Camnitzer und der Textilkünstlerin Hessie sowie partizipative Programme wie das Laboratorio de Antropología Audiovisual Experimental (LAAV). 2020/21 geriet Olveira in einen öffentlich ausgetragenen Konflikt mit der Trägerstiftung Fundación Siglo der Regionalregierung von Kastilien und León über erhebliche Budgetkürzungen; sein Vertrag wurde 2021 nach acht Jahren im Amt nicht verlängert.

Kuratorische Projekte Olveira entwickelte mehrere langfristig angelegte Forschungs- und Ausstellungsprojekte, darunter Lost in Sound (CGAC, 1999–2000), Processos Oberts (Hangar und Stadt Terrassa, 2004–2005), Proxecto-Edición (CGAC, MARCO Vigo und Fundación Luis Seoane, 2006–2009) sowie Conferencia performativa (MUSAC León und Festival FACyL Salamanca, 2013–2014), das den Vortrag als künstlerisches Format untersuchte. Daneben kuratierte er internationale Videokunstprogramme, unter anderem für das Warsaw Electronic Festival (2003), das Kornhausforum in Bern (2005) und die 3. Internationale Videokunst-Biennale in Tel Aviv (2006).

Vom 1. Dezember 2018 bis zum 26. Mai 2019 zeigte das MUSAC die Ausstellung Wolf Vostell. VIDA = ARTE = VIDA. Die Ausstellung versammelte Installationen, Gemälde, Skulpturen und Videos mit Leihgaben unter anderem des Museo Vostell Malpartida, der Fluxus-Sammlung Gino Di Maggio und des Museo Reina Sofía. Im Rahmen der Ausstellung wurde im Februar 2019 Vostells Fluxus-Oper El jardín de las delicias aufgeführt, die 1982 beim Festival pro musica nova in Bremen uraufgeführt worden war. Zur Ausstellung erschien 2019 die Publikation Wolf Vostell. VIDA = ARTE = VIDA.

Künstlerisches und literarisches Werk Neben seiner institutionellen Tätigkeit ist Olveira als bildender Künstler und Schriftsteller aktiv. 2014 veröffentlichte er seinen ersten Roman Todo el tiempo del mundo, später folgten die Gedichtbände Muero todos los días 2013–2021 (2021) und Muero todos los días 2020 (2024). Seine Essays behandeln unter anderem den Umgang mit der Architektur des Franquismus (Cómo vivir con la memoria, 2018) und zeitgenössische Bilder des Jakobswegs (Muchos Caminos, 2018). Seine künstlerische Arbeit wurde unter anderem in der Galería Freijo in Madrid gezeigt.

Schriften (Auswahl) Complot. Ajuntament de Terrassa / Hangar, Barcelona 2004. Entre-vista. CGAC, Santiago de Compostela 2008. Todo el tiempo del mundo. Libros de Rocamadour, Santiago de Compostela 2014 (Roman). Conferencia performativa. Nuevos formatos, lugares, prácticas y comportamientos artísticos. This Side Up, Madrid 2014. Cómo vivir con la memoria. Puente editores, Barcelona 2018. Muchos Caminos. Imágenes contemporáneas del Camino de Santiago. Eolas, León 2018. Luis Camnitzer. Crimen perfecto. MUSAC, León 2019. Wolf Vostell. VIDA = ARTE = VIDA. Puente editores, Barcelona 2019. mit José Iges: El Giro notacional. CENDEAC, Murcia 2019. Muero todos los días 2013–2021. Eolas, León 2021 (Lyrik). Habla del cuerpo social. Pandemia y politización del espacio público. Brumaria, Madrid 2022. Muero todos los días 2020. Libros de la Resistencia, Madrid 2024 (Lyrik).

Weblinks Website des MUSAC (spanisch) Manuel Olveira im Programmarchiv des Museo Reina Sofía (spanisch)

Einzelnachweise

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